Aus der FTD vom 13.8.2002 www.ftd.de/kapital
Das Kapital: Volatilität ist keine Einbahnstraße
Die Anleger fürchten sie wie die Pest. Aber Volatilität ist nicht nur ein Ausdruck von Risiko; im gleichen Maße verheißt sie auch Chancen. Die am VDax gemessene erwartete Schwankungsbreite des Dax liegt jetzt etwa 2,3-mal höher als im Schnitt seit 1992.
Der auf den S&P 500 bezogene Vix notiert doppelt so hoch wie im historischen Mittel. Übersetzt heißt das nur, dass die Anleger nicht so recht wissen, wie Aktien zu bewerten sind. Geht es nach der Volatilität, könnte der Dax noch leicht auf 2500 Zähler fallen. Ebenso gut könnte er rasch auf 4800 Punkte steigen. In der Tat werden die Schwankungen extrem bleiben, schon weil die Meinungen so weit auseinander klaffen. Die einen glauben, Aktien seien jetzt (spott-)billig, jedenfalls im Vergleich zu Anleihen. Die anderen werten die purzelnden Rentenrenditen als Zeichen von Wachstumsschwäche oder gar Depression; sie verweisen auf die US-Ungleichgewichte, die Konsequenzen von Überinvestition und Baisse sowie auf Euro-Sklerose und japanische Deflation. Nicht zuletzt daher hat Morgan Stanley die globalen Wachstumsprognosen soeben dramatisch gestutzt.
Wer glaubt, Aktien seien billig, hat jedenfalls schon verloren. Geht alles gut, notiert der S&P 500 mit dem 17fachen 2003er Gewinn - vor Optionskosten. Das ist allenfalls fair, nicht billig. Das Gebot nicht der Stunde, sondern der nächsten Jahre bleibt deshalb: handeln. Die diversen japanischen Bärenrallys in den 90er Jahren hätten einen steinreich machen können, eben weil Volatilität keine Einbahnstraße ist. Aber es kommen bessere Gelegenheiten als die jetzige, selbst wenn Alan Greenspan am Dienstag einen Coup landet.
Das Kapital: Volatilität ist keine Einbahnstraße
Die Anleger fürchten sie wie die Pest. Aber Volatilität ist nicht nur ein Ausdruck von Risiko; im gleichen Maße verheißt sie auch Chancen. Die am VDax gemessene erwartete Schwankungsbreite des Dax liegt jetzt etwa 2,3-mal höher als im Schnitt seit 1992.
Der auf den S&P 500 bezogene Vix notiert doppelt so hoch wie im historischen Mittel. Übersetzt heißt das nur, dass die Anleger nicht so recht wissen, wie Aktien zu bewerten sind. Geht es nach der Volatilität, könnte der Dax noch leicht auf 2500 Zähler fallen. Ebenso gut könnte er rasch auf 4800 Punkte steigen. In der Tat werden die Schwankungen extrem bleiben, schon weil die Meinungen so weit auseinander klaffen. Die einen glauben, Aktien seien jetzt (spott-)billig, jedenfalls im Vergleich zu Anleihen. Die anderen werten die purzelnden Rentenrenditen als Zeichen von Wachstumsschwäche oder gar Depression; sie verweisen auf die US-Ungleichgewichte, die Konsequenzen von Überinvestition und Baisse sowie auf Euro-Sklerose und japanische Deflation. Nicht zuletzt daher hat Morgan Stanley die globalen Wachstumsprognosen soeben dramatisch gestutzt.
Wer glaubt, Aktien seien billig, hat jedenfalls schon verloren. Geht alles gut, notiert der S&P 500 mit dem 17fachen 2003er Gewinn - vor Optionskosten. Das ist allenfalls fair, nicht billig. Das Gebot nicht der Stunde, sondern der nächsten Jahre bleibt deshalb: handeln. Die diversen japanischen Bärenrallys in den 90er Jahren hätten einen steinreich machen können, eben weil Volatilität keine Einbahnstraße ist. Aber es kommen bessere Gelegenheiten als die jetzige, selbst wenn Alan Greenspan am Dienstag einen Coup landet.