DIW Berlin halbiert Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,5 Prozent – 2027 Plus von 0,8 Prozent erwartet – Steigende Energiepreise nach Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar wirken als Bremse – Expansive Finanzpolitik trägt Wachstum – Zielgenaue Entlastungen für niedrige Einkommen statt Tankrabatt nötig
Nach einem leicht hoffnungsvollen Jahresauftakt ist die deutsche Wirtschaft wieder aus dem Tritt geraten. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock hat die beginnende Erholung ausgebremst, bevor sie sich festigen konnte. Gestiegene Öl- und Gaspreise treiben die Verbraucherpreise, schmälern die Kaufkraft der privaten Haushalte und verstärken die Unsicherheit. Die deutsche Wirtschaft dürfte sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal leicht schrumpfen und damit in eine technische Rezession rutschen, bevor sie sich zum Jahresende voraussichtlich stabilisiert. Zu Jahresbeginn gab es noch einen leichten Hoffnungsschimmer, da die Wirtschaft leicht expandierte.
Die Infografik des DIW Wochenberichts 24/2026 zeigt eine wirtschaftliche Zeitreihe zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland von 2020 bis 2027. Im oberen Bereich steht der Titel, dass die erwartete wirtschaftliche Erholung schwächer ausfällt als zuvor prognostiziert. Das zentrale Element ist ein kombiniertes Diagramm mit gestapelten Balken und einer Linie. Die Balken stellen die Wachstumsbeiträge verschiedener Komponenten dar: Konsum, Investitionen, Exporte und Importe. Diese sind farblich unterschieden, wobei positive Beiträge nach oben und negative Beiträge nach unten dargestellt werden. Über den Balken verläuft eine Linie, die die jährliche Veränderung des BIP in Prozent zeigt. Die y-Achse zeigt Prozentwerte von etwa minus 8 bis plus 8, die x-Achse die Jahre von 2020 bis 2027. Für jedes Jahr sind konkrete Werte angegeben, zum Beispiel ein starker Einbruch im Jahr 2020 mit etwa minus 4,1 Prozent, eine deutliche Erholung 2021 mit rund 3,9 Prozent und danach schwächere Wachstumsraten mit teilweise negativen Werten bis 2024. Für das Folgejahre 2025 gab es ein Wachstum von 0,2 Prozent, für 2026 wird ein moderates Wachstum von 0,5 Prozent prognostiziert, für 2027 0,8 Prozent. Unterhalb der Grafik befindet sich die Quellenangabe des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie ein Hinweis auf die Lizenz.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) senkt in seiner Sommer-Konjunkturprognose die Wachstumserwartung deutlich: auf 0,5 Prozent für dieses und 0,8 Prozent für das kommende Jahr, jeweils rund einen halben Prozentpunkt weniger als im Frühjahr. Die Inflation dürfte mit 2,9 Prozent in diesem und 3,0 Prozent im kommenden Jahr deutlich über dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank liegen. Die Arbeitslosenquote wird 2026 auf voraussichtlich 6,4 Prozent steigen, bevor sie 2027 wieder leicht auf 6,2 Prozent sinkt.