Windenergie ist Wachstumsmarkt


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Windenergie ist Wachstumsmarkt

 
16.03.02 05:44
Mit dem Hamburger Windanlagenbauer Repower wagt sich am 26. März - und damit zum ersten Mal seit Juli 2001 - wieder ein Unternehmen an den Neuen Markt. Stephan Wulf, Analyst für Windenergie-Aktien bei Sal. Oppenheim, zu den Perspektiven der Branche.

FTD: Der Windenergiemarkt erlebte, insbesondere hier zu Lande, zuletzt einen Boom. Doch so mancher Experte sieht die Landflächen in Deutschland für Windräder knapp werden. Findet die Erfolgsgeschichte damit ihr Ende?

Wulf: Nein, denn die technologische Entwicklung ist so weit gediehen, dass an immer windärmeren Standorten die Energieerzeugung per Windkraft möglich ist. Zudem rücken nach dem Boom in Dänemark und Deutschland andere Märkte wie Großbritannien, Spanien, Frankreich und Griechenland oder auch die USA in den Fokus der Akteure. Zusätzliche Impulse wird die Branche durch Off-Shore-Projekte, also Windparks auf hoher See, erfahren, für die in Deutschland bereits 20 Genehmigungsverfahren laufen. Wir prognostizieren für den Markt bis 2010 ein Wachstum von jährlich 19 Prozent im Schnitt.

FTD: Die Genehmigung vieler Off-Shore-Projekte, an die sich große Hoffnungen der Branche klammern, ist aber noch keinesfalls gesichert.

Wulf: Von den 20 Projekten sind nach unserem Wissen nur drei gesichert. Und sollten die anderen 17 tatsächlich nicht genehmigt werden, ist mir auch nicht bange. Denn die übrigen Faktoren wie die Erschließung der Auslandsmärkte gleichen dies mehr als aus. Hinzu kommen die sehr günstigen Rahmenbedingungen. Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz vom April 2000 legt fest, dass Versorger Strom aus regenerativen Energien ins Netz einspeisen müssen, und garantiert feste Abnahmepreise für die nächsten 20 Jahre. Zudem will die EU den Anteil regenerativer Energieerzeugung bis 2010 verdoppeln, zwölf Prozent sollen dann durch derartige Quellen gedeckt werden. Und auch die kürzlich in den USA verabschiedete Verlängerung der Steuersubventionen für Windenergie wird den Markt beflügeln.

FTD: Reichen die Zeiträume, um die Windenergie marktfähig zu machen?

Wulf: Der technische Fortschritt wird dazu führen, dass Strom aus Windenergie zu Marktpreisen erzeugt werden kann. Das wird wiederum den Einsatz von Windenergie auch in solchen Märkten ermöglichen, in denen es keine gesetzlichen Fördermaßnahmen gibt.

FTD: Wenn die Aussichten so gut sind, weshalb haben die Aktien - Dienstleister wie Hardwareproduzenten - bislang so schlecht performt?

Wulf: Hauptgrund ist, dass der Gesetzgeber in Deutschland Mitte 2001 die Genehmigungsverfahren geändert hat und die Kompetenzen von den Bau- auf die Umweltämter übertragen wurden. Dadurch konnten einige Großprojekte nicht pünktlich realisiert werden und die Unternehmen die Erwartungen der Kapitalmärkte nicht erfüllen. So mussten die am Neuen Markt notierten Projektierer Umweltkontor und Energiekontor ihre Ziele für 2001 revidieren, was für Katerstimmung in der Branche, auch bei den Hardwareherstellern, sorgte.

FTD: Wie steht es um das Kurspotenzial der Projektentwickler für 2002?

Wulf: Unser Top-Pick ist P&T Technologies. Den fairen Wert der Aktie, die zurzeit bei rund sieben Euro notiert, liegt auf Jahressicht bei 19 Euro. Die Aktie von Energiekontor, die aktuell etwa acht Euro kostet, sehen wir bei 16 Euro fair bewertet. Umweltkontor kostet zurzeit sieben Euro. Hier lautet unser fairer Wert zehn Euro. Plambeck dürfte seinen aktuellen Kurs von knapp 20 Euro bis zum Jahresende halten.

FTD: Und die Hardwarehersteller?

Wulf: Nordex hat für uns beim Kurs von 6,63 Euro einen fairen Wert von 10,50 Euro. Vestas liegt mit rund 240 DKK weit über unserem fairen Wert von 175 DKK. Der Wert ist schlichtweg zu gut gelaufen. Für NEG Micon veranschlagen wir einen fairen Wert von 255 DKK, was in etwa dem derzeitigen Kursniveau entspricht.

FTD: Und Repower? Kommt das IPO zur rechten Zeit?

Wulf: Das Umfeld ist nicht optimal, aber auch nicht dramatisch schlecht. Der Börsengang ist zu diesem Zeitpunkt durchaus vertretbar. Repower ist gut aufgestellt und verfügt über ein solides Management. Die Hamburger sind Entwickler, Hersteller und Projektierer in einem - ein neuer Ansatz auf dem Markt.

Gruß
Happy End
ftd.de
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