Sony erklärt Konsolen-Krieg für beendet
Der Elektronikkonzern Sony sieht sich als Sieger im Kampf mit Microsoft um die Marktführerschaft bei Spielkonsolen. Beide läuten nun bei Online-Spielen ein neues Ringen um die Gunst der Kunden ein.
Der Verkauf der Playstation 2 (PS2)sei bei einigen US-Händlern nach der jüngsten Preissenkung um das Achtfache gestiegen, teilte Sony am Dienstag auf der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik E3 in Los Angeles mit. "Der Konsolen-Krieg ist vorüber", meinte Kaz Hirai, Amerika-Chef von Sony. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben seit 2000 etwa 30 Millionen Geräte verkauft. In den USA stehen elf Millionen PS2-Nutzer 1,8 Millionen X-Box-Spieler gegenüber. In Japan und Europa geht die Schere zwischen beiden Konsolen noch deutlicher auseinander.
Seit der Markteinführung der X-Box im November vergangenen Jahres liefern sich die beiden Hersteller einen harten Preiskampf. Beide senkten die Preise für ihre Geräte um mehr als ein Drittel. Nach eigenen Angaben verkauft Microsoft die X-Box mit 199 $ zur Zeit unter den Herstellungskosten.
X-Box
Die nächste Runde im Ringen um mehr Kunden wird offenbar Online ausgetragen. Für den Herbst kündigte Sony ähnlich wie Microsoft einen Internet-Adapter für seine Spielkonsole an. Der Anschluss soll zusammen mit einer Reihe von Internet-Spielen in den Handel kommen. Anders als die geschlossene Abonnenten-Plattform von Microsoft setze Sony jedoch auf ein offenes Konzept, sagte Hirai.
Am Dienstag hatte Microsoft angekündigt, zwei Mrd. $ in den Aufbau eines eigenen Online-Spiele-Dienstes investieren zu wollen. Er soll Spielefirmen zahlreiche Vorteile bieten, weil Microsoft den Firmen die Verwaltung von Servern und Kunden abnehmen will. Bisher scheuten viele Hersteller wegen des Verwaltungsaufwandes den Einstieg in das Online-Geschäft.