Der Verkaufsdruck grosser institutioneller Anleger, insbesondere in Nordamerika, hat die starke Nachfrage von Schmuckherstellern und Zentralbanken (als Reserveanlage) und die Nachfrage nach Barren und Münzen (häufig als Spar-/Investitionsform) mehr als ausgeglichen. Gold spiegelt die sich ändernden makroökonomischen Bedingungen tendenziell gut wider. So waren die Preisrückgänge Ende 2020 und 2021 grösstenteils auf die Erwartung einer Normalisierung der Geld- und Fiskalpolitik nach der Covid-19-Krise zurückzuführen.
Die Nachfrage nach Gold stieg schon vor der Krise
Der Goldpreis hielt sich im Januar und Anfang Februar robust, trotz starker Anstiege der US-Realzinsen – was ihn normalerweise belasten würde. Dies ist zum Teil auf den geopolitischen Stress der Situation zwischen Russland und der Ukraine zurückzuführen, was weitere Aufwärtsbewegungen zufolge haben könnte, wenn sich der Konflikt verschärft oder Sanktionen nicht die gewünschte Wirkung zeigen.
Wir sahen jedoch bereits vor der Eskalation der Situation Anzeichen dafür, dass sich die institutionelle Nachfrage nach Gold als Portfolio-Hedging-Instrument ins Positive drehte.
Wir glauben, dass dies 2022 so bleiben wird, unabhängig davon, wie sich die geopolitische Situation entwickelt.
Warum sollten Anleger jetzt mit der Allokation in Gold beginnen?
Abgesehen von der Suche nach Wertaufbewahrungsmitteln in Zeiten erhöhter Marktspannung glauben wir, dass viele Anleger den bevorstehenden Zinserhöhungszyklus angesichts des ungewöhnlichen makroökonomischen Hintergrunds als äusserst riskant ansehen.
Abgesehen von ihrer hohen Verschuldung sind die Industrieländer auf massive geld- und fiskalpolitische Stimuli angewiesen. Das Potenzial für negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft und die Finanzmärkte, wenn die Stimuli wegfallen und die Zinssätze steigen, ist hoch.
Anders gesagt: Es ist durchaus möglich, dass Zinserhöhungen und die Aufhebung der quantitativen Lockerung derart negative Auswirkungen auf Volkswirtschaften haben könnten, in denen die Verbraucher bereits unter einem negativen Realeinkommenswachstum leiden, dass sie in Kürze wieder rückgängig gemacht werden.
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