Gott sei dank hat ein User, dessen französisch klingenden Namen mit drei Bindestrichen ich natürlich nicht nenne,
das Rezept gespeichert und mir per Bordmail zukommen lassen.
So bleibt es der Nachwelt erhalten. Meine Oma kann sich nämlich immer noch nicht erinnern, sie faselt ständig
was von "I don't remember" und so Zeugs.
Jaja, die gute alte Oma Maria. Früher hieß sie mit Nachnamen Mauerratte, klingt zugegebenermaßen nicht sehr schön.
Deshalb hat sie ihren Nachnamen drüben wohl auch geändert.
An vieles kann ich mich nicht mehr erinnern, sie ist ja auch ausgewandert, als ich noch ein Kind war.
Ein altes Foto habe ich jedoch noch gefunden, siehe Bild unten.
(Sie ist die Dame ganz rechts, die anderen sind ihre Freundinnen, mit denen Sie sich hier immer zum Kaffeekränzchen getroffen hat)
Sie dürfte jetzt jedoch erheblich älter aussehen, vermute ich.
An was ich mich noch erinnere: Sie hatte ein ausgesprochenes Gerechtigkeitsgefühl. Und wenn es mal Streit gab, hat
sie sich mit den Zerstrittenen einfach solange an einen Tisch gesetzt, und zugehört(ja, nur zugehört, nie was gesagt, unglaublich, oder?),
bis die Streiter entnervt aufgaben.
Ach ja, noch was: Ihr größtes Hobby war die Rosen-Zucht. Auf ihre Rosen ließ sie nix kommen.
Als ich letztens mal mit ihr telefonierte, hat sie mir erzählt, dass sie immer noch züchtet.
Eine ihrer Züchtungen, die mit dem wohlklingenden Namen "Brian S.", hat sogar einen Preis erhalten:
"Best Lawyer" for Bankruptcy and Creditor-Debtor Rights Law.
Ich weiß allerdings nicht, was das bedeutet, und ob ich das richtig verstanden habe, denn deutsch spricht die Gute nicht mehr, mein Englisch
ist nicht das beste, und sie hat mittlerweile so einen richtig fiesen Slang drauf.
Kommt wohl daher, weil sie jetzt in Delaware wohnt.
Arbeiten tut sie da an einem Gericht. Ich glaube, in der Kantine, oder so, weil sie gesagt, hat sie hat beinahe jeden Tag
mit Herings zu tun (ich dachte immer, dass sich die Amis immer nur von Burgern ernähren, dabei essen die jeden Tag Fisch.
Ist wohl nur wieder so ein Vorurteil, da kann man mal sehen...)
Auf die Frage, warum sie denn immer noch arbeiten muß (sie dürfte jetzt ja schon um die neunzig sein),
antwortete sie, dass sie ihr ganzes Geld in Aktien einer großen Sparkasse gesteckt hätte, die dann in 2008 Pleite gegangen worden ist.
Und jetzt versucht sie halt, das beste daraus zu machen. Naja, ich drück ihr die Daumen, dass das klappt.
Von der Rosen-Zucht allein, kann man glaube ich, auf Dauer auch in USB nicht leben.
Oh oh, ich stelle gerade fest, das hat ja schon wieder nix mit dem Fall hier zu tun.
Sorry, Leute, ich gelobe Besserung.
Grüße,
neversurrender