”Fonds : Analyse Märkte und Produktedas war eine sehr klarsichtige Analyse von ökonomischen Gegebenheiten. Solche Sachen gehen mir schon lange im Kopf herum, und ich komme im Prinzip zu den gleichen Ergebnissen wie Du.
Im Endeffekt geht es mir bei solchen Überlegungen allerdings darum, wie und ob es möglich ist, die aus Europa / USA nach China ausgelagerte Produktion von inzwischen allen Arten von Gütern wieder nach Europa zurück zu holen. Machen wir das nicht, und da erwarte ich von der deutschen Politik nichts, höchstens was von den Leuten, die in der Industrie arbeiten, dann wird Europa irgendwann inkompetent, schwach, kulturell und wirtschaftlich abgehängt sein, und das kann mir als einer, dem das Land, dem er verpflichtet ist, nicht gleichgültig sein.
Inzwischen kommt sogar der Sch . . Knoblauch bei Aldi aus China, paar Cent billiger, Qualität deutlich schlechter wie Knoblauch aus Spanien, die das können, aber die Einkäufer von Aldi sind hirnlos genug, nicht aus grundsätzlichen Erwägungen Knoblauch aus Spanien einzukaufen.
Eine funktionierende Wirtschaft in Spanien ist für Deutsche interessanter als die in China, aber hier wird noch nach der Maxime verfahren, wir sind ja alle gleich, wurscht, ob der chinesische Bauer oder in Spanien ein Auskommen hat. Diese sozialistische Einstellung wird sich rächen, ändert sich aber offenbar aktuell gerade.
In der Art geht es überall in D, es wird gekauft nach Piesepampel Art, also was ist new, was ist paar Ocken billiger, was ist hip. In dem Zusammenhang bin ich gespannt, wie die deutschen Autokäufer der Unterklasse auf die Importe bzw. evt. sogar hier montierten Autos von BYD reagieren.
Was das alles mit Donald Trump zu tun hat, der im Übrigen weder Agent Orange heißt, noch Trumpel, oder was sich sonst ein paar Verwirrte einfallen lassen ?
Der Schutz der eigenen Wirtschaft ist lebensnotwendig, man sollte sich sehr schnell Gedanken drüber machen, wie das zu erreichen ist. Zölle k ö n n e n ein Puzzleteil dieses Schutzes sein, können zeitweise Handlungsbereitschaft signalisieren, an Ostasien, das selber lange mit Zöllen und Handelshemmnissen gearbeitet haben, nur die Europäer meinten, das geht ja gar nicht, und wollen aller Welt zeigen, wie liberal und toll moralisch überlegen sie sind, und der Chinamann lacht sich kaputt drüber.
Also in dem Sinn hat Donald Trump mit seinem etwas erratischen Husarenstil schon Bewegung in die Szene gebracht, in vieler Hinsicht, Iran, Militäraufwendungen Europa, Signale an China, den Bogen im Südchinesischen Meer und Pazifik und bei Exporten nicht zu überspannen, und vieles mehr. Er wird sicher scheitern mit seiner "Einfangmethode unter Männern" mit Putin, das wird nicht gehen, aber er merkt es gerade.
Fazit : Trump ist gut für die USA, wenn auch ein Typ, der aneckt, und nicht jedermanns Geschmack. Die Linken weltweit arbeiten sich ja an der Person von Trump ab, was den kaum interessiert, so lange ihm keiner ernsthaft in die Quere kommt. Wenn Deutschland so jemand wie Trump hätte, der einfach macht, anstatt den Zögerer Merz, das wäre auch für D gut. Hamwer aber nciht, so isses.
herrmannb, 10.07.25 10:40
Die letzten paar Versuche ("Buy British!") und so, mit denen Staaten versucht haben, der Bevölkerung zu erklären, daß ihr Arbeitsplatz mit all seinen guten Bedingungen (Entlohnung, Sozialsystem, Sicherheit) auch daran hängt, dem Nachbarn dessen Gehalt zu gönnen und eben nicht den jeweils billigsten Videorecorder, Mixer, Toaster, PKW, Fernseher, Computer, Knoblauch, Fotoapparat, Spielzeug, ... aus Dingsda zu kaufen sind allesamt kläglich gescheitert. Der Mensch kauft "billigst", zur Not "nachhaltig" (auf lange Sicht billiger), aber nur zu einem geringen Anteil "mit Nationalstolz und sozialem Gewissen"
Die Erhebung von Einfuhrzöllen wäre evtl. in/ab den 1950ern ein probates Mittel gewesen, die Tendenz zu stoppen, daß Dinge in USA/Europa konsumiert werden, die andernorts (Hongkong, Taiwan, Japan, China, Korea, ...) deutlich billiger unter schlechteren Bedingungen hergestellt werden - und nur essentielle Dinge (Bananen, seltene Erden, ...) importiert werden. Hätte man damit rechtzeitig angefangen, und hätte man China nicht als "Markt" angesehen und darauf bestanden, geistiges Eigentum besser zu schützen, hätte man vielleicht "wäre wäre Fahrradkette".
So aber hat es sich ergeben, daß sich erst gewisse Länder auf gewisse Dinge spezialisiert haben und in der Folge dann das "Design" in diesen Ländern erfolgte (Brio Eisenbahn in Dänemark), die Fertigung aber in Dingsda (China oder so) und in der Folge hat man soviel ausgelagert, daß man sich erpreßbar gemacht hat gegenüber lauter Schurkenstaaten (bei der OPEC hat man es gemerkt aber keine Lehren draus gezogen!).
Software und IT-Dienste und Entertainment für "uns" kommt derzeit hauptsächlich aus den USA, auch extrem viele "Finanzdienstleistungen". China und Rußland versuchen sich als Gegenpol zu etablieren.
Wenn das orange Trumpeltier ;-) dann die Handelsbilanz uns gegenüber bejammert, sollte Agent Orange nicht nur den Warenverkehr medienwirksam auf den Tisch legen und bejammern, daß Europa die armen USA ausbeutet, die immateriellen Sachen aber unter den Teppich kehren.
Der Knoblauch in meinem Garten bleibt klein und ist eher scharf und nicht wirklich aromatisch. Es gibt hier Leute, die das mögen, ich habe lieber aromatischen Knoblauch und muß den wohl weiterhin importieren. Dafür könnte ich glatt rote Johannisbeeren und Rasenschnitt exportieren (habe ich gut und überreichlich!) um eine ausgeglichene Handelsbilanz anzustreben.
Aurubis, Nordex und Lufthansa sind in den letzten Tagen ganz OK gelaufen ...