Von E&Y musste im Jahresabschluss wegen der Bilanzwahrheit geprüft werden, ob Gelder einem wirtschaftlich gehören. Wenn ja, sind sie zu bilanzieren. Wegen der Bilanzstetigkeit wurden die Konten zunächst zum 1.1.2019, wie in 2018 bestätigt, übernommen. Also hat man diese Gelder auch überprüft. Und m.E. MUSS man "Nachweise" bekommen haben, sonst hätte es zwingend vorher ein adhoc geben müssen. Die gab es aber nicht. Wenn man keine Nachweise gehabt hätte und dann keine adhoc, dann gute Nacht.
Aber was wäre, wenn man mal davon ausgeht, das Wirecard seine adhoc Pflichten ernst genommen hat, also bei solchen Sachverhalten auch immer sofort meldet, dann hat E&Y gestern das Testat noch nicht verweigert, sondern erst heute. Da wird es in den nächsten Tagen hoffentlich Infos geben. Jedenfalls müsste dann E&Y seit gestern bis heute neue Hinweise erhalten, dass die "Nachweise" gefälscht waren. E&Y muss damit umgehen und dies erst nachprüfen, also kein Testat also ad hoc.
MB nützt das sicherlich nicht (es sei denn er macht das, um die Frist seiner Aufstockung nun einzuhalten, damit der damalige Kauf kein schadenersatzpflichtiger Verstoß gegen die MAR ist, das halte ich aber echt für Blödsinn).
Wem nützt das also?
Mir kommt die Idee mit dem bestochenen Mitarbeiter in der asiatischen Bank in den Sinn...denn ich sehe das genauso, dass Wirecard diese Saldenbestätigungen nicht in ihrer Hand hat. Das ist Sache des WPs und der Bank, bei der die Konten sind.
Wenn Wirecard in allen asiatischen Ländern eine eigene Lizenz hätte oder dort selbst Bank wäre, wäre das möglicherweise alles nicht passiert. Wirecard ist zu schnell zu stark gewachsen. Deswegen die vielen Compliance Themen. Das haben vielleicht schlaue Leute überm Teich gemerkt, das da was zu holen ist und haben da in den letzten Jahren richtig was Großes aufgezogen mit dem Schlussakt von heute.
Tja, oder was wäre, wenn ich mir das alles gerade nur schön rede und Wirecard selbst alles manipuliert hat inkl. Karussellgeschäften? Auch möglich, aber hätte MB dann vor kurzem nachgekauft? Oder sollte das wiederum nur der Verschleierung dienen? Sollte die eigene Beauftragung von KPMG dann auch nur Verschleierung sein? Sollte die Systemumstellung seit Dez. 2019 dann auch nur Verschleierung sein? Sollte der Einkauf namhafter Leute auch nur dazu dienen? Das halte ich ehrlich gesagt für weniger wahrscheinlich.
Naja, der erste Kopf ist ja vor ner Stunde bereits gerollt.
Alles jedenfalls echt übel. Uns fehlen leider Fakten Fakten Fakten.