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Schreiben an Trichet: Schäuble warnt vor Griechenland-Pleite
07.06.2011 20:04
BERLIN - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat vor
einer Pleite Griechenlands für den Fall gewarnt, dass das Land keine weitere
Unterstützung erhalten sollte. "Wir stehen vor dem realen Risiko der ersten
ungeordneten Staatsinsolvenz innerhalb der Euro-Zone", schrieb er in einem
Brief, der unter anderen an EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sowie die
Finanzminister der Euro-Zone adressiert ist und aus dem die "Welt" (Mittwoch)
zitiert.
Vor diesem Hintergrund sehe er den Bedarf eines neuen Hilfsprogramms,
erklärte Schäuble. "Eine Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt im Jahr
2012, wie im laufenden Programm geplant, scheint mehr als unrealistisch." Das
aber bedeute, dass das Volumen des jetzigen Programms nicht ausreiche, Athens
finanzielle Bedürfnisse zu decken. Schäuble erwartet daher eine "substanzielle"
Ausweitung der Hilfe durch Europa - auch damit der Internationale Währungsfonds
(IWF) aus den Hilfsprogrammen nicht aussteigt.
Der deutsche Finanzminister fordert in dem Schreiben eine Umschuldung
Griechenlands, an der die privaten Gläubiger beteiligt werden sollen. Jede neue
Vereinbarung über weitere Griechenland-Hilfen beim Finanzministertreffen am 20.
Juni müsse ein klares Mandat enthalten, mit dem Athen - möglicherweise gemeinsam
mit dem IWF - einen Verhandlungsprozess mit seinen Gläubigern starten könne.
Jede zusätzliche Unterstützung für Griechenland müsse eine faire
Lastenteilung zwischen Steuerzahlern und privaten Investoren enthalten, damit
das Land in der Lage sei, seine Schulden dauerhaft zu tragen, heißt es in dem
Brief laut "Welt". Der Prozess müsse zu einem "substanziellen Beitrag der
Besitzer griechischer Anleihen" führen