Da aus dem kleinen Goldthread immer so nette Kommentare kommen, die uns betreffen, will ich für Neueinsteiger (die Stammleser-und Poster wissen es ja bereits) die Begründung aufzeigen warum überhaupt in Gold-und Silber einsteigen?
Die Naivität der dort beheimateten Kommentatoren hat schon einen gewissen Unterhaltungswert. Gold ist schlichtweg Geld – richtiges Geld – und kein x-beliebiges Investitionsgut oder gar Rohstoff. Sicherlich wird sich auch bei den Edelmetallen durch Unwissenheit, Gewinnsucht und allgemeiner Gier in der Endphase eine Blase bilden, jedoch kehren die Edelmetalle immer wieder zu einem realen Wert zurück – anders bei Versprechen aus Papier.
Es ist ebenfalls richtig, dass z. B. die Goldmenge sich durch Förderung vergrößert, also inflationär ist, aber eben nur mit ca. 1,4 bis 1,8 % pro Jahr. Allenfalls ein Wert, der "inflationsbereinigt" dem durchschnittlichen Wachstum aller Industrienationen seit ca. 50 Jahren entspricht.
Gewinner eines kommenden Runs auf die Edelmetalle werden allerdings nicht der durchschnittliche Bürger sein, sondern private Investoren (Kleine wie Große) mit Weitblick und ökonomischen Grundkenntnissen.
Gold gilt als die Krisenwährung schlechthin. Es bleibt auch in den härtesten Krisen wertvoll.
Doch Vorsicht! Die/der Leser wird fast überall das Gegenteil hören in Form von:
"Wer Gold als Privatanleger physisch als Münzen oder Barren erwirbt, muss in der Regel erhebliche Differenzen zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs sowie Kosten für die Lagerung hinnehmen und außerdem ist es sehr schwankungsfreudig."
Ja – was soll ich da sagen? Da bin ich doch richtig froh darüber, dass Aktien, Anleihen und Geldmarktfonds diese sehr üblen Eigenschaften nicht besitzen, sondern immer nur steigen …
Sehr dumm ist allerdings, dass einige Aktien um über 90 % gefallen sind, dass Immobilienfonds nicht mehr ausgezahlt werden und Geldmarktfonds - die sicherste Anlage überhaupt - teilweise um über 40% gefallen sind. Wird das auch in der Regel immer erwähnt?
Wenn ich es richtig in der Erinnerung habe ist Gold ist in den letzten Jahren übrigens um das dreifache gestiegen. Aber solche Kleinigkeiten stören die meisten selbsternannten Experten ja nicht.
Der eigentliche Grund dürfte darin liegen, dass die Bank an Goldverkäufen nur einmal verdienen kann, bei den anderen Anlagen die Anleger aber permanent schröpfen wird.
Wer wirklich der Meinung ist Gold steuert auf eine Blase zu, dem ist – sorry – nicht ansatzweise zu helfen. Wenn die Unze Gold bei über 10.000 € steht, dann werde ich mich auch mal ansatzweise mit diesem Blasen-Gedanken beschäftigen. Aber zu diesem Zeitpunkt ist das Fiat Money schon längst den Weg allen irdischen gegangen.
Da ich gerade von Blasen sprach (..)
Die nächste Blase die angestochen wird und auch platzen wird sind die Staatsanleihen, erst später vielleicht das Gold, davon sind wir jedoch noch sehr weit davon entfernt.
Wie weit entfernt? Ein Rückblick erklärt folgendes: 1980 stand Gold schon bei über 800$ und jetzt dümpelt man bei unter 1000$. Also – Blasen sehen definitiv anders aus – denke ich.
Aktien sind momentan gerechnet in Gold schlicht zu teuer oder Gold noch zu billig. Bei einer Dow/Gold Ratio von 1 ist die Trendwende. Das war in 30-iger und in den 80-iger Jahren so.
Und wo stehen wir jetzt? Bei zehn. Was bedeutet dies? Entweder Gold verzehnfacht sich oder der Dow steht bei 900 Punkten. Dann ist die Zeit gekommen einen Teil des Goldes in Aktien anzulegen und keinen Tag vorher.
Allerdings könnte die ungehemmte Geldmengenflutung, bereits vorher einen weltweiten Crash auslösen, dessen Dimensionen vorangegangene geschichtliche Ereignisse bei weitem übertreffen.
Zurzeit befinden wir uns in einem internationalen Abwertungswettlauf bei dem immer mehr Anleger das Vertrauen in all die ungedeckten Papierwährungen verlieren. Eine gewisse Anzahl von systemkritischen Bürgern hat diese Entwicklung schon sehr frühzeitig wahrgenommen und in Eigenverantwortung gehandelt – andere zögern noch?
Wenn den letzten dieses Endgame vor der Türe steht, wird ihnen bewusst werden dass der innere Wert des Papiergeldes gleich Null ist. Doch dann ist es schon viel zu spät.
Totalverlust.
Ist leider etwas lang geworden – aber dafür vielleicht etwas tiefer im Bewusstsein beim lesen
Eine gute Nacht und ein schönes Wochenende an alle hier im Thread!
Das Wort "Wert-Papier" besteht aus zwei Substantiven, Wert und Papier, und wiederholt gehen diese Worte in der Geschichte getrennte Wege ...