Revolution am Lithiummarkt? Innovative Trenntechnologie stärkt westliche Lieferketten
Eine neue Technologie aus den USA trennt Lithium sehr viel einfacher aus Gestein als bislang. Hartgesteinsprojekte könnten deshalb schon in Kürze ähnlich kostengünstig sein wie Sole-Projekte. Der bislang durch China dominierte Lithiummarkt dürfte sich dadurch drastisch verändern
Der Wert der Hartgesteins- Projekte könnte aufgrund eines signifikanten technischen Fortschritts binnen kurzer Zeit deutlich steigen. Massachusetts Institute of Technology (MIT)-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Lithium aus Erz deutlich einfacher, kostengünstiger und umweltfreundlicher als bislang gewinnen lässt.
Mit dem aktuellen Verfahren wird Lithium aus dem Mineral Spodumen bzw. aus einem Silikatgerüst gelöst. Dies erfordert sehr hohe Temperaturen bis etwa 1.000 Grad Celsius und zusätzlich den Einsatz von Fluorwasserstoffsäure. Durch den hohen Energieaufwand entstehen große Mengen CO2 und darüber hinaus giftige Abwässer.
Revolutioniert Ammoniumfluorid den Lithiummarkt?
Das durch das Team von Camden Hunt entwickelte Verfahren geht einen anderen Weg, der bei Zimmertemperatur und damit bei deutlich geringerem Energieaufwand möglich ist. Ammoniumhydrogendifluorid in einer wässrigen Lösung ist das entscheidende Werkzeug: Es bricht die Bindung von Silizium und Sauerstoff auf und reagiert mit den Metallen im Spodumen. Dabei entstehen mehrere Fluorsalze, darunter Lithiumfluorid, das anschließend in Lithiumhydroxid oder Lithiumkarbonat umgewandelt werden kann. Auch die anderen Salze sind verwendbar – etwa in der Herstellung von Aluminium oder Zement.
Die Idee geht auf MIT-Materialforscher Ming Chiang zurück. Dieser wollte eigenen Angaben zufolge Jahrzehnte zuvor ein Badezimmerproblem lösen: Er wollte durchsichtige Glasbausteine so bearbeiten, dass sie nicht mehr transparent, sondern nur noch durchscheinend sind. Er kaufte eine ätzende Paste, um diesen Effekt auf der Oberfläche des Glases durch Abtragen herzustellen. Der Wirkstoff: Ammoniumfluorid. Spodumen besteht, wie Glas, hauptsächlich aus Siliciumdioxid.
Die Forscher schätzen, dass das geschlossene Verfahren nur die Hälfte der Kosten der herkömmlichen Lithiumgewinnung aus Hartgestein verursacht und damit preislich mit der Lithiumgewinnung aus Sole konkurrenzfähig wird. Diese zumeist südamerikanischen Projekte sind typischerweise im unteren Bereich der globalen Kostenkurve angesiedelt. Die Technologie soll im Wege des MIT-Spinoffs Rock Zero kommerzialisiert werden.
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Eine neue Technologie aus den USA trennt Lithium sehr viel einfacher aus Gestein als bislang. Hartgesteinsprojekte könnten deshalb schon in Kürze ähnlich kostengünstig sein wie Sole-Projekte. Der bislang durch China dominierte Lithiummarkt dürfte sich dadurch drastisch verändern
Der Wert der Hartgesteins- Projekte könnte aufgrund eines signifikanten technischen Fortschritts binnen kurzer Zeit deutlich steigen. Massachusetts Institute of Technology (MIT)-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Lithium aus Erz deutlich einfacher, kostengünstiger und umweltfreundlicher als bislang gewinnen lässt.
Mit dem aktuellen Verfahren wird Lithium aus dem Mineral Spodumen bzw. aus einem Silikatgerüst gelöst. Dies erfordert sehr hohe Temperaturen bis etwa 1.000 Grad Celsius und zusätzlich den Einsatz von Fluorwasserstoffsäure. Durch den hohen Energieaufwand entstehen große Mengen CO2 und darüber hinaus giftige Abwässer.
Revolutioniert Ammoniumfluorid den Lithiummarkt?
Das durch das Team von Camden Hunt entwickelte Verfahren geht einen anderen Weg, der bei Zimmertemperatur und damit bei deutlich geringerem Energieaufwand möglich ist. Ammoniumhydrogendifluorid in einer wässrigen Lösung ist das entscheidende Werkzeug: Es bricht die Bindung von Silizium und Sauerstoff auf und reagiert mit den Metallen im Spodumen. Dabei entstehen mehrere Fluorsalze, darunter Lithiumfluorid, das anschließend in Lithiumhydroxid oder Lithiumkarbonat umgewandelt werden kann. Auch die anderen Salze sind verwendbar – etwa in der Herstellung von Aluminium oder Zement.
Die Idee geht auf MIT-Materialforscher Ming Chiang zurück. Dieser wollte eigenen Angaben zufolge Jahrzehnte zuvor ein Badezimmerproblem lösen: Er wollte durchsichtige Glasbausteine so bearbeiten, dass sie nicht mehr transparent, sondern nur noch durchscheinend sind. Er kaufte eine ätzende Paste, um diesen Effekt auf der Oberfläche des Glases durch Abtragen herzustellen. Der Wirkstoff: Ammoniumfluorid. Spodumen besteht, wie Glas, hauptsächlich aus Siliciumdioxid.
Die Forscher schätzen, dass das geschlossene Verfahren nur die Hälfte der Kosten der herkömmlichen Lithiumgewinnung aus Hartgestein verursacht und damit preislich mit der Lithiumgewinnung aus Sole konkurrenzfähig wird. Diese zumeist südamerikanischen Projekte sind typischerweise im unteren Bereich der globalen Kostenkurve angesiedelt. Die Technologie soll im Wege des MIT-Spinoffs Rock Zero kommerzialisiert werden.
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