Was bringt der morgige Tag ohne Wallstreet?


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boomer:

Was bringt der morgige Tag ohne Wallstreet?

 
03.07.01 19:57
Ist der Bär noch nicht geschlagen?

03.07. 18:34  
US-Fonds steigen wieder
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(©BörseGo - www.boerse-go.de)

US-Aktienfonds konnten ihre beste Performance seit Ende 1999 aufweisen, da die größten Aktienindices Gewinne verbuchen konnten. Dies geht aus einer aktuellen Studie vom Dienstag hervor.

In einer Studie von Lipper Inc. war ersichtlich, dass der durchschnittliche US-Aktienmischfonds in der April-Juni-Periode um 8.51% anstieg.

Insgesamt lägen laut Lipper die US-Aktienfonds seit Jahresanfang immer noch mit 5.8% im roten Bereich.

Die Gewinne im zweiten Quartal 2001 sind die größten seit dem vierten Quartal 1999, wo besonders stark steigende Technologietitel die Mischfonds im Schnitt um 20.4% ins Plus manövrierten.

Die Aktien wurden unter anderem durch die sechs Zinssenkungen angetrieben, die bis Ende des Jahres - so die Erwartungen der Fed - der US-Konjunktur auf die Sprünge helfen sollten.

Small Cap Fonds konnten eine Performance von 17.47% aufzeigen und stehen somit auf Platz 1 der von Lipper gescreenten Aktienfonds. Auch die Fonds, die primär in kleine Unternehmen investieren, sind seit Jahresanfang noch mit 4.55% im negativen Bereich.





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boomer:

Papa Bernecker meinte heute:

 
03.07.01 20:28
www.bern-stein.de/aktuell/index.htm
Hans Bernecker: Keine Wunder.
Mails/Nachrichten vom 03.07.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
meine gestrige Einschätzung setzte sich erst im Tagesverlauf durch, gewann an Volumen, aber am Schluß kam Angst auf (New York). Aber es bleibt bei dem, was ich gestern formuliert habe: Die Chancen für eine freundliche Sommerrally steigen, doch Wunder gibt es nicht, gleichwohl die beschriebenen kurzfristigen Chancen. Über diese sehr langfristigen Potentiale sollte jetzt nicht diskutiert werden. Das können Sie aus allen Kursen ablesen: Die stark verfallenen Titel springen unkontrolliert, die fundamental besseren zeigen mehr Kontinuität. Das ist eine hervorragende Mischung, die allerdings eine Menge Fingerspitzengefühl verlangt, richtig zu entscheiden. Interessant ferner: Einmal liegen die Oldies vorne, das andere Mal die Newcomer, also High tech etc.

New York konkret: Leicht verschlechterte Situation der Technik am Nasdaq, aber immer noch ausreichend gut. Deutlich verbesserte Markttechnik am big board bei insgesamt hohem Volumen. Im einzelnen:
Die Auswahl der kurzfristigen Favoriten ist schwer. Ich gebe Ihnen dazu in der nächsten AB eine Leitlinie für die möglichen Zielkurse der bekanntesten Technikaktien. Das sind rd. 25 - 30 Titel, die mehr oder weniger auch die großen Börsenumsätze stellen. Eine Aktie ist besonders zu beobachten, das Motto heißt: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich's völlig ungeniert". Gemeint ist Lucent Tech nach dem Downgrading der Anleihen auf BAA1 und damit die beste Stellung im Junk-Bondmarkt, was eher sarkastisch zu verstehen ist. Bei Xerox war es nicht anders. Da alle großen Fonds mit dieser Konstellation ihre Verkäufe in Lucent weitgehend abgeschlossen haben,
steckt in diesem Titel das interessanteste Erholungspotential. Dazu passen die unverhohlen negativsten Medienkommentare, die einer Lektüre nicht wert sind. Ordnen Sie dies auch in die Markthaltung der europäischen Konkurrenz ein, nämlich Alcatel, Ericsson und teilweise Marconi. Sie stehen im Kontext dazu und hier wiederum zu Nortel und Corning, aber noch nicht Cisco. Ich hatte in den letzten ABs die Denkansätze dazu schon erläutert. Am Ende dieser Reihe steht die markante Erholungsmöglichkeit in den Telekomaktien. Hier registriere ich seit gestern die ersten Hochstufungen für Dt. Telekom bis 32 E.

Gesamteindruck: Die Erholung läuft atlantisch, also sowohl in den USA und in Europa, soweit es sich um Technologien handelt, die ebenfalls atlantisch verwertet werden. Dieser ganze Komplex wird mithin die wichtigste Säule der bevorstehenden Erholung sein.

Im Euro-Stoxx zeichnet sich das Bild ebenfalls in gleicher Form: Neben Alcatel war der Kaufhinweis für Philips bei 25/26 E. schon sehr richtig. Inzwischen knapp 32 E. Mit gleichem Hintergrund. Selbst Nokia hat ein Erholungspotential bis 30/32 E., obwohl ich ausdrücklich auf die Halbjahreszahlen warte und deren Einstufung durch die verschiedenen Analystenteams. Bitte achten Sie darauf.

In Deutschland geht es also nach dem gleichen Muster. Eine Erholung wird von etwa 6 - 7 Werten getragen werden, aber fast alle werden letztlich einige Prozent verdienen. Zwei Superhits gibt es dennoch, die das Wort super deshalb verdienen, weil sie bislang zu den am schlechtesten beurteilten Titeln gehörten. Das aber sage ich jetzt nicht an dieser Stelle, weil ich dazu alles gesagt habe, und ergänze es in der nächsten AB. Ob freilich Infineon den richtigen Weg geht, jetzt knapp 1,5 Mrd E. über eine Kapitalerhöhung aus dem Markt zu nehmen, stelle ich in Frage. Ein Schumi-Verschnitt als Chef neigt offenbar zu rasanten Kurvenmanövern, die wenig Sinn für die Eigenarten der Börse zeigen. Das befriedigt mich nicht und macht mich eher unruhig. Wer im Vorfeld einer KE noch versucht, die Kurse zu manipulieren, also zu stützen, fährt einen ganz heißen Reifen. Ich halte Kurse von 20 - 23 E. für realistischer, im Zweifel 18 E. Wehe, diese KE geht nicht glatt durch! Erfreulich ist dagegen die relativ schnelle Erholung der zwei Chemietitel plus Degussa. Sie tragen zumindest die mittelfristige DAX-Tendenz. Erfreulich auch die Markttechnik von RWE und E.ON, die das gleiche tun. Wenn RWE heute morgen ein Plus von 35 % für das Ergebnis 2000/2001 zeigt, ist das überzeugend, aber nicht neu. Es bestätigt aber die Qualität der Aktie.

Am Neuen Markt geht der Säuberungsprozeß weiter, aber die Liste der möglichen Einkaufstitel wird größer. Hier halten Sie sich an eine Regel: Egal, was passiert, Titel, die zu teuer sind, rühren Sie bitte nicht an. Das, was darum herum geschrieben wird, ist vielfach Unsinn. Halten Sie sich an die Zahlen und Fakten, an sonst nichts. Dies war bislang der einzig richtige Weg. Dabei bleibt es. Umgekehrt: Die Kaufkandidaten haben natürlich auch eine tägliche Schwankungsbreite von 10 und sogar 15 %. Damit muß man leben. Wichtig ist, daß Sie über mehrere Limits versuchen, den einigermaßen günstigsten Einkauf zu erwischen. Im übrigen gilt nämlich: Das Ganze wird
ein langer Weg.

Lesen Sie die letzten ABs noch einmal durch. Insbesondere meine Hinweise auf die technisch stärksten DAX-Aktien und die Special Situations im sonstigen Markt, auf die wenige achten, aber die Schritt für Schritt mehr verdienen als so mancher Mode-Titel. Hier bauen sich Potentiale auf, die über die Indexpotentiale hinausgehen.

Gibt es interessante Termine heute? Zunächst die erwähnten RWE-Zahlen mit weiteren Details. Dann die Bilanzdaten von Heidelberger Druck, die wohl ebenfalls nichts Neues bringen dürften. Aufschlußreicher dürfte die HV bei Schmalbach-Lubeca sein, die bekanntlich aus dem Markt genommen wurde, aber mit einem kleinen Anteil noch notiert wird. Ich hatte mich damals dafür entschieden, die Abfindung nicht anzunehmen. Das war richtig. Mal sehen, was an der heutigen HV an Perspektive geliefert wird.

Ich wünsche Ihnen damit einen erfolgreichen Börsentag und verbleibe

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

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