Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Die bürgerliche Koalition aus CDU/CSU und FDP hat bei der gestrigen Wahl doch noch eine Mehrheit zustande gebracht. Für mich nach den bisherigen Meinungs-Vorhersagen eigentlich überraschend. Denn bisher haben prognostizierte Mehrheiten für Schwarz-Gelb bei den letzten Wahlen zu einer Propaganda-Offensive der SPD unter Gerhard Schröder geführt. Letztendlich wurde damit die prognostizierte Mehrheit von Schwarz-Gelb wieder neutralisiert. Man hat also diesen Popanz als Mittel dazu verwendet, um seine eigene (eigentlich frustierte) Wählerschaft zur Wahlurne zu bewegen.
Diesmal ist diese Strategie schief gegangen.
Die sich daraus ergebende Situation ist zwiegespalten:
Auf der einen Seite scheint damit die sich die letzten Jahre fortsetzende Annäherung der Positionen der Union an die SPD --- sprich Sozialdemokratisierung der CDU/CSU --- beendet zu sein. Der pro-FDP Flügel der Union (Wirtschaftsausschüsse etc) kann sicherlich gut mit den FDP-Positionen harmonieren. Obwohl beim Thema Monetarismus müssen wohl Beide stärker in sich gehen --- hier muss wohl die Erkenntnis reifen, dass das derzeitige Geld-System nicht besser ist als ein staatlich verordneter 5-Jahresplan. Diese Lehren müssen wohl viele Marktwirtschafter ziehen --- der Monetarismus ist nichts Weiteres als staatlich verordnete Geldversorgung der Wirtschaft. Also Sozialismus durch die (kapitalistische) Hintertür.
Auf der anderen Seite war die Politik der Verfechter der Einschränkung von Bürgerrechten zwischen CDU/CSU und SPD eher uniform. Beide bestreiten den mündigen Bürger und wollen ihn durch schärfere Gesetze unter ihre Kontrolle bringen. Sicherlich aus unterschiedlichen Beweggründen --- aber im Ergebnis gleich.
Die Union hat demnach eine pro-FDP Position (alias Wirtschafts-Politik im weiteren Sinne) als auch ein kontra-FDP Position (als der Verfechter der Einschränkung von individuellen Freiheiten).
Die Union als Law-and-Order Partei ist jedoch faktisch schon seit mehreren Jahren passe. Man schaue sich nur einmal die Körpersprache der beiden Repräsentanten der inneren (Innenminister) und äußeren Sicherheit (Verteidigungsminister) an: Ehrlich gesagt ein Häufchen Elend. Auf der einen Seite wurde ein eigentlich als südwestdeutscher Liberaler bekannter Politiker plötzlich Innenminister, auf der anderen Seite ein in einer Herkules-Maschine nach Afghanistan ängstlich Fliegender Verteidigungsminister. Hand aufs Herz: Repräsentieren diese beiden Individuen die Staatsmacht nach Innen und nach Außen ?
Natürlich nicht. Deshalb muss die Union hier dringend aktiv werden. Law-and-Order Vertreter gab es in der Vergangenheit ja bereits genug: Man denke hier an Manfred Kander oder Manfred Wörner.
Unabhängig von dem wirtschaftlichen Umfeld ist es notwendig, Bevölkerungs-Gruppen mit den verschiedenen Themen für sich zu vereinnahmen. Hier hilft einfach nur Polarisierung, d.h. Gruppierung der Schafe.
Warum ? Weil die wirtschaftliche Situation in Wirklichkeit katastrophal ist und jeglicher Versuch der Beruhigung der Bevölkerung nicht geglaubt wird. Ich vermute, dass die wirtschaftlichen Parameter nach dieser Wahl nach unten zeigen werden ohne dass dies Einfluss auf die neue Regierung haben wird. Die schlechten Daten sind für Jeden auf der Straße bereits eingepreist.
Womit müssen wir die nächsten Monate rechnen: Auf der einen Seite wird der für Deutschland schon peinlich werdende Abgang von Peer Steinbrück die Schweiz und andere Länder aus dem Blickfeld der Politik verschwinden lassen. Auf der anderen Seite muss sich die Politik überlegen, wie sie das Genick der staatserpressenden Banker wie J: Ackermann ohne Risiko eines System-Kollapses brechen kann. Der größte populistische Schachzug für die Politik wäre sicherlich, den Ackermann genauso wie den Zumwinkel in seiner Villa öffentlichkeitswirksam verhaften zu lassen. Geheimdienste, um hier fündig zu werden, hat die Bundesrepublik Deutschland bereits ausreichend. Vielleicht kann man bei dieser Gelegenheit auch noch die Vertreter des Imperiums, d.h. Goldman Sachs und JP Morgan Repräsentanten in Deutschland neutralisieren. Dazu fehlt aber noch der richtige Law-and-Order Instinkt. Eine Jagd auf die Repräsentanten des Beute-Kapitalismus würde zudem die Position der Partei DIE LINKE wieder schwächen --- im Prinzip hat Oskar Lafontaine mit seiner Partei die Law-and-Order Positionen der Union vereinnahmt. Die Banker haben zudem in den letzten Monaten soviel Verbrechen begangen, dass ein Vorgehen gehen diese Kaste nicht nur durch die Partei DIE LINKE gefordert werden kann.
Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten
Der Gold-Preis war heute noch durch die Ereignisse am Donnerstag und Freitag letzter Woche geprägt. Zu stark waren die beiden Abwärtsbewegungen, um wieder zur Tagesordnung zurückkehren zu können.
Es herrscht im Markt außerdem Unsicherheit darüber, ob das Gold-Kartell nun wirklich über zusätzlich 400 Tonnen physisches Gold des IWF verfügen kann oder nicht. Die Aktionen der letzten Tage lassen darauf schließen, dass dieses Gold existiert und von Goldman (Government) Sachs und anderen eingesetzt wird.
Dementsprechend vorsichtig verlief die heutige Entwicklung an den Märkten. Gold startete unverändert in den Handel in Asien. Auch am Vormittag in London tat sich nicht viel. Der A.M. Fix kam mit $990,50 (EUR 676,94) quasi unverändert zum Schlusskurs am letzten Freitag zustande. Aber im Vergleich zum letzten A.M. Fix musste Gold knapp $7 abgeben.
Auch am Nachmittag herrschte Vorsicht. Gold konnte zwar nach Beginn des Handels an der COMEX die Marke von $994 erreichen. Hier war jedoch erst einmal Schluss. Zum P.M. Fix stand Gold wieder auf $991,75 (EUR 676,59), was weiterhin einen starken Druck am physischen Markt signalisierte. Die Käufer aus Indien sind zwar heute wegen eines Feiertages ausgefallen, aber der Druck auf den Gold-Preis im physischen Markt bestätigt die Position, dass doch neue 400-oz Barren auf den Markt geworfen wurden. Also vielleicht doch IWF-Gold ?
Gegen 18:00 Uhr MEZ konnte Gold mit $996 seinen Tageshöchststand erreichen, dieses Niveau zum Ende des Handels allerdings nicht halten. Gold beendete den Handel an der COMEX in New York mit $992,80.
Die Aktien-Märkte reagierten heute weltweit uneinheitlich. Während in Japan der Aktienindex um über zwei Prozent einbrach, ging es in Europa mit mehr als zwei Prozent kräftig aufwärts. Auch die US-Märkte stiegen über einen Prozent. Die WELT AM SONNTAG warnt inzwischen die Schafe vor einer Herdenbewegung in Richtung Aktienmärkte. Zu Recht.
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"Die Börse reagiert nur zu 10% auf Fakten, der Rest ist Psychologie!" (Kostolany)
"Selten war mehr als ein Zehntel der Bevölkerung an dem beteiligt, was man Geschichte zu nennen pflegt!" (Samhaber)