James Buchanan hatte mit seiner Strategie – und mit seiner Einstellung zur Sklavereifrage – schließlich Erfolg. Die Amerikaner wählten ihn am 4. November mit rund 45 Prozent zum 15. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Seinen Sieg verdankte er vor allem den Südstaaten, heute die Hochburgen der Republikaner, die einen Sklavereigegner im Weißen Haus mit allen Mitteln verhindern wollten und deshalb ausnahmslos auf den Demokraten setzten. Frémont erreichte immerhin 33 Prozent der Stimmen, obwohl er in allen Südstaaten zusammengenommen nicht einmal 1000 Stimmen auf sich vereinen konnte. In einigen Bundesstaaten war er gar nicht erst angetreten.
In seiner Antrittsrede erklärte der neue Präsident noch einmal deutlich seine Haltung zur Sklaverei: Jeder Staat solle souverän darüber entscheiden – auch Kansas, wenn es den Status als Bundesstaat erlange. Der Kongress habe hier keinen Einfluss. Und überhaupt: »Am glücklichsten wird es für das Land sein, wenn das öffentliche Bewusstsein von dieser Frage auf andere dringendere und praktisch bedeutendere gelenkt werden würde.« Schließlich sei die Agitation gegen die Sklaverei nur die Quelle großen Übels gewesen – für den Master, den Sklaven und das ganze Land.
Mit einer solchen Position ließ sich das gespaltene Land nicht versöhnen, im Gegenteil. Buchanans Präsidentschaft waren vier verlorene Jahre, die schließlich in der bereits 1856 unvermeidbar erscheinenden Katastrophe endeten. Noch während seiner Regierungszeit – allerdings nach der Wahl 1860, aus der der Republikaner Abraham Lincoln als Sieger hervorgegangen war – sagten sich die ersten Südstaaten von der Union los. Wenige Monate später begann der Amerikanische Bürgerkrieg.
James Buchanan scheiterte, »weil er die Macht mit solcher Parteilichkeit als aktivistischer, ideologisch getriebener Führer nutzte«, schreibt seine Biografin, die Historikerin Jean H. Baker. »Er hatte sich in der großen Krise für eine Seite entschieden, und er hat nicht zugehört.« Angesichts des folgenden Bürgerkriegs ist seine Bilanz verheerend, wie regelmäßig auch Präsidenten-Rankings in den USA abbilden. So belegte er etwa beim »Presidential Historians Survey 2017« des TV-Senders C-Span – erstellt von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – den letzten Platz. Allerdings könnte sich das bald ändern, wie die amerikanische Journalistin Gail Collins bereits 2017 in der »New York Times« vermutet: »Buchanan stand 150 Jahre lang ganz unten, aber seine Tage dürften gezählt sein. Sicher, er hat das Land in den Bürgerkrieg geschickt. Doch er hat nie darüber getwittert.«
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