KK2019: Wie die Inflation Zivilisationen zerstört:6 06:53 #318446
X-Events: Acht apokalyptische Szenarien
Vom Zusammenbruch des Internets bis zur Zerstörung der Welt durch Antimaterie: Ein Überblick über die wichtigsten X-Events.
3. Jeder gegen jeden: Das totale soziale Chaos
Das Szenario: Mit der Spaltung der USA in Nord-USA und Süd-USA kulminiert ein soziokultureller Zerfallsprozess, der sich lange schon abzeichnete: Die gesellschaftlichen Spannungen zerreißen die moderne Zivilisation. Die zunehmende Spaltung von Reich und Arm führt zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen. Der Zerfall des gesellschaftlichen Vertrauens und der demokratischen Institutionen ist die Folge. In Europa kommt es im Chaos der zerbröckelnden EU zur Sezession von Regionen, zu faschistischen Regimen und Massakern an Minderheiten. Nationalismus und Autoritarismus erleben eine Renaissance, als in den meisten Ländern militante Populisten von links und rechts die Macht übernehmen.
Die Kaskade: Die innere Zerstörung der Zivilgesellschaft ist in der Geschichte der Menschheit nichts Neues. Im 20. Jahrhundert führten gesellschaftliche Spaltungen und polarisierte Ideologien zu einem „Winter der Welt“ (der gleichnamige Roman von Ken Follett) durch Faschismus und Krieg. Länder wie Afghanistan, Kongo und Somalia zeigen heute, was passiert, wenn die fundamentalen Institutionen zerstört werden und die Zivilgesellschaft aufhört zu existieren. Sehen wir nicht jeden Tag Unruhen im Fernsehen, Aufruhr, Bürgerkriege? Und spricht nicht vieles dafür, dass alte Radikalismen eine Renaissance erleben, vom Islamismus über die linken Ideologien bis zum Neonazismus?
Der Resilienzfaktor: In vielerlei Hinsicht waren die 70er Jahre mit ihren Klassenkämpfen in Westeuropa und den blutigen Auseinandersetzungen in den Frontstaaten des Kalten Krieges womöglich gefährlicher als die neue Welt-Unordnung von heute. In den Schwellenländern haben sich heute Mittelschichten gebildet, die ein Interesse an Konfliktdämpfung und Stabilität haben. Protest hat zudem immer einen Evolutionseffekt: Im Zuge menschlicher Selbstorganisation entwickeln sich aus sozialen Protestbewegungen neue soziale Strukturen, die sich schließlich verstetigen – das zeigt die Geschichte der Jugendrebellion der 70er Jahre, aus der die Grünen hervorgingen. Auch die moderne Demokratie stammt ursprünglich aus Aufruhr und Rebellion. Deshalb kann es neben zu viel Aufruhr auch zu wenig geben: Erstarrte Gesellschaften sind viel zerbrechlicher als solche, in denen ständiger Protest und Widerspruch herrscht. Soziale Unruhen können auf paradoxe Weise soziale Stabilität befördern, statt sie zu zerstören.
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