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16.02.02 13:08
WOCHENRÜCKBLICK: US-Verbrauchervertrauen sorgt für Katerstimmung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Karnevalswoche endete mit einem Kater. Der DAX  hatte im Wochenvergleich deutlich mehr als zwei Prozent zugelegt - doch am Freitagnachmittag gingen die Kurse nach dem überraschend schlechten US-Verbrauchervertrauen auf Talfahrt.

Das Geschäft blieb die vergangene Woche dünn, und dies konnten sich die Börsianer nur zum Teil mit der Faschings bedingten Abwesenheit der rheinischen Marktteilnehmer erklären. "Ich bin seit ein paar Jahren im Geschäft, aber so wenig Umsätze habe ich für einen Januar oder Februar schon lange nicht mehr gesehen", sagte ein Händler. Angesichts der Verunsicherung wegen undurchsichtiger Bilanzierungspraktiken in Folge des Enron-Debakels hielten sich auch Karnevalsmuffel an den Börsen zurück. So wechselte am Freitag bei mehr als der Hälfte der im NEMAX 50  notierten Werte in den beiden Mittagsstunden nicht eine einzige Aktie den Besitzer.

INSOLVENZEN

In dem in Verruf geratenen Marktsegment hielten sich die Anleger zurück, weil sie der Skandal um die Bilanzen des Pleite gegangenen US-Energiehändlers Enron  sehr an die "kreative Buchhaltung" einiger ehemaliger Börsenlieblinge erinnerte, hieß es. Die Insolvenzen von Carrier 1  und Softmatic  dürften zudem nicht die letzten Zahlungsunfähigkeiten am Neuen Markt gewesen sein, meinen viele.

Auch im DAX waren es nicht immer die Nachrichten über das eigene Unternehmen, die die Kurse bewegten. Das Reformprogramm bei British Airways   beförderte die Aktie der Lufthansa  nach oben. Dagegen wirkte sich der Streikbeschluss der Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline am Freitagnachmittag kaum auf den Aktienkurs aus.

LIBERTY MEDIA BELASTET T-AKTIE

Technologiewerte zeigten sich uneinheitlich. SAP  erholten sich von den in der Vorwoche verbuchten Verlusten. Aufwärts ging es auch für Infineon , nachdem der Halbleiterhersteller auf die Übernahme des verschuldeten südkoreanischen Konkurrenten Hynix Semiconductor verzichtet hatte und so offenbar doch der US-Mitbewerber Micron Technology zum Zuge kommt. Als Spielball kurzfristig orientierter Anleger wechselten hingegen Siemens-Papiere und EPCOS mehrfach von der Gewinner- auf die Verliererseite.

Die T-Aktie koppelte sich von der allgemeinen Marktentwicklung ab und verbuchte allein am Freitag einen Verlust von vier Prozent. Der US-Konzern Liberty Media   verzichtet offenbar auf den Kauf des Kabelnetzes, weil ihm die Hürden der deutschen Kartellbehörden zu hoch erscheinen. Das Kartellamt hatte Liberty eine Frist bis Freitag um Mitternacht eingeräumt. Bis zum Nachmittag war die Stellungnahme nach Angaben des Bundeskartellamts noch nicht eingegangen. Mit dem eingenommenen Geld hatte der ehemalige Bonner Monopolist einen Teil seiner UMTS-Schulden bezahlen wollen.

Bei den Pharmawerten führten schlechte Nachrichten zu Kursverlusten von rund 10 Prozent. Fresenius Medical Care  fielen kräftig in den Keller, nachdem das Unternehmen Rückstellungen in Millionenhöhe für Rechtsstreitigkeiten bekannt gegeben hatte. Zudem ließen Zahlen und Zukunftsaussichten auch die im MDAX  notierten Merck-Aktien  absacken.


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