Onvista Stand: 17. 07. 2008
17.07.2008 16:05:52
TOTAL-Chef: Öl ist nicht zu Ende - Neue Machtverhältnisse
PARIS (dpa-AFX)- TOTAL-Chef Christophe de Margerie hat neue Machtverhältnisse
auf den Ölmärkten und die starke Nachfrage für die hohen Ölpreise verantwortlich
gemacht. 'Das ist nicht das Ende des Öls', sagte der Chef des viertgrößten
Ölkonzerns dem Magazin 'L'Express' (Donnerstag). 'Dieser Zeitpunkt ist heute
genauso weit entfernt wie in den 70er Jahren.' Der Preis werde aber mit der
Nachfrage weiter steigen.
Heute werde unter schwierigeren Bedingungen gefördert, obwohl noch leichter
zugängliche Quellen vorhanden seien, sagte der Konzernchef. Die Produktion stoße
an politische Grenzen. Mit dem Preis steige der Wunsch der gut verdienenden
Produzenten, ihre Ressourcen zu strecken. Gleichzeitig hätten die Unternehmen
Macht verloren. Der Hinweis auf die Spekulation sei 'nicht sehr intelligent' und
bringe keine neue Erkenntnis über die Märkte.
'Der Westen regiert nicht mehr die Welt', sagte de Margerie. 'Die Zeit, wo die
großen Konzerne das Gesetz schrieben, ist vorbei.' Glücklicherweise hätten die
Staatskonzerne der Ölförderländer 'nicht diesen Wunsch nach Vorherrschaft, den
die großen privaten Unternehmen hatten'. Früher sei es aber nicht besser
gewesen. 'Ich glaube nicht, dass die allmächtigen Gesellschaften, die Regime
austauschen können, ein Symbol für Demokratie sind.' Die Ölkonzerne blieben
zudem Teil der Politik, auch wenn sie es nicht wollten.
Zur Frage, ob Total in Birma investieren würde, sagte de Margerie: 'Der Platz
ist besetzt von den koreanischen, indischen und chinesischen Unternehmen.'
Prinzipiell sollte man aber in Ländern wie Birma und dem Sudan präsent sein.
'Der Iran bleibt in unserer Strategie vorrangig.' Man dürfe nicht von Total
verlangen, sich aus dem Iran heraus zu halten, und hinterher fragen, warum es an
Öl mangele. Total investiert auch in andere Energien und will in Abu Dhabi mit
Partnern ein Atomkraftwerk bauen. Man müsse 'den Förderländern zeigen, dass es
Alternativen gibt, um ihre Ressourcen zu optimieren', sagte de
Margerie./hn/DP/gr
Quelle:dpa-AFX
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"Es gibt nichts, was so verheerend ist, wie ein rationales Anlageverhalten in einer irrationalen Welt.