vonwegen Ochner und catoosee


Thema
abonnieren
Beiträge: 2
Zugriffe: 417 / Heute: 1
baanbruch:

vonwegen Ochner und catoosee

 
18.12.00 22:51
Folgendes habe ich aus wallstreet online kopiert.
Ochner ist ja stark angegriffen worden, besonders auch für das Pushen der
"Luftblase" catoosee. Ich hatte bisher catoosee auch für maßlos
überbewertet gehalten. Aber der Fairness halber wollte ich auf diesen
Artikel mal aufmerksam machen.
Es geht los:


Dot.com 2000: Maßlose Übertreibung und verwirrende Analysen
 
Anfang des Jahres war die Welt für die zahlreichen Internet-Werte noch in Ordnung: Anleger rissen den jungen Dot.com-Firmen die Aktien förmlich aus den Händen. Zeichnungsgewinne in nicht unerheblichem Maße waren an der Tagesordnung.

So strichen Investoren beim Börsengang der Popnet Internet AG im Februar wahnwitzige Gewinne von 340 % ein. Zu 12,50 € ausgegeben debütierten die Papiere mit 55 €, scheiterten kurz darauf an der 100 €-Marke. Erstzeichner der Web.de-Aktie konnten sich im Februar ebenfalls über gut 150 % Gewinn freuen. Bis auf 70 € zogen die zu 26 € ausgegebenen Papiere an. Und dann kam der Frühling...

Und mit dem Frühling kamen Unternehmen an die Börse, die von dem Internet-Boom schnellstmöglich profitieren wollten, ohne eine intakte Story vorweisen zu können; Unternehmen wie beispielsweise Lycos Europe. Stattliche 672 Mio. € sammelte das niederländische Online-Portal bei gutgläubigen Anlegern ein. Anleger, die sich scheinbar nicht für die offensichtlichen Risiken interessierten. Denn nicht nur die Branche Internet stand durch mangelnde Akzeptanz und die vergleichsweise hohen Zugangsgebühren zu Beginn dieses Jahres auf wackeligen Beinen. Lycos hatte - und hat - unter anderem mit dem Online-Zugang Commundo auch ein hauseigenes Problem. Ohne vertragliche Verpflichtung und ohne monatliche Grundgebühr ermöglicht der Dienst seinen Kunden den Zugang zum Internet zum Ortstarif. Gewinne waren dort beileibe nicht zu erwarten. Und doch zeichneten die Anleger und wurden schon kurz nach dem Börsendebüt bitter enttäuscht. Den Ausgabepreis von 24 € sahen Investoren seitdem nie wieder: rund 5 € sind die Aktien neun Monate nach dem Börsengang noch wert; ein Minus von rund 79 %.

Wer nun darauf hoffte, Anleger und „Experten“ würden künftig vielleicht etwas sensibler mit Internet-Unternehmen umgehen und Chancen und Risiken gegeneinander abwägen, sah sich schon bald getäuscht. Plötzlich war alles das, was vor wenigen Wochen noch für gut befunden wurde, schlecht. Im Juni wurde der Internet-Boom für beendet erklärt; „The Game is over“ titelte eine amerikanische Börsenzeitung. Schlechte Nachrichten bestimmten das Tagesgeschäft, die guten gingen im Sumpf der Skandale um Letsbuyit.com, Ad Pepper, Adlink und GMX unter.

Untergegangen ist auch Pixelnet, digitaler Fotodienstleister aus dem Hause Lintec. Zu 14 € wurden die Aktien im Juni ausgegeben - für einen First Mover in einem aussichtsreichen Markt recht günstig. Doch die Vorteile wurden nicht erkannt, die Aktie geriet im allgemeinen Sog stark unter Druck. Mehr als 50 % musste das Papier zwischenzeitlich an Wert einbüßen. Mittlerweile kooperiert das Unternehmen mit AOL, hat Tochtergesellschaften in der Schweiz und in Norwegen gegründet und sich somit international gefestigt.

Nicht vergessen darf man die Rolle der Banken - gerade bei Internet-Werten. In unermesslicher Dreistigkeit werden Empfehlungen und Kursziele ausgesprochen, welche die Anleger in noch größere Verunsicherung treibt. So bescheinigte HSBC Trinkaus & Burkhardt dem Mini-Unternehmen Pixelnet beim Börsengang im Juni als Emissionsbegleiterin einen angemessenen Preis von 14 €. Drei Monate später sieht die gleiche Bank den Wert als Halteposition mit einem Kursziel von 11 €. Wieder einen Monat später spricht HSBC ein Kursziel von 8 € aus.

caatoosee ist der einzige Emittent dieses Jahres aus dem Bereich Internet, der über dem Emissionskurs liegt. 42-fach überzeichnet war die Emission im September, die Erstnotiz brachte eine Kursverdoppelung. Zum Jahresende kann die Gesellschaft noch ein wenig zulegen und liegt 130 % über dem Ausgabepreis. Guten Zahlen und konsequenter Ausweitung der Geschäftstätigkeit sei Dank.

Im kommenden Jahr suchen sicherlich wieder einige Dot.coms den Weg zum Kapitalmarkt. Was sie von den diesjährigen unterscheiden wird ist, dass sie ein ausgereiftes und breit aufgestelltes Geschäftsmodell und eine kurzfristige Tendenz zum Break Even aufweisen müssen, um Investoreninteresse zu wecken. Die Tendenz, dass ein Going Public als zusätzliche Finanzierungsrunde gesehen wird, wird es im kommenden Jahr hoffentlich nicht geben. Vielleicht gewinnen Anleger dann auch wieder Vertrauen in Internet-Werte; vielleicht schwimmen Analysten dann auch nicht mehr mit dem Strom, sondern orientieren sich an Chancen und Risiken.

Autor: Robert Sopella, 07:08 18.12.00
 
Antworten
Kicky:

Gewinnschwelle für Caatoosee in weiter Ferne

 
29.06.01 03:12
Gewinnschwelle für Caatoosee in weiter Ferne
Defizit 2000/01 kräftig erhöht - Keine Prognose - Kunden zögern mit Aufträgen - Verluste aus Aktienanlagen
wb Frankfurt - Der Vorstand der Caatoosee AG wagt keine Prognose, wann der "Informationslogistiker" die Gewinnschwelle erreichen soll. Für 2001/02 wird lediglich ein Umsatzziel von 50 Mill. Euro genannt. Im abgelaufenen Turnus (Ende März) ist der Verlust deutlich gestiegen. Der Aktienkurs - er liegt bei einem Zehntel seines Hochs und weit unter dem Emissionspreis - gab am Donnerstag um bis zu 9 % nach und liegt damit nur noch leicht über dem Jahrestief. Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 90 Mill. Euro wird der Umsatz von zuletzt 45,2 Mill. DM immer noch viermal bezahlt.
Wie Vorstandschef Guido Alt bei der Bilanzvorlage in Frankfurt berichtete, halten sich die Kunden spürbar mit Investitionen zurück oder zögerten mit der Auftragsvergabe. Im laufenden Geschäftsjahr könnte ein Umsatz von etwa 100 Mill. DM nach zuvor 45,2 Mill. DM "gestaltbar" sein. Er sei "nicht grundsätzlich pessimistisch", was das Wachstum angehe, klar sei aber, dass es eine abwartende Haltung auf der Kundenseite gebe.

Laut Alt räumt der E-Business-Anbieter dem Wachstum Vorrang ein und erwartet in Asien und im arabischen Raum - hier sei man mit einem Finanzinstitut im Gespräch - Zuwächse. Doch habe die Gruppe auch am Ergebnis zu arbeiten: "Wir haben noch Sparbedarf." Eine Aussage, wann der Konzern beim - aussagekräftigen - Ergebnis vor Steuern über null landen soll, verkneifen sich Alt und seine Kollegen Martin Seith und Jan Tenné. Beim IPO im September 2000 wurde ein positives Ergebnis je Aktie für 2002/03 in Aussicht gestellt. Joint-Lead waren die damalige Dresdner Kleinwort Benson und LBBW. Mit der Steigerung des operativen Ergebnisses werde auch der Cash-flow in die positive Zone vordringen.
Hoher Goodwill
Im letzten Quartal 2002/03 soll ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwirtschaftet werden, heißt es lediglich. Neben der weiteren Expansion würden hierzu die positive Ertragsentwicklung beim Teilkonzern Redtoo AG sowie interne Schritte zur Erhöhung der Profitabilität beitragen. Angesichts des hohen Goodwill von 125,3 (i. V. 14,7) Mill. DM fallen allerdings die Abschreibungen darauf als Ergebniskomponente besonders ins Gewicht. Amortisiert werde bei der Bilanzierung nach US-GAAP binnen sechs Jahren. Tenné geht nicht davon aus, dass aufgrund der Neuregelungen der amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften 2001/02 besondere Einzelwertberichtigungen im Beteiligungskreis erforderlich werden. Die Firmenwerte bestreiten 46 % der Bilanzsumme und 59 % des Eigenkapitals. Das starke externe Wachstum schlage sich in der Belegschaftsstärke nieder. Zum Bilanzstichtag beschäftigte der Konzern 842 (Vj.: 137) Personen.
Ausreichende liquide Mittel
Der Bestand an liquiden Mitteln und veräußerbaren Wertpapieren wird zum Stichtag 31. März auf 88,7 (29,9) Mill. DM beziffert. Investiert wurde für 132,1 Mill. DM cashwirksam, wovon allein 63,5 Mill. DM in Wertpapiere gesteckt wurden. Die eine Hälfte davon ging in Blue Chips, die zweite wurde in "andere Werte" investiert, wie sich Tenné ausdrückt. Hier entstanden Buchverluste von 8 Mill. DM, die gegen das Eigenkapital verrechnet worden seien. Gegenläufig habe man zu Beginn der Rechenperiode Gewinne realisiert.
Das Defizit vor Zinsen und Steuern wuchs auf 16,8 (1,4) Mill. DM, was mit Anlaufinvestitionen in Joint Ventures, Aufwendungen in Forschung und Entwicklung sowie in die internationale Expansion zurückgeführt wird. Netto lag der Fehlbetrag bei 15,4 (0,3) Mill. DM.
Das erste Quartal 2001/2002 werde "nicht schlechter" ausfallen als das letzte 2000/2001, schätzt Alt. Damals erlöste Caatoosee 20,3 Mill. DM. Einen kräftigen Schub erwartet die Gesellschaft, die jüngst von Stuttgart in die von der Philipp Holzmann AG geräumte Niederlassung in Leonberg umzog, von der Beteiligung an der 51%-Tochter Sigma in Jakarta, an der sich Caatoosee im Februar beteiligt hatte. Hier stieg kurz darauf mit der International Finance Corporation der private Investment-Arm der Weltbank ein. Infolge des Sigma-Engagements verwässerten sich die Anteile der Caatoosee-Altaktionäre. Mindestens zwölf Monate unterlägen 12,5 Millionen der Lock-up-Frist. 51,56 % hält Alt, 22,36 % liegen im Free Float.           von der Börsenzeitung heute
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--