Bei meiner Suche nach Anlagemöglichkeiten bin ich im MDAX auf Carl-Zeiss-Meditec (WKN:
531370) gestoßen.
„Die Gruppe (also Carl-Zeiss-Meditec) bietet Komplettlösungen zur Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten einschließlich Implantaten und Verbrauchsmaterialien an.“ (Quelle: GB 2024/2025 auf S. 75)
Die Aktie hat innerhalb von 1 Jahr mit -51% mehr als die Hälfte ihres Börsenwertes verloren. Auf dem jetzigen Niveau von 27 EUR lagen sie zuletzt im März 2016; dazwischen lag ein gigantisches Kurshoch im Herbst 2021 bei über 180 EUR.
Ich „rate“ jetzt mal, dass dieser „Kursausschlag“ ein Nebeneffekt der allgemeinen Corona-Hysterie war. Fundamental gibt es hierfür keine andere Erklärung, denn die Geschäftszahlen waren in diesem Zeitraum zwar „deutlich“ besser (Gewinn pro Aktie 2021/2022: 3,29 EUR bzw. Gewinn pro Aktie 2022/2023: 3,25 EUR ggü. 1,79 EUR für 2018/2019 und 1,61 für 2024/2025) als „üblich“, aber dies rechtfertigt bestimmt keine Kurverdoppelung von 50 EUR (02/2018) auf über 100 EUR (07/2019 - 04/2024) und das über fast 5 Jahre fast durchgängig und mit Spitzen bei weit über 150 EUR.
Mit einem aktuellen KGV von ca. 18 (27 EUR / 1,50 EUR = 18) ist die Aktie wieder auf einem „normalen“ Bewertungsniveau angekommen, aber immer noch nicht „billig“ und die Dividende ist auch nicht besonders üppig (ca. 0,60 EUR), was aber zumindest einer Rendite von 2,2% entspricht.
Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich noch keinen „zwingenden“ Grund, in die Aktie einzusteigen, aber ich frage mich trotzdem, wie weit es noch hinab geht?
Schon vor Corona lag das KGV durchgängig bei mind. 30; die Aktie war also auch früher nie billig. Wenn man sich aber die letzten 10 Jahre anschaut, so ist die derzeitige Bewertung doch erstaunlich niedrig, insbesondere wenn man den Kurs ins Verhältnis zu den jeweiligen Gewinnen setzt. Wenn sich also nichts Grundlegendes beim Blick „der Börsianer“ auf dieses Unternehmen geändert hat, so müsste dieses Niveau doch ein guter Ausgangspunkt für steigende Kurse sein.
Interessant ist auch die Veränderung von Umsatz und Gewinn vom vorletzten GJ (2022/2023) über das GJ 2023/2024 zum abgelaufenen GJ (2024/2025), jew. per 30.09.:
Umsatz (in Mio. EUR): 2.089 --> 2.066 --> 2.227
Ergebnis (in Mio. EUR): 292,0 --> 180,2 --> 142,3
Pro Aktie betrug der Gewinn dabei 3,25 EUR (2022/2023), 2,01 EUR (2023/2024) und „nun“ (2024/2025) nur noch 1,61 EUR.
In der Veröffentlichung vom 12.02.2026 hieß es, dass der „Ausblick für Geschäftsjahr 2025/26 vorübergehend ausgesetzt“ sei. Als Gründe werden dort genannt: schwacher Start in das Geschäftsjahr, gedämpftes Absatzumfeld in den Kernmärkten USA und China, geopolitischer Volatilität, zurückhaltende Investitionstätigkeit, Preisverfall in China aufgrund eines erhöhten Wettbewerbs durch lokale Anbieter.
All das klingt für mich nicht besonders konkret, aber auch nicht besonders optimistisch; andererseits hat das Unternehmen „Reorganisations- und Kostensenkungsmaßnahmen“ angekündigt, ohne dies bisher zu konkretisieren – das soll wohl erst am 16.05.2026 geschehen.
Wenn man nun aber bedenkt, dass die Kurse seit dem Absturz von Anfang 08/2025 auf ca. 42 EUR bis zum Jahresende 2025 „stabil“ blieben (07.01.2026: 42,64 EUR), dann aber innerhalb weniger Tage zum 23.01.2026 auf 28,36 EUR abstürzten (d. h. -1/3) und seitdem annähernd “stabil“ zwischen 26 und 28 EUR schwanken, so könnte man auf die „Vermutung“ kommen, dass sich hier mittlerweile ein Boden gebildet hat.
Was sind eure Ansichten? Ist bisher jemand investiert und wenn ja: seit wann und „warum“?