Die Probleme von "Germany's Big Government" scheinen täglich zu wachsen. Auf der einen Seite wird die Finanzierung an den Kapital-Märkten trotz gegenseitiger Rückendeckung der verschiedenen Zentralbanken (= Monetarisierung) immer schwieriger. Auf der anderen Seite wachsen die Defizite bedingt durch die Wirtschafts-Krise in astronomische Höhen, und es wird kein Weg heraus aus dieser Haushalts-Krise sichtbar.
Da scheinen nun selbst die Politiker der CDU massiv Steuererhöhungen zu planen, obwohl die dabei erzielbaren Einnahmen wohl nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein würden. In der heutigen Printausgabe des DER SPIEGEL werden die Probleme sichtbar dargestellt. So droht für dieses Jahr eine Nettokreditaufnahme des Bundes von 47,6 Mrd Euro, während im nächsten Jahr bereits 86,1 Mrd Euro erwartet werden. Dabei sind noch nicht einmal die Haushalte der Bundesländer und Kommunen berücksichtigt, denen wohl im verstärktem Mass die Einnahmen aus Gewerbe-Ertragssteuern wegbrechen dürften. Von den zusätzlichen Lasten der Länderhaushalte bedingt durch die Probleme bei den diversen Landesbanken einmal ganz zu schweigen.
Auf der Gegenseite stehen die erwarteten Mehreinnahmen der Steuererhöhungs-Vorschläge. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 19 auf 25 Prozent würde nach Berechnungen zu jährlichen Mehreinnahmen des Bundes von ca 25 Mrd Euro führen, eine Abschaffung des ermässigten Mehrwertsteuersatz (z.Zt. 7 Prozent) dagegen ca 14 Mrd Euro. Eine Reichensteuer würde ledigich zusätzliche Einnahmen von 2 Mrd Euro in die Kasse spülen. Selbst mit der Summe dieser Massnahmen kann man den Haushalt auch nicht nur annähernd in den Griff bekommen.
Man muss vielmehr bei Durchsetzung dieser Steuererhöhungen damit rechnen, dass die Konjunktur in noch viel stärkerem Masse abgewürgt wird. Die Abschaffung des ermässigten Mehrwertsteuersatzes würde gerade die Familien besonders hart treffen, die ein Grossteil ihres Budgets in Lebensmittel stecken. Ein Preiserhöhung von über 11 % könnte hier nicht so einfach geschultert werden, da die betroffene Ziel-Gruppe sowieso mit ihrem verfügbaren Einkommen an der Grenze angelangt ist. Das heisst ein Konsum-Verzicht wäre wohl die Konsequenz. Damit könnte der Bund zwar seine Einnahmen um immer noch schätzungsweise 10 Mrd Euro ausweiten, aber der Umsatzverlust i.H.v. 10 Mrd Euro würde dann die Händler und Produzenten mit voller Wucht treffen.
Wie vehement haben die Politiker noch vor kurzem ihre Milliarden- oder sogar Billionen-schweren Konjunktur-Programme damit begründet, dass man nicht nach Brüning'scher Art den Staat in einer Krise kaputtsparen darf. Und so wollte man Alles und jeden Retten. Nachdem nun das Pulver des Staates zum Grossteil verschossen ist, will man in hektischer Panik vor den Konsequenzen --- sprich Staatspleite --- eine 180 Gradwende einleiten. Kräftige Steuererhöhungen bedeuten für den Bürger nämlich das Gleiche wie abnehmende konsumtive Ausgaben des Staates für seine Bürger: Kaputtsparen nach Brüning'scher Art eben. Man hätte sich eben früher überlegen müssen, das Geld nicht in weiterhin darbende Banken, die Beglückung der Bürger mit sinkenden Krankenversicherungs-Beiträgen oder in die Abwrack-Prämie zu stecken, die zum Grossteil ausländischen Fahrzeugherstellern zu Gute kommt.
So begeht die Politik schliesslich einen Fehler nach dem anderen. Der Grund für diese Kehrwende liegt auf der Hand: Die Möglichkeiten der Staatshaushalte, weitere Schulden zu Schultern, nähern sich dem Ende. Das konnte man an der heutigen Versteigerung von 5 Mrd Euro kurzfristiger Schatzanweisungen des Bundes ("Bubills") beobachten.
Nun gab es für die 5 Mrd Euro Emission zwar Gebote von immerhin 4,930 Mrd Euro (also es fehlten lediglich 70 Mio Euro). Davon waren aber 3,6 Mrd Euro Renditegebote. So betrug die Zuteilung lediglich 3,585 Mrd Euro, während den Rest der Emission von 1,415 Mrd Euro --- verniedlichend als "Marktpflegequote" bezeichnet --- die Bundesbank erst einmal in ihre Bücher genommen hat. Anscheinend beträgt nicht nur der geographische Abstand zwischen Finanzagentur und der Bundesbank lediglich "einen Steinwurf".
Diese Entwicklung ist sehr gefährlich, da die Investoren in der Vergangenheit kurzfristige Staatsanleihen bevorzugt haben, um Gelder möglichst liquide kurzfristig zu parken.
Auch von dem Gold-Markt kommen beunruhigende Nachrichten. So berichtet Jim Sinclair auf seiner Seite www.jsmineset.com, dass an der COMEX 100oz-Barren an die Eigentümer ausgeliefert wurden, aber die Serien-Nummern mit dem Lagerschein nicht übereinstimmten. Bisher wurde die Form "allocated Gold" als sicher für die Eigentümer angesehen. Beim "allocated Gold" besitzt der Eigentümer einen bestimmten, mit der Seriennummer, dem Feingoldgehalt und dem Hersteller des Barrens versehenen Lagerschein. Diesen Lagerschein kann er jederzeit gegen genau den Gold-Barren eintauschen, der auf seinem Lagerschein vermerkt wurde. Damit sollten eigentlich Manipulationen, wie sie beim "unallocated Gold" vorkommen, ausgeschlossen werden. Beim "unallocated Gold" besitzt der Eigner nur das Recht auf einen Gold-Barren. Dieser Gold-Barren kann dabei existieren oder nicht. Viele Banken und Handelshäuser (z.B. kitco.com) lagern aber kein wirkliches Gold, sondern sichern sich nur mit Derivate-Geschäften gegen Preis-Steigerungen ab. Das "unallocated Gold" ist damit nur wie Papier-Gold. Mit diesem Trick haben insbesondere die grossen Preis-Drücker JP Morgan, HSBC und Deutsche Bank Gelder der Investoren, mit denen eigentlich physisches Gold gekauft werden sollte, zurück in den Papier-Markt umgelenkt. Das Geld floss direkt den Banken zu und die Versicherung gegen einen Gold-Preisanstieg erfolgte über Derivate.
Man schätzt, dass ein Vielfaches der real vorhandenen Investoren-Goldmenge in Form solcher Gold-Konten verkauft wurde. Im Notfall ist dieses Gold für die Investoren verloren, da die Banken diese riessige Menge nie auf dem physischen Gold-Markt aufkaufen könnten.
Zurück zum "allocated Gold": Diese Form der Lagerung wird nicht nur an der COMEX, sondern auch bei den mehrere tausend tonnenschweren ETFs verwendet. Auch bei den ETFs wird die Serien-Nummer, der Feingold-Gehalt und der Hersteller des 400oz-Barrens vermerkt und ist für die Investoren jederzeit einsehbar. Wenn sich die Banken aus diesem "allocated Gold" zur Drückung des Gold-Preises bedienen sollten, dann sind die notierten Barren weg. Sollten sie den Investoren ausgeliefert werden, dann können die Daten auf den Lagerschein nicht mehr stimmen. Denn jeder 400oz bzw 100oz Barren hat seine eigene DNA, an der man ihn zweifelsfrei wiedererkennen kann.
Gold-Kartell Bank HSBC betreibt eine der grossen Lagerstätten für den über 1.000 Tonnen schweren GLD ETF in London. Auch wenn man die Nachricht von Jim Sinclair anzweifel sollte, dann verbleibt trotzdem ein hohes Restrisiko, dass das physische Gold zum Teil gar nicht mehr vorhanden ist. Dieses Risiko sollte kein Investor eingehen, so dass ich dringend empfehle, sich das Gold bei den ETFs ausliefern zu lassen. Oder die ETF-Anteile zu verkaufen, um dafür physisches Gold --- durchaus 1kg, 100oz oder 400oz Barren je nach Beteiligung --- zu erwerben. Das gilt auch für Investoren, die ihr an der COMEX mit niedrigen Aufschlägen erworbenes Gold z.Zt. noch zu niedrigen Lagerkosten aufbewahren. Ansonsten riskiert man, Opfer einer verdeckten Form der Gold-Konfiskation zu werden.
Gold tendierte heute früh im asiatischen Markt einige Dollar leichter um die Make von $936. Im frühen Londoner Handel konnte sich Gold wieder stabilisieren und wurde zum A.M. Fix mit $939,75 (EUR 671,25) fixiert. Gegenüber A.M. Fix am letzten Freitag ist dies ein Rückgang von $3.
Im Nachmittags-Handel tendierte Gold fester und stand kurz vor Eröffnung der New Yorker COMEX bei $942. Daraufhin setzte eine erneute Preis-Drückung ein, die Gold in zwei Wellen bis auf $934 drückte. Der Grund ist schnell gefunden - zusätzliches physisches Material wurde in die Schlacht geworfen. Mit $935,50 (EUR 665,58) zum P.M. Fix schloss Gold im Londoner Handel. Dies ist ein Rückgang von $6. Zum Ende des Handels an der COMEX konnte sich Gold wieder erholen und dabei die Marke von $940 zurückgewinnen. Gegenüber dem COMEX-Schlusskurs vom letzten Freitag nur ein Unterschied im Cent-Bereich.
Der USDX war heute mit 79,9 praktisch unverändert. Ebenfalls unverändert tendierten die Renditen der 10-jährigen Treasuries mit 3,5 %. Der Quotient aus USDX und den Renditen stand heute bei 22,8.
www.hartgeld.com/Ziemanns-gold-news.htm
"Die Börse reagiert nur zu 10% auf Fakten, der Rest ist Psychologie!" (Kostolany)
"Selten war mehr als ein Zehntel der Bevölkerung an dem beteiligt, was man Geschichte zu nennen pflegt!" (Samhaber)