Weldon (Threadneedle): Institutionelle laufen Kurse hinterher
Dresden (vwd) - Institutionelle Investoren drohen nach Auffassung von Cormac Weldon, Executive Director bei Threadneedle Investments, wegen hoher Cash-Quoten bei einem Aufschwung an der Nasdaq und bei zyklischen US-Titeln den Kursen hinterherzulaufen. Indikator seien die derzeit hohen Volumina in Geldmarktprodukten, sagte Weldon auf einem Investorseminar in Dresden. Sollten sich die Märkte weiter erholen, sei mit einem schnellen Wiedereinstieg von US-Fonds in die zyklischen Sektoren zu rechnen. Privatanleger agierten inzwischen eher vorsichtig.
In den US-Portfolios sei die Gesellschaft inzwischen offensiver positioniert und habe Growth-Titel höher gewichtet, so Weldon weiter. Inzwischen sind nach seinen Angaben Nahrungs- und Genussmittel sowie der Energiesektor untergewichtet. In den zuvor untergewichteten Branchen Technologie und Telekommunikation sei man dagegen neutral positioniert. Im American Select Growth Fund, der einen aggressiven Anlagestil verfolge, seien Tech-Aktien inzwischen übergewichtet. Gekauft worden seien etwa Peoplesoft und Check Point.
Anleger sollten in 2002 keine defensiven Titel kaufen. Eher würden Value-Aktien von der zu erwartenden konjunkturellen Erholung profitieren. Zunächst rechne er mit einer Outperformance von den Blue Chips, da Anleger, die sich nur sukzessive aus den defensiven Sektoren lösten, zuerst auf Substanztitel und später auf Small Caps setzen werden, so der Executive Director weiter. Die entscheidenden Anlagekriterien derzeit ein verlässliches Gewinnwachstum, ein verlässlichens Management, die Marktführerschaft und solide Bilanzen.
Auch wenn die Aktien im S&P-500-Index teuerer seien als andere Aktienmärkte, bleibe er auch wegen des Restrukturierungspotenzials bei US-Unternehmen optimistisch, so Weldon weiter. Insgesamt sind die globalen Portfolios von Threadneedle nach Angaben der Gesellschaft in den USA untergewichtet. +++ Ali Masarwah
vwd/16.11.2001/maa/sam