16.03.2007 - 10:39 Uhr
Greenspan-Kommentare belasten
Der US-Dollar hat nach neuen Kommentaren des ehemaligen US-Notenbankchefs Alan Greenspan auf breiter Basis nachgegeben. Greenspan hatte gesagt, dass die Probleme im Segment der „subprime mortgages“ und sinkende Immobilienpreise negative Auswirkungen auf andere Bereiche der US-Wirtschaft haben könnten, was erneut Besorgnis bezüglich der Verfassung der US-Konjunktur ausgelöst hatte. USD/JPY fiel vom am Donnerstag erreichten Hoch bei 117,79 bis 116,57 im Tief.
Der Ausblick sei negativ, sagte ein Analyst, der als nächste Ziele 116,50 und 116,25 nannte. Der nächste Widerstand findet sich bei 117,20. Favorisiert werden dürften Verkäufe bei einer Erholung, hieß es. Gegen 10:40 Uhr CET steht USD/JPY bei 116,65. (th/FXdirekt)
Mein Kommentar:
Greenspan forciert mit seinen Rezessionsbemerkungen (die die Risiko-Aversion erhöhen) die Rückabwicklung der Yen-Carrytrades. Dies ist für die USA gefährlich, weil es dem Land dringend benötigte Liquidität zur Finanzierung der Schuldenwirtschaft entzieht. Bezeichnenderweise fuhr US-Finanzminister Paulson vor dem letzten G7-Treffen in Essen genau die umgekehrte Strategie: Er verwahrte sich dagegen, dass im Abschluss-Statement erwähnt wird, Japan solle seine Zinsen auf ein marktgerechtes Niveau heben - eben WEIL dies zu einer verstärkten Yen-Carrytrade-Rückabwicklung führen könnte. Diese kam dann Anfang März trotzdem - wegen der Greenspan-Kommentare (Chart unten, roter Kasten links). Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Altmeister dass jetzt einfach "blind" vor sich herstottert. Er war zeitlebens ein sibyllinischer Wort-Stratege. Man muss wohl annehmen, dass die Wirkungen kalkuliert und gewollt sind.
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