So, folgende Email habe ich soeben an Herrn Lindner von der FDP gerichtet.
Sehr geehrter Herr Lindner,
ich wende mich mit einem persönlichen Anliegen an Sie, welches mich als Aktionär des Unternehmens Wirecard aus München betrifft.
Anfang Juli diesen Jahres hatte Ihre Fraktion eine kleine Anfrage nach konkreten Hinweisen auf Kursmanipulation bei der Wirecard Aktie an die Bundesregierung gestellt. Im Nachgang hierzu hatte die Bundesregierung entsprechend Ihrer Anfrage geantwortet und Details aus den laufenden Ermittlungen Preis gegeben.
Nunmehr wurde am 15.10.2019 um 8:55 kurz vor Börseneröffnung ein weiterer diffamierender Artikel der Financial Times veröffentlicht.
Der Artikel war kostenpflichtig bzw. nur mit Abbonament zu lesen. Zudem war dieser Artikel von der Länge her sehr umfangreich, sodass es nicht möglich wäre diesen kurzfristig zu lesen und innerhalb kürzester Zeit zu reagieren.
Der Aktienkurs stürzte daraufhin jedoch innerhalb von Minuten massiv um ca. 23 % auf ca. 108,00 € ab.
Aufgrund der vorausgegangenen Kursabstürze und dem Umstand das Börsenhändler/ Leerverkäufer in der Vergangenheit vor der Publizierung diffamierender Berichte der Financial Times über Wirecard informiert waren, liegt der Verdacht nahe, dass aufgrund der hohen Stückzahlen die innerhalb von Minuten nach Erscheinen des Artikels verkauft wurden, ein entsprechendes Insiderwissen vorausgegangen ist.
Zudem wurden gemäß Bundesanzeiger in den Tagen vor dem Kursabsturz einzelne Leerverkaufspositionen, welche über 0,49 % betragen, erhöht. Leider ist nicht ersichtlich, wie viele Leerverkaufsquoten bzw. Positionen unter der Meldeschwelle vorhanden sind. Eine solche Meldeschwelle sollte ggfs. überdacht bzw. aufgelöst werden und zukünftig alle Positionen ersichtlich sein.
Einen weiteren Hinweis auf die erhöhten Leerverkaufsquoten bietet Herr Ihor Dusaniwsky, welcher sich auf seiner Twitter Seite regelmäßig mit diesem Thema befasst (mobile.twitter.com/ihors3?lang=de).
Nunmehr zu meiner eigentlichen Anfrage. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn die FDP Fraktion eine weitere Anfrage an die Bundesregierung hinsichtlich des Verdachts auf Marktmanipulation stellen könnte. Zudem würde ich Sie bitten ebenfalls den Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft München als auch der BaFin zu erfragen. In diesem Zuge wäre es zudem interessant zu erfahren, weshalb die BaFin bei dem Kurssturz im Oktober 2019 von über 20% nicht eingegriffen und den Handel ausgesetzt hat.
Persönlich würde ich gerne noch anmerken, dass die Berichterstattung der Medien sehr einseitig ist. Der Reporter der Financial Times, Dan McCrum, welcher nachweislich Kontakt zu verurteilten Leerverkäufern (Fraser Perring) über Twitter unterhält und in der Vergangenheit immer wieder kritische Berichte veröffentlicht hat, welche sich im Nachhinein als nicht erwiesen herausstellen, wird seitens der Medien nicht in Frage gestellt.
Stattdessen wird das Unternehmen Wirecard zunehmends von der Presse angegriffen und in Frage gestellt. Auf die Anschuldigungen von Wirecard gegenüber der Financial Times, dass diese oder einzelne Mitarbeiter mit Leerverkäufern zusammenarbeiten würden, hatte die Financial Times eine Untersuchung durch eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, welche ergebnislos verlief. Diese Untersuchung wird seitens der Medien nicht in Frage gestellt. Das Testat eines der größten Wirtschaftsprüfer, welcher für Wirecard tätig ist, jedoch schon. Dies löst Unverständnis aus.
Ich würde mich freuen wenn Sie meiner Bitte nachkommen könnten und bedanke mich im Voraus ganz herzlich hierfür.
Mit freundlichen Grüßen