Hi Perle !
Letzten Zahlen waren sogar deutlich über +40% - aber wie Du im folgenden Interview lesen wirst, will sich Ing. Peter Kotauczek am langjährigen Schnitt von +18% jährlich orientieren. OK das mag sicher konservativ veranschlagt sein, durch die Mitel aus dem Börsengang wird ein stärkeres Wachstum sicher möglich sein - aber dazu braucht man Übernahmen - die früher oder später kommen werden.
Halte Beko ebenfalls für interessant, aber einen nachhaltigen Kursanstieg wird es erst 2000 geben, daher würde ich zZ eher abraten. Glaube aber nicht, dass es noch weit nach unten gehen kann - also auch das Risiko hält sich in Grenzen. Denke aber auch, dass es jede Menge andere NM-Software - Aktien gibt, die mindestens genauso interessant sind.
Jedenfalls kaufe ich keine "Ösi"-Aktie nur weil ich Österreicher bin.
Bezüglich AT&S habe ich mehrfach angekündigt, dass sie ein Outperformer für die Zukunft sein werden.
GSC Research: Die Performance der BEKO-Aktie seit dem Börsengang ist ja mehr als
enttäuschend. Zwar werden aktuell fast alle Software-Titel vom Markt eher vernachlässigt,
BEKO-Aktien verloren in den letzten Wochen aber auch im Branchenvergleich überdurchschnittlich.
Zeichner Ihrer Aktie liegen mittlerweile über 30 Prozent im Minus. Wie erklären Sie sich diese
Entwicklung?
Ing. Peter Kotauczek: Zuerst einmal müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß wir noch sehr unerfahren
im Umgang mit dem Aktienpublikum sind. Daran arbeiten wir und das wird sich bald ändern. Zum
zweiten wurden wir durch das Marktverhalten insofern überrascht, daß der österreichische
Personalmarkt in den letzten Wochen völlig ausgetrocknet ist, so daß unser Konzept des
organischen Wachstums zwangsläufig ins Stocken geriet. Obwohl wir sehr schnell reagierten und
unsere Strategie von der Individualrekrutierung zur Teamakquisition shifteten, haben wir das offenbar
nicht gut über die Rampe gebracht und eher Verwirrung gestiftet.
GSC Research: In einem Interview im österreichischen Fernsehen klagten Sie erst kürzlich darüber,
daß Sie offenbar am Neuen Markt in Frankfurt einen "Österreicher-Abschlag" hinnehmen müßten.
Österreichische Unternehmen scheinen es ja in Deutschland generell schwer zu haben vom Markt
akzeptiert zu werden, und folglich eine überdurchschnittliche Aktienkursperformance vorweisen zu
können. Welche Aktivitäten sind geplant um diesen "Österreicher-Malus" zu verringern oder diesen
sogar in einen "Österreicher-Bonus" umzuwandeln?
Ing. Peter Kotauczek: Wie Sie richtig feststellen, ist Österreich bis jetzt nicht gerade als Hort des
Kapitalmarktes bekannt. BEKO war das einzige Unternehmen, das als typischer "Local Hero" mit
einem österreichischen Leadmanager nach Frankfurt gekommen ist, das hat seinen Preis. Wir
erwägen daher ein Zusatzlisting am Heimmarkt Wien, um hier unseren "Fanclub" zu aktivieren, mit
der Hoffnung eines Lokomotiv-Effektes für den Frankfurter Platz. Wenn unsere ersten Akquisen
bekannt werden, könnten wir auch ein Thema unter den Investoren werden.
GSC Research: Im ersten Halbjahr 1999 konnte BEKO AG ihre Umsätze gegenüber dem
vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 540,3 Mio. ATS (rund 39,3 Mio. Euro) steigern.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte dabei sogar überproportional um 68
Prozent auf 78,1 Mio ATS (rund 5,68 Mio. Euro) verbessert werden. Mit welchen Steigerungsraten
rechnen Sie für das Gesamtjahr 1999 in Umsatz und Ertrag?
Ing. Peter Kotauczek: Wir hoffen auf eine kräftige Umsatzsteigerung, geben aber keine Prognose
bekannt, weil derzeit einige umsatzrelevante Vorhaben in Schwebe sind. Das gleiche gilt auch für den
Ertrag. Wir müssen Sie daher auf die von den Analysten veröffentlichten Schätzungen verweisen.
GSC Research: Glaubt man den Schätzungen der Analysten so verdient BEKO im Geschäftsjahr
2000 rund 2,20 Euro je Anteilschein. Daraus errechnet sich bei einem aktuellen Kurs von rund 40
Euro ein KGV von etwas über 18. Gehen Sie mit diesen Schätzungen konform und welches KGV
halten Sie für BEKO angemessen?
Ing. Peter Kotauczek: Was diese Frage betrifft muß ich Sie wiederum darauf verweisen,
daß wir derzeit keine Prognose bekanntgeben, weil derzeit einige umsatzrelevante Vorhaben in
Schwebe sind. Bezüglich KGV würden wir uns mindestens den Durchschnitt der Peer-Group (Anm. d.
Redaktion: damit ist die Konkurrenz gemeint) wünschen.
GSC Research: Gemäß des in Österreich am 20.08.1999 in Kraft getretenen
Aktienrückerwerbsgesetzes dürfen nun auch österreichische Aktiengesellschaften, deren Aktien an
Börsen oder geregelten Märkten notieren, eigene Aktien unter erleichterten Bedingungen erwerben.
Fassen auch Sie in Anbetracht der momentan niedrigen Bewertung der BEKO-Aktie einen
Aktienrückkauf ins Auge?
Ing. Peter Kotauczek: Ja, die Hauptversammlung hat den Vorstand ermächtigt, bis zu 10% des
Stammkapitals (600 000 Stk.) in den nächsten 18 Monaten zurückzukaufen, die Einzelheiten werden
in den nächsten Monaten bekanntgegeben. Die zurückgekauften Aktien werden hauptsächlich für
Akquisitionen verwendet. Der Rest könnte in einen Stock-Option-Plan gehen, wenn sich auch die
derzeit extrem restriktive Gesetzgebung in Österreich ändern sollte.
GSC Research: Auch Ihre Branche steht mittlerweile im Zeichen immer härter werdender
Wettbewerbsbedingungen. Wie sehen Sie sich diesbezüglich gerüstet und wie beurteilen Sie Ihre
Stärken und Schwächen im Vergleich zur Konkurrenz? Welche Wachstumsraten streben Sie auf
Sicht von fünf Jahren an?
Ing. Peter Kotauczek: Der langjährige Durchschnitt unseres Wachstums beträgt 18% p.a. diesen
Schnitt wollen wir halten. Wir fühlen uns dafür gut gerüstet, müssen aber hart daran arbeiten.
GSC Research: Schon im letzten Geschäftsjahr stand bei BEKO vieles im Zeichen der weiter
fortschreitenden Internationalisierung. Welche Schritte sind diesbezüglich für die nahe Zukunft
geplant?
Ing. Peter Kotauczek: Wir sind bereits in Deutschland, Frankreich, Tschechien und Ungarn mit
eigenen Outlets präsent, wir werden diese Standorte ausbauen. Standorte und Aktivitäten in Italien,
Schweiz, Slovakien und Niederlande werden derzeit geprüft.
GSC Research: BEKO hat durch den Börsengang nun ja eine Menge Cash in der Portokasse. Gibt
es schon konkrete Pläne, wie diese finanziellen Mittel künftig verwendet werden sollen?
Ing. Peter Kotauczek: Ja, wir haben nicht nur Pläne, wir sind dabei, sie zu verwirklichen. Wir
brauchen das Geld zur Stärkung der Eigenkapitalbasis, zum Ausbau unserer BEKO-Akademie und
als größter Brocken, für Akquisitionen strategisch passender Unternehmen. Es laufen bereits ernste
Gespräche mit mehreren Targets.
GSC Research: Herr Kotauczek, vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Unsere
zahlreichen Leser würden es sicher sehr begrüßen, mal öfter etwas über Ihr Unternehmen zu lesen.
Grüsse aus Wien
HAHAHA