Double Strike
Gold konnte heute zum Schluss des Handels an der New Yorker COMEX die Marke von $1.400 zum ersten Mal nach oben durchbrechen. Noch eindrucksvoller war da aber die Entwicklung beim Euro-Gold, da die europäische Gemeinschafts-Währung um 0,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar einbrach.
Der COMEX-Schlusskurs lautete $1.404,20 beziehungsweise 1.007,01 Euro – ein Double Strike.
Dabei sah es heute früh im asiatischen Handel noch nicht nach einem Anstieg über die Marke von $1.400 aus. Zuerst ging es nämlich leicht abwärts. Schuld war daran der kräftig erstärkte US-Dollar, der über die Währungs-Relationen alle Edelmetalle bis auf Palladium zuerst einmal sinken ließ.
Der A.M. Fix zum Londoner Vormittags-Handel kam mit $1.390,00 (EUR 997,70) nur noch wenige Euro von der 1.000er-Marke zustande.
Am Nachmittag ging nun zuerst der Kampf um die Marke von 1.000 Euro los. Der weiter zulegende US-Dollar vereinfachte diese Entwicklung. Wie an dem P.M. Fix um 16:00 Uhr mit $1.388,50 (EUR 998,92) abzulesen ist, ging es nun aber in Dollar gemessen beim Gold weiter bergab. Im Vergleich zum letzten Freitag ein Rückgang um sieben Dollar, aber ein viel markanterer Gewinn von neun Euro.
Im Anschluss sammelten die Marktteilnehmer nun ihre Kräfte, um die Marke von $1.400 nach oben zu durchbrechen. Das gelang gegen 18:00 Uhr MEZ und damit fiel auch die Marke von 1.000 Euro. Bis zum Schluss an der COMEX konnte sich Gold weiter befestigen und beide Marken stabilisierten sich auf hohem Niveau.
Im Access Market um 20:15 Uhr MEZ befand sich Gold mit $1.407,50 bereits um $13,40 im Plus, Silber mit $27,52 um 76 Cent und als Tagesfavorit konnte Palladium $20 zulegen und überschritt mit $703 die Marke von $700. Auch Platin konnte seine anfänglichen Tagesverluste kompensieren und notierte in Dollar unverändert.
Der US-Dollarindex (USDX) stieg um 0,4 Punkte auf 77,0, wobei sich der Rückgang des Euro besonders stark in dem Index bemerkbar machte. Die Portugal- und Irland-Krise scheint eine neue Euro-Krise trotz der Eingriffe der EZB insbesondere an den Bond-Märkten heraufzubeschwören.
Erneut wird Angela Merkel mit ihrer Rhetorik zu kontrollierten Staatspleiten im Euro-Raum für diese Entwicklung verantwortlich gemacht. So wird wohl Deutschland bei der demnächst anstehenden Rettungsaktion wieder besonders bluten dürfen. Aber das deutsche Volk scheint ja leidensfähig zu sein – zumindest solange, bis dann wieder ein Führer als Erlöser am Horizont erscheinen mag, der das ganze Euro-System als das bezeichnet, was es wirklich ist: Ein postmodernes Diktat von Versailles.
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"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)