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"Die Konjunktur kommt in Fahrt. Jetzt entbrennt die Debatte um den Ausstieg aus der Anti-Krisenstrategie mit billigem Geld und Staatshilfen. Notenbanken müssen die überschüssige Liquidität wieder einsammeln - sonst droht die nächste Billionenblase. Doch der Exit gestaltet sich komlipiziert.
Berlin - Volkswirte sprechen von "unkonventionellen Maßnahmen": Gemeint sie die beherzten Eingriffe, mit denen Regierungen und Notenbanken der Industriestaaten die Wirtschaft in der Finanzkrise stabilisierten. Dank Abwrackprämie, Investitionen in neue Straßen und anderen Konjunkturprogrammen gelang es, die einbrechende Nachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten zumindest einigermaßen aufzufangen.
Gleichzeitig fluteten die Notenbanken die Geldmärkte mit vielen Milliarden Dollar, Euro und Yen, um die Finanzmärkte vor dem Austrocknen zu bewahren. Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers galt es zum einen, in Schieflage geratene Geldhäuser zu stützen. Zum anderen wurden jene Finanzmittel bereitgestellt, welche die Banken sich normalerweise untereinander leihen. Denn kaum ein Institut traute noch dem anderen.
Doch angesichts der ersten Zeichen für eine Konjunkturerholung warnen Fachleute nun vor einem neuen Problem: Was soll mit all den Milliarden passieren, welche Notenbanken und Regierungen in die Märkte gepumpt haben? Droht gar eine neue Billionen-Blase? Oder eine Mega-Inflation? Oder eine Mega-Verschuldung der Staaten?
Fest steht: Blaupausen für den geordneten Rückzug werden dringend gesucht - die Rede ist von sogenannte Exit-Strategie. Denn inzwischen sind schon die ersten Deformationen erkennbar: Banken nutzen das billige Geld für Spekulationen und sind schon wieder im Begriff, die nächste Blase zu erzeugen. Speziell an den Rohstoffmärkten schießen die Preise mit atemraubendem Tempo in die Höhe. Selbst die Vorsichtigen scheffeln Gewinne, indem sie mit geliehenem Geld von der Notenbank Staatsanleihen kaufen und die Zinsdifferenz kassieren.
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"Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!" (Erich Kästner)