Die meisten Menschen, wenn in einer Situation, in der sie sich nicht anstrengen müssen aber trotzdem versorgt werden, lassen sich hängen in ihrer Matte, strengen sich nicht mehr besonders an. Der innere Schweinehund übernimmt das Regime.
Hier nehme ich mich keinesfalls aus, hätte ich mich je in einer solchen Situation befunden vor meinem Rentenalter. Ich hätte mich entweder “unfrei aber versorgt“ in mein Schicksal gefügt oder wäre in den Westen geflüchtet, was wahrscheinlicher ist.
Wer vor und nach der Wende in die DDR reiste, sagen wir nach Eisleben oder Werningerode oder Dresden, dem fiel zuallerst auf, wie die Gebäudefassaden vor und nach der Wende aussahen. Das genau ist, bildlich gesprochen, der Unterschied zwischen dem Kommunismus (dem real existierenden, wohlgemerkt, nicht dem ideologischen) und dem Kapitalismus.
Ich sag es noch einmal: Nur wenn Menschen gefordert werden, nur wenn ihnen widrige Winde ins Gesicht blasen, nur wenn sie sich anstrengen müssen, Hindernisse überwinden müssen, bringen sie Leistung auf die Waage.
Dazu kommt das Bedürfnis eines jeden Menschen, in seinen ihm von seinen tausenden von Vorfahren mitgegebenen Instinkten verankert, durch seine Arbeitsleistung private Güter für sich und die Seinen zu schaffen, die nur ihm gehören: sein Haus, sein Land, sein Auto und, wenn er es noch weiter bringt, sein Boot, sein Privatjet, seine Villa in der Sonne usw. All das naturbedingte Instinkte, die weder das Christentum noch seine gottlose Variante, der Kommunismus aus ihm hinauszüchten konnten in den meisten Fällen, es sei denn man sei ein Pamphalon oder ein Maximilian Kolbe.
Die zivilisierte Art des Kapitalismus ist eine, die bereit ist zu teilen, zu helfen. In der Politik ist es die Soziale Marktwirtschaft. Wettbewerb ja aber in einer Solidargemeinschaft.
Die unzivilisierte Art ist der Raubtierkapitalismus: Alles für mich und nichts für die anderen. Die anderen werden rücksichtslos ausgebeutet. Die gibt es auch, sowohl im Westen als auch im Osten. Die Natur der Menschen ist überall dieselbe und läßt sich nicht verleugnen. Sie läßt sich jedoch steuern und regulieren durch Gesetze.
Eine perfekte Gesellschaft gibt es (noch) nicht aber es gibt gute Ansätze dazu in den Staaten der EU. In USA weniger gelungen, in Rußland und China noch weniger. Aber überall mit dem Potential einer möglichen Utopie in naher oder ferner Zukunft.
Genug für jetzt.
Kommt der Mut, geht der Hass.