Der Professor für internationale Volkswirtschaftslehre hält ein Energieembargo gegen Russland nach der Ankündigung Putins für wahrscheinlicher.
Der frühere Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht aber einen Unterschied: „Wenn die Rubel von uns am Devisenmarkt gekauft werden müssen, stärkt das unmittelbar den Kurs des Rubels.“ Damit bestehe für Putin nicht die Gefahr, dass die Dollar auf Konten landen, die der Westen sanktioniert und somit von einem Umtausch in Rubel ausschließt.
Für Zahlungen in Fremdwährung müssten russische Banken stets Fremdwährungskonten bei ausländischen Banken unterhalten, die dem Zugriff über Sanktionen stärker ausgesetzt seien, meint auch Tindaro Siragusano, Vorstandschef des Vermögensverwalters 7-Orca, der auf Währungsgeschäfte spezialisiert ist.
Der Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hubertus Bardt, sieht derweil eine zweite mögliche Motivation. Die Frage sei, was passiere, wenn der Westen einfach weiter in Dollar oder Euro zahlt: „Werden dann die Gaslieferungen eingestellt? Oder ist das ein Bluff, um die Zentralbank aus der Sanktion zu holen?“
Tatsächlich sorgte die Ankündigung prompt für eine Stärkung der russischen Währung, die massiv unter Druck steht.
Ob sich Putin seinerseits einen Lieferstopp für russisches Gas erlauben könnte, ist unter Ökonomen umstritten. Die einen sagen, den Krieg finanziere er ohnehin nur durch Rubel, die er selbst drucken kann. Die anderen entgegnen, er brauche trotzdem die Steuereinnahmen durch die Energielieferungen, und unendlich Rubel drucken könne er eben nicht.
Spekuliert wird auch, dass Russland die Finanzmärkte mit frisch gedruckten Rubel fluten könnte, damit die westlichen Gasimporteure sich doch auf diesem Weg mit Rubel eindecken.
www.handelsblatt.com/politik/...el-entscheidung/28191924.html
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