Kooperation mit WCM kann vorerst nicht umgesetzt werden
Maschinenbauer Klöckner erwartet Gewinnrückgang für 2005
Nach einem vor allem durch das Beteiligungsgeschäft erzielten Gewinnsprung im vergangenen Jahr erwartet die Klöckner-Werke AG für 2005 einen Ergebnisrückgang.
HB FRANKFURT. Im gewöhnlichen Geschäft dürfte ein Gewinn in der Größenordnung von 40 Millionen Euro realisierbar sein, sagte Vorstand Wolfgang Christian am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Allerdings werde in diesem Jahr ein wesentlich höherer Teil des Gewinns aus dem Kerngeschäft Verpackungs- und Abfüllmaschinen kommen. 2004 hatte die zum Beteiligungskonzern WCM gehörende Klöckner einen Betriebsgewinn von 52 Millionen Euro erzielt, bei dem mit 34 Millionen Euro der größte Teil aus dem Beteiligungsgeschäft gekommen war. WCM hält 78 Prozent an Klöckner. Der Rest der Anteile, die im Kleinwertesegment SDax gehandelt werden, ist breit gestreut.
Die geplante engere Kooperation mit der Muttergesellschaft durch Verschmelzung oder auch einen Beherrschungsvertrag lässt nach Christians Worten weiter auf sich warten. Grund sei eine Steuerforderung gegen die WCM über 100 Millionen Euro. Aus Sicht der WCM sei diese Forderung zwar unberechtigt. Solange aber nicht geklärt sei, was damit geschehe, könne der Wert für WCM nicht realistisch berechnet werden.
Durch eine Verschmelzung fielen bei Klöckner-Werke beispielsweise die teuren Holdingstrukturen weg, erläuterte Christian. Ohnehin entfalle schon heute rund 86 Prozent des Umsatzes auf das Abfüll- und Verpackungsgeschäft der mit Abstand größten Tochter KHS AG. Für dieses Kerngeschäft hat Klöckner-Werke ehrgeizige Ziele aufgestellt. Der Umsatz soll in den nächsten fünf Jahren um 50 Prozent zulegen, der Gewinn gar verdoppelt werden.
Erreichen will Christian dieses Ziel durch internes Wachstum, aber auch durch Zukäufe. In diesem Jahr könnte nach Ansicht seines Vorstandskollegen Valentin Reisgen schon die erste größere Akquisition abgeschlossen werden. „Für uns wäre das schon ein großer Wurf, aber vom finanziellen Volumen her kein Problem“, sagte er. Wie groß der finanzielle Spielraum insgesamt sei, wollten die Vorstände nicht sagen.
KHS konzentriert sich stark auf das Getränkegeschäft. Klöckner will aber auch in den Nicht-Lebensmittelbereich vorstoßen. Voriges Jahr jedoch war die Bierindustrie nach Christians Angaben mit 53 Prozent am Gesamtvolumen noch größter Abnehmer der KHS-Gruppe.
Die Klöckner-Aktien wurde am Nachmittag mit 11,20 Euro um 1,36 Prozent höher gehandelt.
HANDELSBLATT, Mittwoch, 20. April 2005, 18:52 Uhr
Klöckner will Industrieaktivitäten ausbauen
20.04.2005 12:08:00
Die Klöckner-Werke AG wird sich künftig vor allem auf den Industriebereich konzentrieren. Die Aktivitäten im Bereich Handel mit Beteiligungen/Finanzinvestitionen sollen in den kommenden Jahren zurückgeführt werden. Dies erklärte der im SDAX notierte Konzern im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz am Mittwoch.
Das Kernstück der industriellen Aktivitäten bildet dabei die KHS Maschinen- und Anlagenbau AG, die im abgelaufenen Fiskaljahr mit insgesamt 3.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 700 Mio. Euro erzielt hatte. Das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der KHS-Gruppe verringerte sich hingegen im Vorjahresvergleich von 23,5 Mio. Euro auf 19,0 Mio. Euro. Bei KHS wird bis zum Jahr 2010 eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent auf mehr als 1 Mrd. Euro angestrebt, während sich das Ergebnis im gleichen Zeitraum mehr als verdoppeln soll. Zur Erreichung dieser Zielsetzung werden eine verbesserte Ausnutzung der internationalen Produktionsstätten sowie eine Ergänzung der Produktpalette angestrebt. Mittelfristig ist außerdem eine Expansion auf die asiatischen und lateinamerikanischen Märkte geplant.
Des Weiteren wurden die vorläufigen Geschäftszahlen bestätigt. Demnach erzielte die Klöckner-Werke-Konzern beim Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit einen Gewinn von 52 Mio. Euro, der Jahresüberschuss lag bei 49 Mio. Euro. Im Einzelabschluss der Klöckner-Werke AG beträgt der Jahresüberschuss 55 Mio. Euro, wobei Gewinnrücklagen von 14 Mio. Euro aufgelöst wurden. Für das abgelaufene Fiskaljahr schlagen der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,00 Euro je Aktie vor.
Die Vorstände der Klöckner-Werke AG und der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG, welche 78 Prozent der Anteile des im SDAX notierten Konzerns hält, haben außerdem ihre Absicht bekräftigt, beide Unternehmen enger zusammenzuführen. Beschlüsse für eine juristische Umsetzung stehen aber nicht an, hieß es weiter.
www.finanzen.net/news/...ail.asp?NewsNr=296760&RubrikNr=85
Das Unternehmen hat außerdem den Start des Aktienrückkaufprogramms bekannt gegeben. Danach dürfen bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals bzw. bis zu 4.581.446 Aktien zurückgekauft werden. Über die Verwendung der zurückgekauften Aktien soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. In Betracht komme z. B. der Ausbau der industriellen Aktivitäten.
www.finanznachrichten.de/...ichten-2005-04/artikel-4649724.asp