Wird Deutschland lahm gelegt?


Thema
abonnieren
Beiträge: 8
Zugriffe: 648 / Heute: 1
utscheck:

Wird Deutschland lahm gelegt?

 
19.12.02 08:58
Kassel (Reuters) - Nach mehr als 14-stündigem Ringen um einen Kompromiss sind die Tarifverhandlungen für die rund drei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst am frühen Donnerstagmorgen gescheitert. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi strebt nun offensichtlich ein Schlichtungsverfahren an.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske sagte nach der Nachtsitzung in Kassel, das nach 13 Stunden vorgelegte Angebot der Arbeitgeber sei nur als Provokation zu bezeichnen und biete keinerlei Möglichkeit, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden. "Die Arbeitgeber haben die Weichen auf Konflikt gestellt, und den Konflikt werden sie bekommen", betonte Bsirske. Das Angebot sah Gehaltssteigerungen um zunächst 0,9 und später 1,2 Prozent sowie eine Arbeitszeitverlängerung in Westdeutschland vor. Die Gewerkschaft hatte dagegen Lohnerhöhungen von deutlich mehr als drei Prozent gefordert.

Der Verdi-Vorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Hartmut Limbeck, sagte im Berliner Inforadio nach dem Scheitern der Verhandlungen: "Die Verhandlungskommission wird der Tarifkommission empfehlen, in die Schlichtung zu gehen." Es solle noch einmal versucht werden, über die Schlichtung am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis zu kommen. "Denn ansonsten droht der Streik." Noch am Donnerstagvormittag soll in Kassel die Bundestarifkommission von Verdi zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen im Tarifkonflikt zu beraten. Sie dürfte, wie von der Verhandlungsdelegation empfohlen, förmlich das Scheitern der Verhandlungen erklären. Nach dem Scheitern der Gespräche können beide Tarifparteien eine Schlichtung beantragen, was im öffentlichen Dienst in der Vergangenheit häufig Tarifabschlüsse erleichtert hatte.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) verteidigte das Angebot und warf der Gewerkschaft vor, sie habe sich dagegen gesperrt, eine tragfähige Gegenfinanzierung für die zusätzliche Belastung der öffentlichen Haushalte aufzustellen. Auch die Lohnerhöhungen seien der Gewerkschaft zu geringfügig gewesen, obwohl sie "durchaus in die Nähe der Inflationsrate" kämen. Die Gewerkschaft nehme zu wenig Rücksicht auf die leeren Kassen bei Bund, Ländern und Gemeinden. Er habe Verdi dennoch eine Fortsetzung der Verhandlungen im Januar angeboten, erklärte Schily.

BSIRKSE: WEICHEN FÜR WIRKLICH GROßEN STREIK GESTELLT

Bsirske sagte in der ARD: Wenn das Arbeitgeberangebot ernst gemeint sei, dann seien die Weichen für einen wirklich großen Streik im öffentlichen Dienst gestellt. "Wenn es ein taktische Position für die Schlichtung ist, dann - denke ich - besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen der Schlichtung zu verständigen." Er ließ jedoch offen, ob er eine Schlichtung anstrebt. Weder er noch Schily hatten unmittelbar nach Scheitern der Verhandlungen erklärt, die Schlichtungskommission anrufen zu wollen. "Ich habe keine Veranlassung, mir über eine Anrufung der Schlichtungskommission Gedanken zu machen", sagte Schily.

Das nach Angaben der Gewerkschaft gegen 05.00 Uhr morgens vorgelegte Arbeitgeberangebot hatte unter anderem eine Lohnerhöhung von 0,9 Prozent ab dem 1. Januar 2003 für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vorgesehen. In Westdeutschland sollten die Gehälter ab dem 1. Oktober kommenden Jahres um weitere 1,2 Prozent erhöht werden, hieß es in einem internen Entwurf, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Diese Lohnsteigerung sollte in Ostdeutschland erst ab dem 1. Januar 2004 wirksam werden. Als Ausgleich für die sich daraus ergebenden Mehrbelastungen der öffentlichen Haushalte sollte die Wochenarbeitszeit in Westdeutschland ab dem 1. Oktober 2003 um eine halbe Stunde auf 39 Stunden erhöht werden. Der Tarifvertrag hätte eine Laufzeit bis Ende Juni 2004 gehabt.

Ist der Filter eigentlich richtig?

Gruß
utscheck
Antworten
utscheck:

Schmierenkomödie Teil 2

 
19.12.02 13:56
Kassel (Reuters) - Die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst wollen nach den Worten des niedersächsischen Finanzministers Heinrich Aller (SPD) im Tarifkonflikt eine Schlichtung beantragen.

Auch in Kreisen der Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi hieß es am Donnerstag in Kassel, das Gremium habe mehrheitlich für eine Schlichtung gestimmt. Als Schlichter der Arbeitgeber werde der ehemalige Oberbürgermeister von Leipzig, Hinrich Lehmann-Grube, vorgeschlagen, sagte Aller, der auch künftiger Verhandlungsführer der Länder in der Schlichtung sein wird.

Am frühen Donnerstagmorgen waren die Tarifverhandlungen für die rund drei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst gescheitert. Verdi-Chef Frank Bsirske hatte nach der Nachtsitzung in Kassel gesagt, das Angebot der Arbeitgeber sei nur als Provokation zu bezeichnen. Das Angebot sah Gehaltssteigerungen um zunächst 0,9 und später 1,2 Prozent sowie eine Arbeitszeitverlängerung in Westdeutschland vor. Die Gewerkschaft hatte dagegen Lohnerhöhungen von deutlich mehr als drei Prozent gefordert.
Antworten
utscheck:

Wird mit Sicherheit lustig im neuen Jahr.

 
20.12.02 09:38
Ich stell mir gerade vor, wie ich mit Freunden von einer Zechtour komme, einer mußte nüchtern bleiben, da der Bus wegen Streik nicht kam und wir auf Grund der nicht geräumten Schnee- und Eismassen von der Straße in den Graben rutschen.

Wird ne kalte Nacht da ja alle mit streiken beschäftigt sind bzw. die Notbesetzungen nicht zu uns durchkommen, wegen schon besprochenen Winterdienstproblemen.

Gruß
utscheck

Berlin (Reuters) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat nach den Worten ihres Vorsitzenden Frank Bsirske bereits mit den Vorbereitungen für Streiks im öffentlichen Dienst begonnen.

"Wir haben mit den Vorbereitungen für eine kräftige Welle von Streiks bereits begonnen", sagte Bsirske der Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). Das Angebot der Arbeitgeber für Lohnerhöhungen zwischen 0,9 und 1,2 Prozent sei eine Unverschämtheit. "Mit der Anrufung des Schlichters wollen wir den Arbeitgebern die Chance geben, auf den Weg der Vernunft zurückzukehren. Sicherheitshalber stellen wir uns aber auf harte Auseinandersetzungen ein."

Am Donnerstag hatten Arbeitgeber und Verdi die Tarifverhandlungen für die rund drei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst für gescheitert erklärt und die Schlichtung angerufen. Streiks sind nach Angaben Bsirskes von Sonntag an bis zum Schlichtungsende nicht zulässig. Das Arbeitgeberangebot sah Gehaltssteigerungen um zunächst 0,9 und später 1,2 Prozent sowie eine Verlängerung der Arbeitszeit in Westdeutschland vor. Verdi bekräftigte nach dem Scheitern ihre Forderung nach einer Lohnerhöhungen von über drei Prozent und warnte für den Fall eines Scheiterns der Schlichtung von lang andauernden Streiks.
Antworten
Dr.UdoBroem.:

Hast du irgenwie Schwierigkeiten mit demokratisch.

 
20.12.02 09:52
Gepflogenheiten?

Wieso bezeichnest du Tarifverhandlungen als Schmierenkomödie? Dass die nach einem bestimmten Ritual ablaufen, ist ja wohl weder neu , noch einen Aufreger wert.

Und dass es im Rahmen eines Warnstreiks oder Streiks zu Unnahmnehmlichkeiten für Außenstehende kommt, ist wohl auch seit eh und je so. Ist z.T. so gewollt und z.T. unvermeidbar.

Also, wo ist das Problem?
Wird Deutschland lahm gelegt? 889513audio.dogsonacid.com/dance.gif" style="max-width:560px" >
Wird Deutschland lahm gelegt? 889513mitglied.lycos.de/ArbeiterX/Dr1.jpg" style="max-width:560px" >
Antworten
Sahne:

@ Dr. Udo

 
20.12.02 09:58
Richtig!
Ich finde dieses Mal ging es sogar ausgesprochen zügig bis der
Schlichter eingesetzt wurde.
Normalerweise zog sich das länger hin, da wurden erstmal
5-6% gefordert.
Wenn jetzt der Inflationsausgleich + ein paar Euro rauskommen,
hab ich nichts dagegen.

Gruß

Antworten
utscheck:

@Doc

 
20.12.02 10:41
Wie, was und warum es so läuft, glaube ich zu wissen.

Das Endergebnis steht auch schon fest und deshalb nenne ich diese Verhandlungen eine Schmierenkomödie.

Wir wissen doch alle, daß es spätestens im März eine rückwirkende Einigung gibt.

Mein Tip: ab 01.01.03 ca. 1,7% eventuell noch eine Einmalzahlung.
         ab 01.01.04 ca. 1,5% mit Laufzeitende 31.12.04 .

und obwohl fast jeder weiß, daß es so ungefähr wird, müssen "Unschuldige" bluten, nur das die Fettsäcke, wohlgemerkt auf beiden Seiten, ihre Daseinsberechtigung nachweisen und die Ergebnisse, wohlgemerkt wieder beide Seiten, als Erfolg verbuchen können.

Dafür habe ich kein Verständnis Doc.

Gruß
utscheck
Antworten
Dr.UdoBroem.:

Ok Ok, das hört sich schon anders an.

 
20.12.02 11:01
Da kommen wir sogar auf einen Nenner. Aber es ist wohl enorm schwierig aus diesen Ritualen auszubrechen. Wenn die Gewerkschaft von Anfang an 1,5% gefordert hätte, was hätte sie dann wohl bekommen?

Aber ansonsten funktioniert das doch ganz gut in Deutschland, wenn man z.B. mal die Streiktage im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn sieht.

Wird Deutschland lahm gelegt? 889641audio.dogsonacid.com/dance.gif" style="max-width:560px" >
Wird Deutschland lahm gelegt? 889641mitglied.lycos.de/ArbeiterX/Dr1.jpg" style="max-width:560px" >
Antworten
utscheck:

hab ich mir schon gedacht,

 
20.12.02 11:15
daß du es auch so siehst.

Zu unseren Nachbarn: Das sind auch richtige Streiks und nicht so ein Wischiwaschi wie bei uns.
Alles nur Show, aber leider nicht zu ändern.

Kostet halt nur Zeit und Nerven.

Gruß
utscheck
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--