Aktienfonds
Wie gut oder schlecht ist die Aktienfonds-Anlage ?
Es gibt weltweit niemanden, der die Rendite von Aktien und Aktienfonds vorhersagen könnte. Aber es gibt einige Anhaltspunkte, die sich aus der Analyse für die Vergangenheit ergeben:
Hält man Aktien nur kurze Zeit (bis 3 Jahre) muß man mit einer großen Schwankungsbreite rechnen. Boomt in dieser Zeit der Aktienmarkt, in dem der Aktienfonds investiert, kann man eine überdurchschnittliche Rendite von 10% oder gar 20% erzielen. Umgekehrt kann es auch sein, daß die Kurse abstürzen.
Die Fonds-Anlage ist mit Gebühren verbunden, die die Rendite schmälern. Selbstverständlich wirken sich bei einer kurzzeitigen Anlage diese Gebühren besonders stark auf die Rendite aus. 5% Ausgabeaufschlag (oder ähnlich) müssen erst einmal durch Wert-Steigerungen des Fonds "wieder hereingeholt werden". Erst dann machen Sie als Anleger Gewinn !
Je länger man seine Anlage in Aktienfonds hält, desto mehr gleichen sich die jährlichen Wert-Schwankungen aus.
Ab etwa 10 Jahren Haltedauer ist das Risiko eines Verlustes nicht mehr sehr hoch.
Die pauschale Aussage in vielen Medien und von Verkäufern, daß langfristig mit Aktien eine bessere Rendite zu erzielen sei als mit verzinslichen Wertpapieren, ist nichtssagend.
Sind Sie einverstanden damit, daß 20 Jahre ein langer Zeitraum ist ? Gut. Dann schauen Sie sich die Renditen des Aktienfonds "DekaFonds" für zwei 20-Jahres-Zeiträume an:
1961-1981 3,86%
1970-1990 11,54%
Langfristig kann die Anlage in einem gewählten Zeitraum Aktien/Aktienfonds wenig lukrativ sein. Oder aber sensationell gut.
Dieses ist übrigens ein beliebiges Beispiel. Nicht, daß Sie glauben, das sei ein "Ausreißer", den wir extra gewählt haben, um die Richtigkeit unserer Aussage zu belegen. Alle deutschen Aktienfonds haben - trotz langer Laufzeit - diese enorme Schwankungsbreite. Davon können Sie sich im Kapitel " Statistik der Vergangenheitsrenditen" selbst überzeugen.
Schein-Belege
In den Medien finden Sie von »betriebsblinden« Verfechtern gerne den Vergleich von Professor Stehle: ‘Ein Anleger konnte mit Aktien im Zeitraum von 1948 bis 1997 einen jährlichen Gewinn-Zuwachs von 14,5% realisieren. Bei festverzinslichen Wertpapieren lag die vergleichbare Rendite bei 6,7%.’ Was ist davon zu halten ?
Gegen-Frage: Was belegt der Vergleich ? Doch nur, daß es in einem bestimmten 40-Jahres-Zeitraum so war wie oben gesagt. Aber er belegt nicht, daß das in allen 40-Jahres-Zeiträumen so sein wird. Um darüber etwas mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit sagen zu können, bedarf es noch vieler solcher Zeiträume.
Aber viel interessanter ist doch folgendes:
Innerhalb dieses 40-Jahres-Zeitraumes gibt es einige 15-Jahres-Zeiträume, 20-Jahres-Zeiträume mit einer schlechten Rendite.
Und die, die während dieser Zeit angelegt haben, interessiert doch die Rendite des 40-Jahres-Zeitraums nicht.
Abwarten und Tee trinken
Sollte die Rendite am Ende der geplanten Laufzeit nur auf Sparbuch-Zins-Niveau liegen, kann man versuchen, durch ein Halten der Fonds-Anteile (kein Verkauf) bis zum nächsten Börsenhoch eine bessere Rendite zu erzielen. Garantien, daß diese Strategie funktioniert und eine magere Rendite zumindest auf eine durchschnittliche Rendite von etwa 7% angehoben wird, gibt aber niemand.
Im Beispiel oben (1961-1981) folgte in den Jahren 1982 bis 1986 ein rasanter Aktienboom, der die Rendite enorm nach oben zog. Wer also 1981 nicht enttäuscht "Kasse gemacht hatte" (also die Fonds-Anteile nicht zu einem relativ niedrigen Kurs verkauft hatte), sondern abgewartet hatte, konnte dann doch noch eine sehr hohe Rendite erreichen. Dieses Szenario muß allerdings nicht so entreten, es kann. Michael Kronenberg wies in seiner Kronenberg-Rendite-Studie 1995 nach, daß es in der Vergangenheit auch schon mal bis zu 10 Jahre nach dem eigentlichen geplanten Ablauf der Fonds-Anlage dauern konnte, bis eine Rendite von 7% erreicht wurde.
Solche Informationen sucht man in vielen Medien vergeblich. Auch in den Medien, die 1995 ein Exemplar der Studie erhalten haben