Von Biomüll zu GreenGas: aktueller gehts nicht


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DarkKnight:

Von Biomüll zu GreenGas: aktueller gehts nicht

 
28.03.01 21:56
Man beachte den letzten Absatz: Dividende gibt's nicht, man muß über Kurssteigerungen partizipieren. Findet hier der regenerative Fermentationsprozeß von mit Schweiß verdientem Geld zu Surf-Ski-Jodel-Adhocs statt?


Die in der industriellen Umwandlung von Biomasse in regenerative Energie (Biogas) führende Farmatic Biotech Energy AG, Nortorf, geht an den Neuen Markt: Am kommenden Montag (2. April) soll die Bookbuildingspanne bekannt gegeben werden. Die die Emission führende WestLB Panmure erwartet eine Bewertungsspanne von 22 bis 26 Euro. Der Emissionspreis soll am 5. April festgestellt werden. Die Erstnotiz wird voraussichtlich am 9. April erfolgen.

Platziert werden sollen insgesamt 2,75 Mill. Aktien, wobei 2,2 Mill. aus einer Kapitalerhöhung auf 8,2 (6) Mill. Euro stammen. Aus dem Besitz der Futura Trade werden 175 000 Aktien umplatziert. Auch der Greenshoe von 375 000 Aktien stammt aus einer Umplatzierung, wobei Vorstandsvorsitzender Peter Schrum 175 000 Aktien und Aufsichtsratsvorsitzender und Firmenmitbegründer Willi Müller 200 000 Aktien abgeben werden. Bei voller Ausnutzung des Greenshoe wird der Free Float 33,45 % betragen. Farmatic geht davon aus, dass 80 % des Materials bei Institutionellen platziert werden. Die Altaktionäre haben teilweise Lock-up-Perioden von bis zu 24 Monaten akzeptiert.


Schnelle Standortbesetzung

Die aus dem Börsengang zufließenden Mittel von 46 bis 54 Mill. Euro will Farmatic zur Hälfte für schnelle neue Standortbesetzungen einsetzen, um so die Marktanteile zu sichern. Der Markt für Biokraftwerke sei gegenwärtig im Entstehen. Farmatic kommt zugute, dass auf Referenzprojekte im In- und Ausland verwiesen werden kann.

Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern kann Farmatic von der Projektierung über den Bau und die Kontrolle des bakteriologischen Fermentationsprozesses bis hin zu Betreiberkonzeption die gesamte Wertschöpfungskette eines Biokraftwerks abdecken. In Biokraftwerken wird aus organischen Abfallstoffen durch den Einsatz spezieller Mikroorganismen-Cocktails regenerative Energie gewonnen. Entwickelt würden jetzt Verfahren zur biotechnologischen Aufbereitung von Biogas in Erdgasqualität. Dies soll bis Ende 2002 möglich sein. Biogas soll dann in die Erdgasnetze zur Verwendung in Haushalten und Industrie eingespeist werden können. Ebenso arbeite Farmatic am Einsatz eines Erdgassubstituts (Greengas - aufbereitetes Biogas) als Primärbrennstoff für Brennstoffzellen.

Bis zum Jahr 2004 sind 50 Biogasprojekte in Deutschland geplant. Zehn Betreibergesellschaften seien bereits gegründet. Außerdem ist die Übernahme von kleineren Wettbewerbern geplant. 30 % des Emissionsvolumens sollen der Forschung und Entwicklung und rund 20 % der Stärkung der Eigenkapitalbasis zugute kommen. Das frühere Hauptgeschäftsfeld lag in der biologischen Wasseraufbereitung. Hier wurden weltweit mehr als 1 000 Kläranlagenprojekte durchgezogen.


Ergebnis von 1,8 Mill. Euro

Bis zum Jahr 2004 soll sich der Umsatzanteil der Biokraftwerkstechnologie am Gesamtumsatz auf 90 % erhöhen. Im Jahr 2000 standen sich beide Sparten noch im Verhältnis 40 : 60 gegenüber. Im laufenden Jahr soll sich der Umsatz auf 40,5 (18,2) Mill. Euro mehr als verdoppeln. In den kommenden Jahren soll es über 85,4 (2002), 131,7 (2003) und 186,1 Mill. Euro (2004) zügig weitergehen.

Das Unternehmen habe immer profitabel gearbeitet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll im laufenden Jahr bei 1,8 (0,6) Mill. Euro zum liegen kommen. In den kommenden Jahren soll die Entwicklung über 7,7 und 17,0 auf 35,6 Mill. Euro laufen.


Ehrgeizige Kapitalrendite

Dass die Ebit-Quote von 4,3 % (2001) auf 19,9 % (2005) ansteige, hänge mit einer Kostendegression von 1 bis 2 % pro Jahr, einer modularen Bauweise sowie besseren Deckungsbeiträgen der Biotechnik gegenüber dem Abwassergeschäft zusammen. Die Kapitalrendite soll von 11,1 % auf 65 % im Jahr 2005 steigen. Die neuen Aktionäre sollen an der Entwicklung primär über Kurssteigerungen partizipieren. Mittelfristig sei keine Dividende vorgesehen.


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