Folgendes habe ich aus wallstreet online kopiert.
Ochner ist ja stark angegriffen worden, besonders auch für das Pushen der
"Luftblase" catoosee. Ich hatte bisher catoosee auch für maßlos
überbewertet gehalten. Aber der Fairness halber wollte ich auf diesen
Artikel mal aufmerksam machen.
Es geht los:
Dot.com 2000: Maßlose Übertreibung und verwirrende Analysen
Anfang des Jahres war die Welt für die zahlreichen Internet-Werte noch in Ordnung: Anleger rissen den jungen Dot.com-Firmen die Aktien förmlich aus den Händen. Zeichnungsgewinne in nicht unerheblichem Maße waren an der Tagesordnung.
So strichen Investoren beim Börsengang der Popnet Internet AG im Februar wahnwitzige Gewinne von 340 % ein. Zu 12,50 € ausgegeben debütierten die Papiere mit 55 €, scheiterten kurz darauf an der 100 €-Marke. Erstzeichner der Web.de-Aktie konnten sich im Februar ebenfalls über gut 150 % Gewinn freuen. Bis auf 70 € zogen die zu 26 € ausgegebenen Papiere an. Und dann kam der Frühling...
Und mit dem Frühling kamen Unternehmen an die Börse, die von dem Internet-Boom schnellstmöglich profitieren wollten, ohne eine intakte Story vorweisen zu können; Unternehmen wie beispielsweise Lycos Europe. Stattliche 672 Mio. € sammelte das niederländische Online-Portal bei gutgläubigen Anlegern ein. Anleger, die sich scheinbar nicht für die offensichtlichen Risiken interessierten. Denn nicht nur die Branche Internet stand durch mangelnde Akzeptanz und die vergleichsweise hohen Zugangsgebühren zu Beginn dieses Jahres auf wackeligen Beinen. Lycos hatte - und hat - unter anderem mit dem Online-Zugang Commundo auch ein hauseigenes Problem. Ohne vertragliche Verpflichtung und ohne monatliche Grundgebühr ermöglicht der Dienst seinen Kunden den Zugang zum Internet zum Ortstarif. Gewinne waren dort beileibe nicht zu erwarten. Und doch zeichneten die Anleger und wurden schon kurz nach dem Börsendebüt bitter enttäuscht. Den Ausgabepreis von 24 € sahen Investoren seitdem nie wieder: rund 5 € sind die Aktien neun Monate nach dem Börsengang noch wert; ein Minus von rund 79 %.
Wer nun darauf hoffte, Anleger und „Experten“ würden künftig vielleicht etwas sensibler mit Internet-Unternehmen umgehen und Chancen und Risiken gegeneinander abwägen, sah sich schon bald getäuscht. Plötzlich war alles das, was vor wenigen Wochen noch für gut befunden wurde, schlecht. Im Juni wurde der Internet-Boom für beendet erklärt; „The Game is over“ titelte eine amerikanische Börsenzeitung. Schlechte Nachrichten bestimmten das Tagesgeschäft, die guten gingen im Sumpf der Skandale um Letsbuyit.com, Ad Pepper, Adlink und GMX unter.
Untergegangen ist auch Pixelnet, digitaler Fotodienstleister aus dem Hause Lintec. Zu 14 € wurden die Aktien im Juni ausgegeben - für einen First Mover in einem aussichtsreichen Markt recht günstig. Doch die Vorteile wurden nicht erkannt, die Aktie geriet im allgemeinen Sog stark unter Druck. Mehr als 50 % musste das Papier zwischenzeitlich an Wert einbüßen. Mittlerweile kooperiert das Unternehmen mit AOL, hat Tochtergesellschaften in der Schweiz und in Norwegen gegründet und sich somit international gefestigt.
Nicht vergessen darf man die Rolle der Banken - gerade bei Internet-Werten. In unermesslicher Dreistigkeit werden Empfehlungen und Kursziele ausgesprochen, welche die Anleger in noch größere Verunsicherung treibt. So bescheinigte HSBC Trinkaus & Burkhardt dem Mini-Unternehmen Pixelnet beim Börsengang im Juni als Emissionsbegleiterin einen angemessenen Preis von 14 €. Drei Monate später sieht die gleiche Bank den Wert als Halteposition mit einem Kursziel von 11 €. Wieder einen Monat später spricht HSBC ein Kursziel von 8 € aus.
caatoosee ist der einzige Emittent dieses Jahres aus dem Bereich Internet, der über dem Emissionskurs liegt. 42-fach überzeichnet war die Emission im September, die Erstnotiz brachte eine Kursverdoppelung. Zum Jahresende kann die Gesellschaft noch ein wenig zulegen und liegt 130 % über dem Ausgabepreis. Guten Zahlen und konsequenter Ausweitung der Geschäftstätigkeit sei Dank.
Im kommenden Jahr suchen sicherlich wieder einige Dot.coms den Weg zum Kapitalmarkt. Was sie von den diesjährigen unterscheiden wird ist, dass sie ein ausgereiftes und breit aufgestelltes Geschäftsmodell und eine kurzfristige Tendenz zum Break Even aufweisen müssen, um Investoreninteresse zu wecken. Die Tendenz, dass ein Going Public als zusätzliche Finanzierungsrunde gesehen wird, wird es im kommenden Jahr hoffentlich nicht geben. Vielleicht gewinnen Anleger dann auch wieder Vertrauen in Internet-Werte; vielleicht schwimmen Analysten dann auch nicht mehr mit dem Strom, sondern orientieren sich an Chancen und Risiken.
Autor: Robert Sopella, 07:08 18.12.00
Ochner ist ja stark angegriffen worden, besonders auch für das Pushen der
"Luftblase" catoosee. Ich hatte bisher catoosee auch für maßlos
überbewertet gehalten. Aber der Fairness halber wollte ich auf diesen
Artikel mal aufmerksam machen.
Es geht los:
Dot.com 2000: Maßlose Übertreibung und verwirrende Analysen
Anfang des Jahres war die Welt für die zahlreichen Internet-Werte noch in Ordnung: Anleger rissen den jungen Dot.com-Firmen die Aktien förmlich aus den Händen. Zeichnungsgewinne in nicht unerheblichem Maße waren an der Tagesordnung.
So strichen Investoren beim Börsengang der Popnet Internet AG im Februar wahnwitzige Gewinne von 340 % ein. Zu 12,50 € ausgegeben debütierten die Papiere mit 55 €, scheiterten kurz darauf an der 100 €-Marke. Erstzeichner der Web.de-Aktie konnten sich im Februar ebenfalls über gut 150 % Gewinn freuen. Bis auf 70 € zogen die zu 26 € ausgegebenen Papiere an. Und dann kam der Frühling...
Und mit dem Frühling kamen Unternehmen an die Börse, die von dem Internet-Boom schnellstmöglich profitieren wollten, ohne eine intakte Story vorweisen zu können; Unternehmen wie beispielsweise Lycos Europe. Stattliche 672 Mio. € sammelte das niederländische Online-Portal bei gutgläubigen Anlegern ein. Anleger, die sich scheinbar nicht für die offensichtlichen Risiken interessierten. Denn nicht nur die Branche Internet stand durch mangelnde Akzeptanz und die vergleichsweise hohen Zugangsgebühren zu Beginn dieses Jahres auf wackeligen Beinen. Lycos hatte - und hat - unter anderem mit dem Online-Zugang Commundo auch ein hauseigenes Problem. Ohne vertragliche Verpflichtung und ohne monatliche Grundgebühr ermöglicht der Dienst seinen Kunden den Zugang zum Internet zum Ortstarif. Gewinne waren dort beileibe nicht zu erwarten. Und doch zeichneten die Anleger und wurden schon kurz nach dem Börsendebüt bitter enttäuscht. Den Ausgabepreis von 24 € sahen Investoren seitdem nie wieder: rund 5 € sind die Aktien neun Monate nach dem Börsengang noch wert; ein Minus von rund 79 %.
Wer nun darauf hoffte, Anleger und „Experten“ würden künftig vielleicht etwas sensibler mit Internet-Unternehmen umgehen und Chancen und Risiken gegeneinander abwägen, sah sich schon bald getäuscht. Plötzlich war alles das, was vor wenigen Wochen noch für gut befunden wurde, schlecht. Im Juni wurde der Internet-Boom für beendet erklärt; „The Game is over“ titelte eine amerikanische Börsenzeitung. Schlechte Nachrichten bestimmten das Tagesgeschäft, die guten gingen im Sumpf der Skandale um Letsbuyit.com, Ad Pepper, Adlink und GMX unter.
Untergegangen ist auch Pixelnet, digitaler Fotodienstleister aus dem Hause Lintec. Zu 14 € wurden die Aktien im Juni ausgegeben - für einen First Mover in einem aussichtsreichen Markt recht günstig. Doch die Vorteile wurden nicht erkannt, die Aktie geriet im allgemeinen Sog stark unter Druck. Mehr als 50 % musste das Papier zwischenzeitlich an Wert einbüßen. Mittlerweile kooperiert das Unternehmen mit AOL, hat Tochtergesellschaften in der Schweiz und in Norwegen gegründet und sich somit international gefestigt.
Nicht vergessen darf man die Rolle der Banken - gerade bei Internet-Werten. In unermesslicher Dreistigkeit werden Empfehlungen und Kursziele ausgesprochen, welche die Anleger in noch größere Verunsicherung treibt. So bescheinigte HSBC Trinkaus & Burkhardt dem Mini-Unternehmen Pixelnet beim Börsengang im Juni als Emissionsbegleiterin einen angemessenen Preis von 14 €. Drei Monate später sieht die gleiche Bank den Wert als Halteposition mit einem Kursziel von 11 €. Wieder einen Monat später spricht HSBC ein Kursziel von 8 € aus.
caatoosee ist der einzige Emittent dieses Jahres aus dem Bereich Internet, der über dem Emissionskurs liegt. 42-fach überzeichnet war die Emission im September, die Erstnotiz brachte eine Kursverdoppelung. Zum Jahresende kann die Gesellschaft noch ein wenig zulegen und liegt 130 % über dem Ausgabepreis. Guten Zahlen und konsequenter Ausweitung der Geschäftstätigkeit sei Dank.
Im kommenden Jahr suchen sicherlich wieder einige Dot.coms den Weg zum Kapitalmarkt. Was sie von den diesjährigen unterscheiden wird ist, dass sie ein ausgereiftes und breit aufgestelltes Geschäftsmodell und eine kurzfristige Tendenz zum Break Even aufweisen müssen, um Investoreninteresse zu wecken. Die Tendenz, dass ein Going Public als zusätzliche Finanzierungsrunde gesehen wird, wird es im kommenden Jahr hoffentlich nicht geben. Vielleicht gewinnen Anleger dann auch wieder Vertrauen in Internet-Werte; vielleicht schwimmen Analysten dann auch nicht mehr mit dem Strom, sondern orientieren sich an Chancen und Risiken.
Autor: Robert Sopella, 07:08 18.12.00