newbiest/110718, Deine Frage ist irgendwie komisch. Journalisten sind nun mal investigativ unterwegs und haben gute Kontakte in die Führungsebenen der (Dax-)Unternehmen, bei Politik, Sport, Wirtschaftsprüfer, etc. Irgendjemand redet immer und so funktioniert Journalismus, dass da versucht wird, unter der Hand Informationen zu bekommen. Das sind dann diese berühmt-berüchtigten „aus gewöhnlich gut unterrichteten Unternehmensquellen“-Formulierungen im Konjunktiv, der sich in diesem Forum keiner großen Beliebtheit erfreut. Diese Informationen sind nicht immer richtig und manche nutzen die Journalisten für ihre eigene politische Agenda, keine Frage. Auch gehen Journalisten dabei nicht immer richtig vor, machen keine cross-checks, etc.
Aber hier habe ich den Eindruck, dass Eurer Meinung nach die Journalisten lediglich die offizielle Unternehmenskommunikation nutzen dürfen und alles andere ist automatisch illegal (beschafft) oder erlogen. Ja, das kann man so sehen, aber damit ist der Journalismus tot und wir sind zukünftig nur noch auf die aufgehübschten Nachrichten/Tweets von Wirecard/MB angewiesen. Magazine/Zeitungen wie SPIEGEL, MM, HB, FAZ, Capital, etc. sind alle tot, Watergate wird nicht aufgeklärt, es fehlt das Korrektiv. ICH will so einen Zustand nicht.
Dass solche Artikel als Aktionär nicht gerne gesehen werden und hier beim eigenen Geld Emotionen eine Rolle spielen, einverstanden - versteht jeder. Aber deshalb sollte man mE nicht die wichtige Rolle der Presse in Frage stellen. Ob jetzt etwas an der Geschichte dran ist/war, dass WDI und KPMG über die Schärfe der Formulierungen kämpfen, das werden wir ja evtl morgen sehen, ob da etwas dran ist.