WEB.DE schrumpft zu defizitärem Kleinunternehmen Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires
DÜSSELDORF (Dow Jones-VWD)--Mit dem geplanten Verkauf ihres Portalgeschäfts wird die WEB.DE AG ihren eigentlichen Umsatzträger abgeben und zunächst zu einem Kleinunternehmen schrumpfen, das rote Zahlen schreibt und ganz auf Zukunftsprodukte setzt. Das erschließt sich aus dem vorläufigen Jahresabschluss, den die Karlsruher Gesellschaft Ende Januar mitgeteilt hatte. Demnach erwirtschaftete sie 2004 einen Gesamtumsatz von 43 Mio EUR, wovon aber allein 42,3 Mio EUR auf den Portalbereich entfielen. Dieser fuhr ein um 40% höheres Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 13,2 Mio EUR ein.
Insgesamt ergab sich aber nur ein EBITDA von 4,4 (Vorjahr 3,8) Mio EUR -
denn der zweite Geschäftsbereich Web-Telekommunikation, aus dem Unternehmen künftig bestehen wird, steuerte einen operativen Fehlbetrag von 8,8 Mio EUR bei nach 5,7 Mio im Jahr zuvor. Das Segment, mit dem WEB.DE demnächst offenbar groß herauskommen will, frisst vorerst Geld: Im vergangenen Jahr fiel ein operativer Cash-Flow von minus 8,8 Mio EUR an. Nur der kräftige Mittelzufluss aus dem Portalbereich brachte der TecDAX-Gesellschaft insgesamt einen Zustrom von 13,8 (8,3) Mio EUR.
In den Bereich Web-Telekommunikation steckte das Unternehmen rund die Hälfte seiner Investitionen von 18,7 Mio EUR. Hier arbeitet es nach eigener Aussage intensiv an der Forschung und Entwicklung von Zukunftsprodukten und neuen Technologien. Dabei reklamiert es mit 47 Testwiegen eine Führungsposition für sich. Der internationale Vertrieb in diesem Bereich ist für dieses Jahr geplant. Ob das Ganze aber ein Erfolg wird, ist ungewiss. Die Analysten von SES Research etwa sehen eine "hohe Unsicherheit betreffend der Web-Telekommunikation".
Ein finanzielles Polster hat das Unternehmen jedenfalls. Der Bestand an liquiden Mitteln belief sich Ende vorigen Jahres auf gut 107 Mio EUR. Nun sollen noch 200 Mio EUR hinzukommen, die der wesentlich größere Konkurrent United Internet AG aus Montabaur WEB.DE für das Portalgeschäft zahlen will. Damit werde man eine solide Finanzierung für die Einführung und Vermarktung der neuen Produkte haben, betonte das Karlsruher Unternehmen. United Internet, die Dachgesellschaft der Internetdienstleister 1&1, Schlund und GMX, will sie mit vertreiben. Damit sieht sich WEB.DE - künftig mit 10%zweiter Großaktionär bei dem neuen Partner - bestens positioniert, um den deutschen Massenmarkt zu erreichen.
Die bisherige Prognose von WEB.DE zur weiteren Geschäftsentwicklung dürfte allerdings knapp zwei Monate nach Verkündung Makulatur sein. Das Unternehmen hatte für die nächsten Jahre im Schnitt ein Umsatzplus von 35%bis 40% pro Jahr bei weiter steigender Profitabilität des Portalgeschäfts angekündigt. Und unter dem Strich sollte dieses Jahr eigentlich ein Reingewinn stehen.
-Von Stefan Paul Mechnig; Dow Jones Newswires; ++ 49 (0) 211 13 87 213.
duesseldorf.de@dowjones.com Dow Jones Newswires/16.3.2005/stm/rz
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die haben jetzt nichts ausser cash! und das wollen sie nicht mal fuer akquisitionen ausgeben. wie und wohin wollen die denn bitte wachsen? wird nicht ueber eine market cap von 450mio hinauskommen. aufgrund des nicht vorhandenen operativen gescaefts eher mit gutem abschlag! sell!