Firmen und Forschungsinstitutionen bereiten sich für die Windkraftnutzung auf See vor“, sagte Bundesumweltminister Siegmar Gabriel bei der Einweihung einer 5-Megawatt-Windenergieanlage in Bremerhaven. „Unser Engagement wird sich bald auszahlen“, zeigte sich der Minister während der Feier überzeugt. 20.000 neue Arbeitsplätze und einen gehörigen Schub für die Wirtschaft erwartet er von der Nutzung der Windenergie auf offenen See.
160 m hoch ist die Windkraftanlage, die nun ihren Betrieb aufnimmt. Damit zählt sie zu den größten Exemplaren der Welt. Noch steht sie auf festem Boden, ist aber bereits auf einem Fundament installiert, dass auch auf offener See zum Einsatz kommen soll. Man erhofft sich von diesem Probebetrieb wichtige Daten über die Belastungen, denen das Fundament ausgesetzt ist, um dann gegebenenfalls Optimierungen vornehmen zu können. Im Jahr 2008 soll es dann soweit sein: Die ersten Anlagen werden auf offener See im Testfeld der Stiftung Offshore-Windenergie installiert und Strom produzieren. Das Bundesumweltministerium stellt für die Forschung und Entwicklung im Testfeld über einen Zeitraum von fünf Jahren 50 Millionen Euro bereit.
Einige der wichtigsten Hemmnisse für die Nutzung der Offshore-Windenergie sind mittlerweile beseitigt. So gibt es keine Probleme bei der Einspeisung des auf See gewonnenen Stroms in das vorhandene Netz. Hier hatten sich die Netzbesitzer lange Zeit gegen eine Einigung gesperrt.
Wie eine aktuelle Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) allerdings zeigt, werden einige Maßnahmen im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Stromversorgungssystems nötig, wenn man bis 2020 das Ziel erreichen möchte, 20% der Stromversorgung in Deutschland durch Erneuerbare Energien zu decken. So ist ein Ausbau des bestehenden 380 kV-Verbundnetzes dringend geboten. Dieser Ausbau sei zwar in seinem Umfang überschaubar, allerdings nicht einfach umzusetzen. So müsse bis 2015 die bestehende Trassenlänge um rund 5% verlängert werden. Außerdem müssten 400 km des bestehenden Verbundnetzes verstärkt und weitere 850 km neu gebaut werden. Die Kosten für diesen Ausbau beziffert die Studie auf insgesamt 1,1Milliarde €.
Werden diese Maßnahmen umgesetzt, kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Versorgungssicherheit auf dem heutigen Niveau gewährleistet bleiben kann. Außerdem können, je nach Struktur des dann bestehenden Kraftwerksparks, rund 20 bis 40 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Ganz kostenneutral dürfte der Ausbau für die Privathaushalte allerdings nicht vonstatten gehen. Hier rechnet man mit Mehrkosten in einer Höhe von circa 0,4 bis 0,5 Cent je Kilowattstunde.
Auch andernorts ist man fleißig dabei, die Stromgewinnung auf dem Meer voranzutreiben. So nahm Mitte März eine Offshore-Messplattform ihren Regelbetrieb in der Ostsee auf. „Arkona Becken Südost“, so heißt das Projekt, sammelt Wind- und Meeresdaten, die für den zukünftigen Betrieb in der Nähe geplanter Offshore-Windparks wichtig sind. „Mit diesem Projekt erhalten wir erste wichtige Erfahrungen, die in weitere Offshore-Projekte einfließen. Züblin ist vorbereitet auf Offshore“, unterstreicht Dr. Klaus Weber, Leiter des Geschäftsbereiches Offshore-Wind der Firma THALES, die die Plattform betreut.
Überall herrscht also geschäftiges Treiben und die Vorbereitungen für die ersten deutschen Offshore-Windparks laufen auf Hochtouren. Dennoch sollte man sich keine weiteren Verzögerungen leisten, wenn man wirklich im Jahr 2010 mit einem Reger Betrieb in den ersten Gebieten beginnen möchte. Irgendwann muss die Zeit der langen Testreihen vorüber sein, dann lautet die Devise Learning by Doing.
Autor: Jürgen Brück
160 m hoch ist die Windkraftanlage, die nun ihren Betrieb aufnimmt. Damit zählt sie zu den größten Exemplaren der Welt. Noch steht sie auf festem Boden, ist aber bereits auf einem Fundament installiert, dass auch auf offener See zum Einsatz kommen soll. Man erhofft sich von diesem Probebetrieb wichtige Daten über die Belastungen, denen das Fundament ausgesetzt ist, um dann gegebenenfalls Optimierungen vornehmen zu können. Im Jahr 2008 soll es dann soweit sein: Die ersten Anlagen werden auf offener See im Testfeld der Stiftung Offshore-Windenergie installiert und Strom produzieren. Das Bundesumweltministerium stellt für die Forschung und Entwicklung im Testfeld über einen Zeitraum von fünf Jahren 50 Millionen Euro bereit.
Einige der wichtigsten Hemmnisse für die Nutzung der Offshore-Windenergie sind mittlerweile beseitigt. So gibt es keine Probleme bei der Einspeisung des auf See gewonnenen Stroms in das vorhandene Netz. Hier hatten sich die Netzbesitzer lange Zeit gegen eine Einigung gesperrt.
Wie eine aktuelle Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) allerdings zeigt, werden einige Maßnahmen im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Stromversorgungssystems nötig, wenn man bis 2020 das Ziel erreichen möchte, 20% der Stromversorgung in Deutschland durch Erneuerbare Energien zu decken. So ist ein Ausbau des bestehenden 380 kV-Verbundnetzes dringend geboten. Dieser Ausbau sei zwar in seinem Umfang überschaubar, allerdings nicht einfach umzusetzen. So müsse bis 2015 die bestehende Trassenlänge um rund 5% verlängert werden. Außerdem müssten 400 km des bestehenden Verbundnetzes verstärkt und weitere 850 km neu gebaut werden. Die Kosten für diesen Ausbau beziffert die Studie auf insgesamt 1,1Milliarde €.
Werden diese Maßnahmen umgesetzt, kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Versorgungssicherheit auf dem heutigen Niveau gewährleistet bleiben kann. Außerdem können, je nach Struktur des dann bestehenden Kraftwerksparks, rund 20 bis 40 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Ganz kostenneutral dürfte der Ausbau für die Privathaushalte allerdings nicht vonstatten gehen. Hier rechnet man mit Mehrkosten in einer Höhe von circa 0,4 bis 0,5 Cent je Kilowattstunde.
Auch andernorts ist man fleißig dabei, die Stromgewinnung auf dem Meer voranzutreiben. So nahm Mitte März eine Offshore-Messplattform ihren Regelbetrieb in der Ostsee auf. „Arkona Becken Südost“, so heißt das Projekt, sammelt Wind- und Meeresdaten, die für den zukünftigen Betrieb in der Nähe geplanter Offshore-Windparks wichtig sind. „Mit diesem Projekt erhalten wir erste wichtige Erfahrungen, die in weitere Offshore-Projekte einfließen. Züblin ist vorbereitet auf Offshore“, unterstreicht Dr. Klaus Weber, Leiter des Geschäftsbereiches Offshore-Wind der Firma THALES, die die Plattform betreut.
Überall herrscht also geschäftiges Treiben und die Vorbereitungen für die ersten deutschen Offshore-Windparks laufen auf Hochtouren. Dennoch sollte man sich keine weiteren Verzögerungen leisten, wenn man wirklich im Jahr 2010 mit einem Reger Betrieb in den ersten Gebieten beginnen möchte. Irgendwann muss die Zeit der langen Testreihen vorüber sein, dann lautet die Devise Learning by Doing.
Autor: Jürgen Brück