Wie blöd darf ein Handelsblatt-Autos sein?


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Libuda:

Wie blöd darf ein Handelsblatt-Autos sein?

 
10.09.09 22:10
Laufen da einschließlich des Chef-Redakteurs nur noch Unfähige herum, wenn man in diesem Blatt folgendes schreiben darf: "Die Verzinsung der Anleihe soll laut Bankern 0,2 bis 0,25 Prozentpunkte unter dem dreijährigen Dollar-Swap-Satz liegen. Dieser Satz ist ein Referenzzins für US-Banken. Gestern lag er bei 1,83 Prozent."

Das stammt aus folgendem Artikel:

10.09.2009, 17:06 Uhr
Neue Anleihe
Deutschland leiht sich Geld in Dollar
von Andrea Cünnen
Vor vier Jahren begab der deutsche Staat erstmals Anleihen, die auf Dollar lauteten. Jetzt kommt die Finanzagentur des Bundes mit einer Neuauflage auf den Markt. Das Papier mit einer Laufzeit von drei Jahren wird voraussichtlich ein Volumen von fünf Mrd. Dollar haben. Mit der Emission in der US-Währung spart der Bund Zinskosten.

FRANKFURT. Die Bundesrepublik Deutschland betritt am Kapitalmarkt seltenes Terrain: Sie will ihre zweite Staatsanleihe begeben, die auf Dollar lautet. Damit will der Bund Zinskosten sparen und neue Investoren für seine Anleihen gewinnen. Die erste Dollar-Anleihe hatte Deutschland vor mehr als vier Jahren begeben.

Der neue Dollar-Bond wird nach Angaben der für Deutschlands Refinanzierung zuständigen Finanzagentur eine Laufzeit von drei Jahren haben. Das Volumen steht offiziell noch nicht fest. Im Handel werden aber fünf Mrd. Dollar als wahrscheinlich angesehen. Dieses Volumen hatte auch die erste Dollar-Anleihe, die im kommenden Juni fällig wird. Die Verzinsung der Anleihe soll laut Bankern 0,2 bis 0,25 Prozentpunkte unter dem dreijährigen Dollar-Swap-Satz liegen. Dieser Satz ist ein Referenzzins für US-Banken. Gestern lag er bei 1,83 Prozent.
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Libuda:

Das soll logischerweise keine Handelsblatt-Auto

 
10.09.09 22:11
sondern ein Handelslbatt-Schreiberling sein.
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Der_Local:

Wo liegt das Problem?

 
10.09.09 22:14
Was soll an diesem Artikel falsch sein?
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Libuda:

Der Swapsatz ist kein Referenzzins

 
10.09.09 22:20
sondern die Differenz zwischen einem Devisen-Kassakurs und einem Devisenkurs, der durch die Zinsunterschiede zwischen zwei unterschiedlichen Währungsräumen bestimmt wird.
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Libuda:

Aber auch FAZ und WELT sind nicht besser

 
10.09.09 22:44
und das Trio der Unfähigkeit komplett zu machen.

Dass allerdings auch ein Barclays-Analyst keine Ahnung hat, ist jedoch  ein starkes Stück - und auf diesen unfähigen David Woo beziehen sich in ihrem Artikel sowohl Zschäpitz von der Welt als auch Tigges von der FAZ. In der Welt kann man  z.B. lesen.

"An den Terminmärkten spielt sich ein wahres Drama um den Dollar ab", sagt David Woo, Analyst bei Barclays Capital in London. Hätten die Akteure noch vor Kurzem auf Sicht von zehn Jahren mit einem Euro-Stand von 1,19 Dollar gerechnet, prognostizieren sie nun für das Jahr 2019 ein Niveau von 1,53 Dollar.

Die Hauptursache für den Anstieg von 1,19 auf 1,53 ist, dass auch der Kassakurs von 1,25 auf 1,45 gestiegen ist. Damit sind wir bei der ersten Komponente des Terminkurses. Darüber hinaus gibt es nur noch einen weiteren Faktor: die Zinsdifferenz zwischen Euroland und den USA, die sich im Swapsatz niederschlagt. Somit bildet sich der Terminkus des Euro aus dem Kassakurs minus Swapsatz (wenn die Zinsen in Euroland höher sind als in den USA) oder dem Eurokurs plus Swapsatz (wenn die Zinsen in Euroland niedriger sind als in den USA).


Mit langfristigen Aussichten, wie das z.B. der Tigges in der FAZ behauptete, hat das also nicht das geringste zu tun. Basis für den Terminkurs ist der jeweilige Kassakurs und der von den Zinsunterschieden bestimmte Swapsatz. Wenn momentan also der Eurokurs-Terminkurs von 1,53 einen Aufschlag (Report) von 0,08 gegenüber dem Kassakurs von 1,45 hat, deutet das daraufhin, dass im zehnjähringen Zinsbereich die Zinsen in Euroland geringfugig niedriger sind als in den USA. Diese Zinsdiffernenz kann man z.B. über den Swapsatz zurückrechnen: 0,08 sind beogen auf den Kassakurs von 1,45 = 5,5%. Verteilt auf 10 Jahre ergeben diese 5,5% (ohne den Zinseszinseffekt zu berücksichtigen) eine Zinsdifferenz im 10-jährigen Zinsbereich von ca. 0,5%, die allein den Unterschied zwischen dem Kassakurs von 1,45 und 1,53 bestimmte. Im März lag dagegen bei einem Terminkurs von 1,19 der Kassekurs auf jeden Fall höher, also z.B. bei 1,25. Damals lagen die Zinsen in Europa im zehnjärigien Bereich noch über denen der USA, sodass wir einen Deport vom damaligen Kassakurs hatten.
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Libuda:

Und falls ein Zinsswap gemeint sein sollte

 
10.09.09 23:08
ist das die Differenz zwischen einem Festzins und einem variablen Zins, aber kein Referenzzinssatz.
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