Mediatisierung
Ein zentraler Punkt des Reichsdeputationshauptschluss war die Mediatisierung. Dies bedeutete, dass die Fürsten der abgetretenen linksrheinischen Territorien mit rechtsrheinischen Territorien “entschädigt” wurden. Dies geschah auf Kosten der geistlichen Staaten, die durch diese Regelung ihre Existenz verloren. Auch Reichsstädte und die kleinen reichsunmittelbaren Herrschaften waren von dieser “Flurbereinigung” betroffen. Sie wurden jeweils in ein größeres Territorium integriert, die somit zu größeren staatlichen Einheiten zusammengelegt wurden. Von der Mediatisierung konnten vor allem Preußen, Bayern, Württemberg und Baden profitieren. Dies war in Napoleons Interesse, da er mit diesen vergrößerten Staaten ein “Bollwerk” gegen den Feind Österreich aufbauen wollte.
Säkularisierung
Neben der Mediatisierung spielte die Säkularisierung eine wichtige Rolle: sie entzog den geistlichen Staaten ihre Herrschaftsrechte und verleibte sie in andere größere Territorien ein. Dies führte dazu, dass der kirchliche Einfluss in der Politik immer mehr zurückging. Kirche und Staat wurden zunehmend getrennt. Der kirchliche Besitz von Bistümern und Abteien wurde enteignet und einem anderen Territorium zugesprochen.
Folgen
Die Säkularisierung und Mediatisierung hatten weitreichende Folgen. Die “Kleinstaaterei” in Deutschland war vorbei – die Zahl der über 300 Klein- und Mittelstaaten schrumpfte auf ein Minimum. Außerdem wurde das Heilige Römische Reich 1806 aufgelöst, da Napoleon einige deutsche Staaten im Rheinbund zusammenschloss und diese von sich abhängig machte. Damit schaffte er eine “Pufferzone”, mit der er seine Vorherrschaft in Europa absichern konnte. Gleichzeitig wurden die Rheinbundstaaten umfassend modernisiert [Code civil]. Die territoriale Neuordnung war auch nach den Befreiungskriegen und dem Wiener Kongress 1815 nicht mehr rückgängig zu machen. Sie markierte den Beginn einer neuen Epoche.
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