www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/...tuerzen-1031563003
Finanzielle Repression wird verschärft
Inflation hat in letzter Konsequenz eine geistige Ursache. Entweder meint man in naiver Weise, dass die Volkswirtschaft durch ein Ausweiten der Geldmenge reicher gemacht werden kann, und dass sie die Geldmengenvermehrung unter dem Strich lohne, auch wenn die Inflation dadurch ansteigt. Oder man ist sich zwar sehr wohl bewusst, dass die Güterpreisinflation, herbeigeführt durch Geldmengenvermehrung, große volkswirtschaftliche Kosten nach sich zieht. Doch man sieht "höhere Ziele", die eine Inflation rechtfertigen: Inflation ist zwar ein Übel, jedoch es ist ein zu akzeptierendes Übel, um ein noch größeres Übel abzuwehren - wenn Krieg herrscht oder Finanz- und Wirtschaftskrisen wüten. Die letztgenannte Geisteshaltung - sie ist eine Form des Inflationismus - hat sich mittlerweile in den Köpfen der Menschen weit verbreitet.
Das erlaubt es den Zentralbanken die Geldpolitik zu verfolgen, die die Inflation in die Höhe treibt - und gleichzeitig die Zinsen auf sehr niedrigen Niveaus festzurren, so dass der Realzins (also der Nominalzins abzüglich der Inflation) negativ ist. Unter diesen Bedingungen entschulden sich die Staaten auf Kosten der Geldhalter. Die Inflation darf dabei jedoch nicht zu hoch werden. Denn dann würden die Menschen aus dem Geld "fliehen", es käme zu einem Ausverkauf auf dem Kreditmarkt. Um dann einen Anstieg der Zinsen noch zu verhindern, müsste die Zentralbank die angebotenen Schuldpapiere aufkaufen und mit neu geschaffenem Geld bezahlen. Eine wahre Abwärtsspirale käme in Gang: Die Geldmengenvermehrung verstärkt den Ausverkauf bei den Schuldpapieren, der wiederum eine Vermehrung der Geldmenge durch die Zentralbank zur Folge hat. Das ist ein Weg, wenn er nicht gestoppt wird, der geradewegs in die Hyperinflation führt.