"Presse: Volkswagen - Porsche strebt Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag an
Wolfsburg (aktiencheck.de AG) - Der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (ISIN
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PAH003) strebt einem Pressebericht zufolge offenbar den Abschluss eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags mit dem Automobilkonzern Volkswagen AG (ISIN
DE0007664005/ WKN
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Laut Informationen der "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) habe der Porsche-Finanzvorstand Holger Härter in einem vertraulichen Treffen mit niedersächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Anfang der Woche erstmals einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ins Spiel gebracht. Dies würde VW zu einem reinen Befehlsempfänger machen - außerdem müssten die Wolfsburger ihren gesamten Gewinn nach Stuttgart überweisen. Porsche werde dieses Ziel nicht einfach aufgeben, nur weil ein neues VW-Gesetz in der Vorbereitung sei, wird Härter aus Teilnehmerkreisen zitiert.
Ein Porsche-Sprecher erklärte dazu, Härter habe lediglich eine theoretische Möglichkeit angesprochen. Derzeit stehe ein Beherrschungsvertrag nicht zur Debatte und sei auch "völlig unrealistisch". Tatsächlich kann Porsche im Moment gegen das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der VW-Anteile hält, keine ausreichende Mehrheit für derartige Pläne bekommen. Die Stuttgarter haben ihr VW-Aktienpaket am Dienstag auf mehr als 35 Prozent aufgestockt und wollen im November auf mehr als 50 Prozent der Anteile kommen.
Nur wenn diese Sperrminorität, wie es auch die EU verlangt, auf 25 Prozent angehoben würde, hätte Porsche laut dem Bericht eine Chance, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag durchzusetzen. Dafür müsste der Sportwagenbauer nach Schätzungen von Aktienrechtlern allerdings gut 70 Prozent der VW-Papiere - und damit fast alles, was es am freien Markt gibt - zusammenkaufen. Das könnte in einer Hauptversammlung, an der nie alle Aktionäre teilnehmen, für die dann nötige Drei-Viertel-Mehrheit reichen.
Die Aktie von Volkswagen notierte zuletzt bei 240,14 Euro. (18.09.2008/ac/n/d)"
© Die Welt
erschienen am 18.09.2008 um 09:06 Uhr
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"Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört."
(Karl Marx)