Doch eines erstaunt mich immer wieder! Die Leute streiten sich hier um Lappalien; das ist nur lächerlich. Funktioniert denn die Blendwirkung unserer Politiker wirklich so hervorragend?
Die Partein unterscheiden sich doch heute nur so wenig, dass eine Differenzierung kaum greifbar scheint. Sie sind durch vorgegebene unabänderbare Verpflichtungen, sowie globaler Verflechtung, seinen diese Bündnisse, internationale Abkommen und/oder der Eingliederung in den Staatenbund Europa so in ihrem Handlungsspielraum beschränkt, sodass von einem eigenständigen staatlichen Handeln nicht mehr die Rede sein kann. Doch streiten ihre Politiker vor den Fernsehkameras als seinen sie des einzig Leides Heil.
Wie können sich zwei Menschen, die für sich in Anspruch nehmen die Verantwortung für 80 Mio. Menschen zu tragen, auf so plumpe Art, sich gegenseitig der totalen Unfähigkeit bezeichnen.
Aber auch bei unseren Kapitalmärkten ist das ja kein Deut anders. Die Unternehmen hängen von Einflüssen ab, die selbst von den eigenen Managern, so scheint es ja oft, nicht mehr erfasst werden können. Fundamentaldaten gelten nicht mehr, auch Instrumente der graphischen Analyse versagen. Viel mehr entwickeln sich die Börsenkurse, nach dem „schönen Wetter“ welches gerade vorherrscht, wo selbst der gewiefteste Analyst das Handtuch schmeißen muss. Anleger lassen sich nur noch Spekulationen treiben, in dem Irrglauben, die schnellste Information bedeutet den meisten Gewinn. Ebenso haben Institutionelle scheinbar voll die Kontrolle verloren, wobei durch z.B. Stop-Los Verkäufe die Automatismen den eigentlich gedachten Rückhalt ad absurdum führen.
Nun doch wieder zurück zur Politik. Am 22.09. wird keine Neue Regierung gewählt. Man wählt, wenn überhaupt eine „neue“ „andere“ Regierung um einen neuen Anstoß sich selbst zu geben, neu wieder weiter zu machen. Die Kohl-Regierung wurde nur abgewählt, weil die Leute einen neuen Anstoß wollten und brauchten. (Um das alte weiter zu führen!) Sollten die Leute wieder einen neuen Anstoß wollen, werden sie Stoiber wählen, doch wissentlich, dass sich nichts ändern kann. Wählen sie Schröder so wollen sie noch keinen Anstoß denn ein Wechsel oder die Unzufriedenheit mit dem Jetzt ist noch nicht groß genug. Doch auch dann wird sich nichts ändern und in vier Jahren werden wir die gleichen Parolen wieder hören, in der Hoffnung auf einen neuen alten Wiederanfang.
Gruß Borgling