vorab: wenn du die anLEIHE BIS ZUM lAUFZEITENDE HÄLST, hast du kein Kursrisiko. Willst du vorher verkaufen, kann es passieren das die Anleihe teurer oder billiger ist. DIe Zinszahlung bleibt bei den Festverzinslichen in jedem Fall gleich. Die variablen dagegen orientieren sich meist an den Euribor.
Anlegen mit Zinsinstrumenten
Von Christof Leisinger
Immer, wenn es gerade wieder einmal an den Weltfinanzmärkten kriselt, setzt der Run auf Anleihen - auch festverzinsliche Wertpapiere genannt - ein. Wieso ist das so, wie funktionieren sie, welche Typen gibt es, sind sie wirklich sicher und überhaupt: ist Anleihe auch gleich Anleihe? FAZ.NET gibt auf viele Fragen genauso viele Antworten.
Genau genommen ist eine Anleihe nichts anderes als ein Kredit in verbriefter und handelbarer Form. Dabei ist der Käufer der Gläubiger, während der Emittent der Schuldner ist. Der verpflichtet sich, am Ende der Laufzeit das geliehene Kapital zurück zu zahlen und während der Laufzeit für eine vereinbarte Verzinsung zu sorgen. Als Emittenten treten in der Regel einzelne Firmen, öffentlich-rechtliche Körperschaften, Länder und Staaten oder sogar internationale Organisationen auf.
Wie sieht das konkret aus? Kommt beispielsweise eine neue Anleihe auf den Markt, so orientieren sich die Details an den aktuellen Bedingungen an den Finanzmärkten. Möchte etwa die Bundesrepublik Deutschland 20 Millionen Euro für zehn Jahre aufnehmen, so wird sie die aktuellen Konditionen an den Kapitalmärkten dafür zahlen müssen. Liegt der Zinssatz gerade bei etwa fünf Prozent, so wird die Spezifikation lauten: Kupon fünf Prozent, Laufzeit zehn Jahre, Stückelung 2.000 Euro, Ausgabepreis 100 Prozent.
Das heißt, der Anleger kann nominal 2.000, 4.000, 6.000 Euro und so weiter zeichnen, erhält jedes Jahr einen Zins in Höhe von fünf Prozent auf den angelegten Betrag und am Ende der Laufzeit erhält er sein Kapital zurück. Das mag zunächst einfach und sicher klingen, trotzdem sollte der Anleger verschiedene kritische Punkte nicht aus den Augen verlieren.
Kritische Punkte
In erster Linie sollte er darauf achten, auf wen sich die Anleihe bezieht - oder: wer ist der Schuldner. Die größte Sicherheit bieten hier Anleihen westlicher Staaten, wie die Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland oder die „Treasuries“ der USA. Bei diesen gehen die Märkte von einer absolut sicheren Zahlungsfähigkeit aus. Schwieriger wird es dagegen bei Anleihen, die von Unternehmen emittiert wurden oder bei Ländern mit geringerer Schuldnerqualität. Die wird von unabhängigen Agenturen eingeschätzt und schlägt sich im so genannten „Rating“ nieder. Ein „AAA-Rating“ steht für sehr gute Qualität, während ein „C“ für ein relativ hohes Kreditrisiko steht. Vorsichtig sollte er sein, wenn kein Rating verfügbar ist.
Daneben sollte er relativ sicher sein, sein Geld auch für die vollen zehn Jahre anlegen zu wollen. Denn natürlich reagiert der Wert einer Anleihe unmittelbar auf Veränderungen in der Zinslandschaft. Steigen die Zinsen, fällt der Wert der Anleihe. Fallen sie dagegen, so steigt ihr Wert. Rechnet ein Investor damit, die Anleihe nicht bis zum Verfall halten zu können, so geht er also neben dem Kreditrisiko auch ein Zinsänderungs- oder Kursrisiko ein. Denn sind in der Zwischenzeit die Kapitalmarktzinsen gestiegen, so hat die Anleihe an Marktwert verloren und liegt unter dem Preis, zu dem er eingestiegen war.
Als dritter Punkt bleibt das Grundproblem jeder Anlageform - nämlich die Inflation - zu berücksichtigen. Ferner hat er bei Anleihen in Fremdwährung das Währungsrisiko in seine Überlegungen einzubeziehen.
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das Zentrum der Macht
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