Händler in Kabul uneins über angemessenen Euro-Kurs
Die Ankunft des Euro hat in Kabul zu aufgeregten Menschenmengen und einem erheblichen Gedränge auf dem Geldmarkt Schah Zada geführt. Dabei wies der Kurs der Gemeinschaftswährung eine alarmierende Volatilität gegenüber der Landeswährung Afghani auf.
Bei extrem schwachem Handel nannten Geldwechsler, die außerdem Stoffe, Kokosnüsse und Kassetten mit afghanischer Popmusik verkaufen, Kurse zwischen 19.000 und 29.000 Afghani zum Euro. Obwohl die Händler mit ihren Taschenrechnern eigentlich illegal arbeiten, setzen sie doch den effektiven Kurs des Afghani in der Hauptstadt fest.
Hocherfreut zeigte sich Afghanistans neuer Zentralbankchef Abdul Kadim Fitrat über 15 Euro, die ihm von einem Korrespondenten überreicht wurden. Das Land verfügt derzeit über keinerlei Devisenreserven, da die Taliban vor ihrer Flucht sämtliche Dollars aus den Tresoren in Kabul mitgenommen hatten. Fitrat sagte, er werde sich die Euro-Noten rahmen und in sein Büro hängen.
Die Händler in Schah Zada hingegen sind sich uneins über die europäische Währung. "Wir haben davon gehört, aber wir haben sie noch nie vorher gesehen", sagt Farid, der sich begeistert über das Ergebnis des ambitioniertesten Währungsexperiments der Welt zeigt. Den 20 Euro-Schein testet er - unter Missachtung der ausgeklügelten Sicherheitskennzeichen - durch Fingerreiben auf seine Echtheit. Zunächst will jedoch keiner seiner Kollegen ein Angebot für den Euro in Afghani abgeben. Allerdings bietet ein Händler verlockende 1,5 $.
Markt für alle Waren
Dann schlägt einer seiner Kollegen doch einen Kurs von 19.000 Afghani vor. Enttäuschend wenig, denn der Kurs des Dollar schwankt zwischen 28.500 und 30.000 Afghani. In einer Stadt, in der es für alles Märkte gibt - inklusive Waffen, Drogen und politischer Loyalitäten - ist dies ein bedenkliches Signal für die neue Währung, die doch eigentlich dem Dollar Konkurrenz machen sollte.
Schließlich findet sich aber doch noch ein Händler, der mit seinem beherzten Engagement einen kleinen Beitrag zur Geschichte der neuen Währung leistet: "Ich habe den Kurs im Radio gehört, auf BBC", sagt Fariad Doun. Er zückt seinen Taschenrechner und bietet 29.000 Afghani - ein akzeptabler Kurs. Doun, ein 80-jähriger Schah-Zada-Veteran, sagt, er habe den Kurs über den Wert der pakistanischen Rupie gegenüber dem Euro und dem Dollar errechnet. Damit war der Kurs fixiert.
Kabul-Reisende, die demnächst in die Verlegenheit kommen, Afghani in Euro tauschen zu wollen, sollten sich daher an Fariad Doun in Schah Zada wenden. Er ist im Besitz von 20 Euro.
Die Ankunft des Euro hat in Kabul zu aufgeregten Menschenmengen und einem erheblichen Gedränge auf dem Geldmarkt Schah Zada geführt. Dabei wies der Kurs der Gemeinschaftswährung eine alarmierende Volatilität gegenüber der Landeswährung Afghani auf.
Bei extrem schwachem Handel nannten Geldwechsler, die außerdem Stoffe, Kokosnüsse und Kassetten mit afghanischer Popmusik verkaufen, Kurse zwischen 19.000 und 29.000 Afghani zum Euro. Obwohl die Händler mit ihren Taschenrechnern eigentlich illegal arbeiten, setzen sie doch den effektiven Kurs des Afghani in der Hauptstadt fest.
Hocherfreut zeigte sich Afghanistans neuer Zentralbankchef Abdul Kadim Fitrat über 15 Euro, die ihm von einem Korrespondenten überreicht wurden. Das Land verfügt derzeit über keinerlei Devisenreserven, da die Taliban vor ihrer Flucht sämtliche Dollars aus den Tresoren in Kabul mitgenommen hatten. Fitrat sagte, er werde sich die Euro-Noten rahmen und in sein Büro hängen.
Die Händler in Schah Zada hingegen sind sich uneins über die europäische Währung. "Wir haben davon gehört, aber wir haben sie noch nie vorher gesehen", sagt Farid, der sich begeistert über das Ergebnis des ambitioniertesten Währungsexperiments der Welt zeigt. Den 20 Euro-Schein testet er - unter Missachtung der ausgeklügelten Sicherheitskennzeichen - durch Fingerreiben auf seine Echtheit. Zunächst will jedoch keiner seiner Kollegen ein Angebot für den Euro in Afghani abgeben. Allerdings bietet ein Händler verlockende 1,5 $.
Markt für alle Waren
Dann schlägt einer seiner Kollegen doch einen Kurs von 19.000 Afghani vor. Enttäuschend wenig, denn der Kurs des Dollar schwankt zwischen 28.500 und 30.000 Afghani. In einer Stadt, in der es für alles Märkte gibt - inklusive Waffen, Drogen und politischer Loyalitäten - ist dies ein bedenkliches Signal für die neue Währung, die doch eigentlich dem Dollar Konkurrenz machen sollte.
Schließlich findet sich aber doch noch ein Händler, der mit seinem beherzten Engagement einen kleinen Beitrag zur Geschichte der neuen Währung leistet: "Ich habe den Kurs im Radio gehört, auf BBC", sagt Fariad Doun. Er zückt seinen Taschenrechner und bietet 29.000 Afghani - ein akzeptabler Kurs. Doun, ein 80-jähriger Schah-Zada-Veteran, sagt, er habe den Kurs über den Wert der pakistanischen Rupie gegenüber dem Euro und dem Dollar errechnet. Damit war der Kurs fixiert.
Kabul-Reisende, die demnächst in die Verlegenheit kommen, Afghani in Euro tauschen zu wollen, sollten sich daher an Fariad Doun in Schah Zada wenden. Er ist im Besitz von 20 Euro.