Langsam wächst sich die Enronitis zu einer handfesten Neurose aus: Auch am Donnerstag ist an der Wall Street kein Impuls in Sicht, der die Skepsis der Anleger vertreiben könnte. Schlimmer noch: Der pessimistischen Cisco-Ausblick könnten vor allem Technologie-Werte einen weiteren Tiefschlag versetzen. Schwache europäische Vorgaben und die Futures von Dow und Nasdaq sprechen ebenfalls für einen schwachen Handelsauftakt.
Seit der Enron-Krise beschäftigt die Anleger eine Frage: Beleibt es bei kleineren Nachbeben, oder kommt ein Big-Bang. Die Börsen haben das Vertrauen in Bilanzen verloren, selbst solide Unternehmen werden nun skeptisch beäugt. Künstlich hohe Dividendenzahlungen, geschönte Bilanzen und überzogener Optimismus rächen sich.
Nicht nur, dass die US-Aktien bereits historische hohe Kurs-Gewinnverhältnisse verzeichnen. Doch das Problem ist hausgemacht. Jahrelang wurde es akzeptiert, dass die Unternehmen viele Kosten als "einmalige Belastungen" deklarierten. So konnte die Gewinn- und Verlustrechnung geschönt werden. Die tatsächlichen Gewinne waren und sind also niedriger, und damit dürfte das das reale Kurs-Gewinnverhältnis noch höher liegen. Nicht gerade attraktiv für Anleger - entsprechend wird der Börsentrend weiter abwärts zeigen.
Blues-Stimmung bei Tech-Werten
Weiteres Börsengift liefert der Netzwerkausrüster Cisco . Zwar liegt der Quartalsgewinn über den Erwartungen. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erträge seit fünf Quartalen in Folge schrumpfen. Zusätzlich spricht das enttäuschende Verhältnis von Neubestellungen und Auslieferungen für ein weiteres schwaches Quartal. Damit nicht genug, auch die zukünftige Marktssituation wird von Ciso-Chef John Chambers als schwierig bezeichnet. Die hoch bewertete Aktie wird sich so kaum halten können.
Bilanztrick-Verdächtig ist auch der Telekom-Dienstleister Worldcom . An der Wall Street munkelt man, Worldcom würde Umsatzzahlen bei Bedarf von einem Quartal zum anderen verschieben. Angeblich sollen wegen derartiger Vermutungen sogar die Telekom-Giganten Verizon und SBC Communications eine geplante Übernahme von Worldcom ad acta gelegt haben. Kein Wunder, dass die vor Börsenbeginn veröffentlichten Quartalszahlen mit Argusaugen beobachtet wurden. Grund zur Beanstandung gibt es aber wenig: Auch wenn der Gewinn je Aktie knapp unter den Analystenprognosen liegt, sind die Zahlen nicht so schlecht, um die bisherigen Notierungsverluste zu rechtfertigen. Wenn sich die Skepsis gelegt hat, sollte die Aktie Kurspotential haben.
Kein Drama, aber ein schlechter Impuls für Immunex - und Amgen -Aktien: Die US-Kartellbehörden werden die geplante Übernahme des Biotech-Unternehmens Immunex durch den Konkurrenten Amgen genauer unter die Lupe nehmen. Die Federal Trade Commission (FTC) habe zusätzliche Informationen angefordert und die Untersuchungszeit verlängert, so die Unternehmen. Möglich, dass die beiden Partner ihren Hochzeitstermin nach hinten verschieben müssen. Auch, wenn sie betonen, dass sie weiter damit rechnen, dass das Fest im zweiten Halbjahr 2002 statt findet.
Kein Ende der Misere an den US-Börsen: Auch am Donnerstag wird der Fahrtstuhl abwärts gehen. Die Furcht vor allzu kreativer Bilanzführung lastet immer noch auf den Aktienmärkten, und die Unternehmensnachrichten liefern auch keinen Anlass zur Freude.
Seit der Enron-Krise beschäftigt die Anleger eine Frage: Beleibt es bei kleineren Nachbeben, oder kommt ein Big-Bang. Die Börsen haben das Vertrauen in Bilanzen verloren, selbst solide Unternehmen werden nun skeptisch beäugt. Künstlich hohe Dividendenzahlungen, geschönte Bilanzen und überzogener Optimismus rächen sich.
Nicht nur, dass die US-Aktien bereits historische hohe Kurs-Gewinnverhältnisse verzeichnen. Doch das Problem ist hausgemacht. Jahrelang wurde es akzeptiert, dass die Unternehmen viele Kosten als "einmalige Belastungen" deklarierten. So konnte die Gewinn- und Verlustrechnung geschönt werden. Die tatsächlichen Gewinne waren und sind also niedriger, und damit dürfte das das reale Kurs-Gewinnverhältnis noch höher liegen. Nicht gerade attraktiv für Anleger - entsprechend wird der Börsentrend weiter abwärts zeigen.
Blues-Stimmung bei Tech-Werten
Weiteres Börsengift liefert der Netzwerkausrüster Cisco . Zwar liegt der Quartalsgewinn über den Erwartungen. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erträge seit fünf Quartalen in Folge schrumpfen. Zusätzlich spricht das enttäuschende Verhältnis von Neubestellungen und Auslieferungen für ein weiteres schwaches Quartal. Damit nicht genug, auch die zukünftige Marktssituation wird von Ciso-Chef John Chambers als schwierig bezeichnet. Die hoch bewertete Aktie wird sich so kaum halten können.
Bilanztrick-Verdächtig ist auch der Telekom-Dienstleister Worldcom . An der Wall Street munkelt man, Worldcom würde Umsatzzahlen bei Bedarf von einem Quartal zum anderen verschieben. Angeblich sollen wegen derartiger Vermutungen sogar die Telekom-Giganten Verizon und SBC Communications eine geplante Übernahme von Worldcom ad acta gelegt haben. Kein Wunder, dass die vor Börsenbeginn veröffentlichten Quartalszahlen mit Argusaugen beobachtet wurden. Grund zur Beanstandung gibt es aber wenig: Auch wenn der Gewinn je Aktie knapp unter den Analystenprognosen liegt, sind die Zahlen nicht so schlecht, um die bisherigen Notierungsverluste zu rechtfertigen. Wenn sich die Skepsis gelegt hat, sollte die Aktie Kurspotential haben.
Kein Drama, aber ein schlechter Impuls für Immunex - und Amgen -Aktien: Die US-Kartellbehörden werden die geplante Übernahme des Biotech-Unternehmens Immunex durch den Konkurrenten Amgen genauer unter die Lupe nehmen. Die Federal Trade Commission (FTC) habe zusätzliche Informationen angefordert und die Untersuchungszeit verlängert, so die Unternehmen. Möglich, dass die beiden Partner ihren Hochzeitstermin nach hinten verschieben müssen. Auch, wenn sie betonen, dass sie weiter damit rechnen, dass das Fest im zweiten Halbjahr 2002 statt findet.
Kein Ende der Misere an den US-Börsen: Auch am Donnerstag wird der Fahrtstuhl abwärts gehen. Die Furcht vor allzu kreativer Bilanzführung lastet immer noch auf den Aktienmärkten, und die Unternehmensnachrichten liefern auch keinen Anlass zur Freude.