.......einmal etwas näher betrachtet
Hallo Pjöngjang,
der von Ihnen eingestellte Fachkommentar aus der "Frankfurter Rundschau",
welcher auch noch unter dem Titel
" K l u g e A m e r i k a n e r "
publiziert wurde kann, -zumindest in dieser verkürzten, auf wenige Kriterien der
Gesamtwirtschaft reduzierten, sehr eingeengten Perspektive-, so einfach nicht
ganz unwidersprochen bleiben.
Das Fazit, welches der Wirtschaftsjournalist Stephan Kaufmann am 6. April 2011 zieht,
ist offensichtlich weder von einer neutralen Perspektive aus, noch von einer wirtschaft-
lichen Gesamtbetrachtung geprägt !
Der Realitätssinn des Journalisten läßt schon deshalb ernste, deutliche Zweifel aufkommen,
indem er das oben zitierte Fazit unter der Prämisse zieht, -des nach seiner Ansicht wohl
schon jetzt feststehenden Ergebnisses-, nämlich daß die von ihm geäußerten Mutmaßungen,
daß die USA durch verzinste Bankenrettungsrückzahlungen wahrscheinlich mit etwa
20 Milliarden $ Überschuß heraus gehen werden und im Gegensatz dazu, die Bundesrepublik
durch diesselben bzw. ähnliche Maßnahmen ebenso -mutmaßlich-, entsprechende große
Verluste einfahren könnten. Weder das eine, noch das andere ist bislang eingetreten !
Es bleibt zunächst doch erst einmal abzuwarten, ob es denn im jeweiligen Falle tatsächlich
auch zu dem von diesem Journalisten geschilderten, möglichen Ergebnis kommt !
Erst einmal müssen die Rückzahlungen mit den benannten 20 Mrd. USD. Gewinn auch tatsächlich in die Staatskasse eingeflossen sein und wie wir aus der Vergangenheit ja wissen,
kann es ja gerade in den Staaten tagtäglich zu großen Veränderungen kommen, z.B. durch
immer wieder neue Klagen und Betrugsvorwürfe gerade im dortigen Bankensektor, somit
kann eine offerierte Schuldenrückzahlung samt Zinsen auch einmal ganz schnell von der
Agenda der Schuldnerbanken wegen z.B. unvorhergesehener Schadensersatzleistungen gestrichen werden (m ü s s e n).
Wie wir gerade dieser Tage aus den USA vernehmen mußten, ist gerade die 28. US-Bank
seit Jahresbeginn (2011 !!) insolvent geworden / in Konkurs gegangen. Mir ist ähnliches
aus der Bankenlandschaft der Bundesrepublik weder aus diesem Jahr noch in diesem
immensen Umfang -auch nicht im Verhältnis-, bekannt !
Mich als Journalisten würden solche Meldungen mein Zutrauen darin, daß diese erwarteten
US-Mrd.-Gewinne bald auch tatsächlich in die Staatskasse einfließen, nicht gerade sonderlich bestärken. Auf der anderen Seite geht dieser "Finanzanalyst" mit ebensolcher Zuversicht
davon aus, daß im Gegensatz dazu die Bundesrepublik mit denselben Stützungspro-grammen gegen die Wand fahren und mutmaßlich große Verluste schreiben könnte.
Eine rein auf Spekulation -was wohl wahrscheinlich in den beiden Staaten eintreffen werde-aufgebaute, abschließende Einschätzung, halte ich für wenig seriös !
Auf beiden Seiten bleibt doch wohl erst einmal abzuwarten, was nun tatsächlich auch letztendlich real eintreten wird.
Somit ist mir die, -man muß schon sagen-, verengte Einschätzung bzw. Fokussierung rein
auf die Finanzwirtschaft, welche ja lediglich einen Teilbereich der staatlichen Gesamt-
ökonomie abdeckt bzw. reflektiert und nicht wie es eigentlich sein sollte, ein Gesamtbild
aufzeichnet, eindeutig nicht repräsentativ genug, um dann das verzerrende Fazit zu ziehen,
"Deutschland stehe wohl deutlich schlechter da....."
Um dies zu konkretisieren, hätte der Verfasser vielleicht doch die entsprechend für eine Gesamtbewertung notwendigen, dazugehörigen Merkmale mit einbeziehen und auch diese
näher beleuchten müssen, welche sind:
Ziehen wir doch einmal ein paar nicht ganz unwesentliche, unumstößliche Fakten für den direkten Vergleich zwischen den Staaten und der Bundesrepublik heran:
1.) Die Staatsverschuldung der USA ist wie bekannt deutlich höher, als die der BRD.
Die größten Gläubiger der USA sind China, Japan und die Ölstaaten ! Stimmt das
nicht auch im Hinblick auf die Weltüpolitik bedenklich ? Die große USA -
-im schlimmsten aller denkbaren Fälle-, dann im Würgegriff der ggf. willkürlichen,
dem eigenen Staatsinteresse geschuldeten Volksrepublik, u.a. vielleicht dann auch
einmal der anderen ? Mit welchen gravierenden, politischen Auswirkungen könnten
sich die Staaten in solch` einem Falle dann -fast ausweglos-, konfrontiert sehen ?
2.) Bei der durchschnittlichen Verschuldung der einzelnen Staatsbürger überragt uns
die USA ebenso deutlich.
3.) Das durchschnittliche Sparverhalten der Bundesbürger ist im internationalen
Vergleich Weltspitze und liegt bei Plus / Minus 10 %. Im Gegensatz dazu bewegt
sich das der US-Bürger bei nahe null.
4.) Dieser Tage ging es in den USA zum w i e d e r h o l t e n Male, genauer gesagt
zum 2. Male darum, die Zahlungsfähigkeit des Staates mit finanztechnischen
Notmaßnahmen kurzfristig wenigstens vorübergehend, etwas zu stabilisieren.
Finanzminister Geithner weiß derzeit nicht wie er, bzw. die Regierung die
bedrohliche Finanzsituation auf die schnelle beheben soll. Wäre diese jetzt
vorgenommene Stabilisierungsmaßnahme mißlungen, wären viele öffentliche,
nicht unbedingt lebensnotwendigen Einrichtungen wie Museen, Schwimmbäder
u.v.a.m. geschlossen worden, sowie die Gehälter vieler Staatsbediensteten wären
vorläufig dann nicht mehr zur Auszahlung gekommen !
Eine solche Situation gab es hierzulande zwar auch schon, aber derart eng war es nie.
5.) Die Arbeitslosigkeit, -ein ganz wesentlicher Faktor in einer Volkswirtschaft-, ist in den
USA wesentlich höher als bei uns in der BRD. Verhältnis etwa rund 6 zu rund 9 %.
6.) Obwohl die USA im Gegensatz zur BRD über eine etwa 3 3/4 x so große Bevölkerung
verfügen, liegen sie was den Export anbelangt, hinter uns. Dort liegt der Fokus im
weit höheren Maße auf der Binnennachfrage, auf welche sich die US-Marktwirtschaft
in weit größerem Maße stützt als bei uns. Im Gegensatz zu uns geben die US-Bürger
aber auch noch mehr aus oder setzen sich unüberlegt höheren monatlichen
Belastungen aus, als es ihr Budget bzw. Ihr Einkommen es eigentlich zulassen
würde. (Bsp. Immobilienkrise !) Vielleicht auch eine Mentalitätsfrage ?
Fazit hieraus: Sich mehr auf die Binnennachfrage zu verlassen, ist also eindeutig das
schlechtere System, die unbestritten ungünstigere Konstellation,denn Schwankungen
des Binnenmarktes bergen ganz eindeutig ein verhältnismäßig größeres Risiko in sich
als die immer wieder möglicherweise eintretenden Veränderungen oder Verwerfungen
des weltweiten, internationalen Marktes, gearde in Bezug auf die neuen, aufstreben-
den Märkte, in welchen unbestreitbar für die Zukunft ein bedeutend höheres
wirtschaftliches Potential als in den "alten", klassischen Industrienationen steckt und
unserer Wirtschaft -zumindest noch für eine gewisse Zeit-, Liefermöglichkeiten bieten.
Die Wachstumsaussichten und -möglichkeiten der Binnenmärkte der "alten", klassischen
Industrienationen sehen Ökonomen hingegen umständehalber als begrenzt an !
7.) Die durch die Finanzkrise parallel mit enststandene, resultierte Wirtschaftskrise, wurde
von der Bundesrepublik, gekennzeichnet durch das -hoffentlich auch weiterhin-,
nachhaltige Wirtschaftswachstum -wenn auch künftig, so wird erwartet in etwas
abgeschwächter Form-, europaweit am besten überstanden. Weltweit im internatio-
nalen Vergleich -und das mag zuversichtlich stimmen-, immerhin noch mit am besten
überwunden !
Trotz mehrerer Stützungsprogramme der US-Regierung an die dortige Wirtschaft,
zuletzt in Höhe vo 700 Mrd. USD., kommt die nordamerikanische Wirtschaft einfach
nicht in dem gewünschten Maße in gang.
Weitere Bausteine, welche für eine gesamtwirtschaftliche, vergleichende Betrachtung unerläßlich sind, könnte man an dieser Stelle noch viele anführen.
Ist diese Gesamtbetrachtung nicht letztendlich maßgeblich d e r Maßstab dafür,
wie wir eine Bewertung vornehmen sollten und nicht nur eine Beurteilung des
Finanzsektors eines Landes und sollte man nicht erst nach einem daraus resultierenden,
zu ziehendem Fazit e r s t d a n n die große Frage stellen oder Aussage treffen :
" K L U G E A M E R I K A N E R " ?? !!
Ja, oder vielleicht nach näherem Hinsehen doch nicht ................?
Sind die US-Boy`s und Girl`s wirklich die klevereren .................?
Meine, -wie immer unmaßgebliche Meinung hierzu-, ist e h e r nein !
Schönen Gruß und weiter einen sonnigen Tag wünscht Euch allen
Schwarzwälder