Visa und MasterCard vor Konkurs?


Thema
abonnieren
Beiträge: 6
Zugriffe: 671 / Heute: 3
Happy End:

Visa und MasterCard vor Konkurs?

 
07.06.02 09:46

40-Milliarden-Klage gegen Visa und MasterCard


Die Kreditkartenunternehmen Visa und MasterCard sollen dem US-Einzelhandel ein überteuertes Zahlungssystem aufgezwungen haben. Wenn die beiden Unternehmen vor Gericht unterliegen, drohen ihnen Schadenersatzforderungen in Höhe von mindestens 39 Milliarden Dollar.

New York - Eine Reihe großer US-Einzelhandelskonzernen, darunter Wal-Mart, Sears Roebuck & Co. und Safeway, werfen den beiden Kreditkartenfirmen einen Missbrauch von Marktmacht vor. In einem Vorverfahren wird der Streit möglicherweise bereits kommende Woche vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten verhandelt.
Die Einzelhändler beschuldigen Visa USA und MasterCard International, ihre starke Stellung im Kreditkartenmarkt ausgenutzt zu haben, um den Einzelhändlern auch ihre so genannten Debit Cards aufzuzwingen. Während bei einer Kreditkarte die Beträge erst nach einigen Wochen vom Konto des Inhabers abgebucht werden, funktionieren die in den USA weit verbreiteten Debit Cards ähnlich wie EC-Karten. Bereits nach wenigen Tagen wird das Geld vom Konto des Konsumenten auf das des Einzelhändles überwiesen - nach Abzug einer Gebühr, die der Aussteller der Karte einbehält.

Wuchergebühren für Debit Cards

Die Einzelhändler werfen Visa und MasterCard vor, deren Debit Cards seien völlig überteuert. Im Schnitt, so die Kläger, berechneten Debit-Card-Unternehmen den Händlern je 100 Dollar Kartenumsatz neun Cents an Gebühren. Die beiden Platzhirsche Visa und MasterCard verlangten hingegen mehr als fünfzehnmal so viel - nämlich 1,49 Dollar je 100 Dollar. Der einzige Grund, warum der Handel die überteuerten Debit Cards akzeptierte, sei der Druck, den die beklagten Kreditkartenunternehmen auf sie ausgeübt hätten, so die Händler.

Als Visa und MasterCard die margenträchtigen Debit Cards einführten, verpflichteten sie die Einzelhändler zur Akzeptanz aller ihrer Produkte: Jeder Einzelhändler, der Einkäufe mit Kreditkarten von Visa und MasterCard abrechnen will, muss auch die Debit Cards der Unternehmen akzeptieren. Da in den Vereinigten Staaten der Großteil aller Einkäufe per Kreditkarte abgewickelt wird, war es den Einzelhandelsketten unmöglich, dieses Karten-Junktim zu umgehen, argumentieren die Klägeranwälte. Etwa 75 Prozent der Kreditkartentransaktionen in den USA werden mit Plastikgeld von Visa oder MasterCard getätigt.

Ehre sei allen Karten

Viva und MasterCard halten die in den Vereinigten Staaten als "Honor all cards" bekannte Regelung hingegen für besonders wettbewerbsfreundlich, da sie die Rechte des Konsumenten stärke. "Ohne die Regel könnten die Händler festlegen, welche Bezahlungsmethode der Kunde verwenden muss", so MasterCards Anwalt Noah Hanft.

Der Rechtsstreit ist schon durch mehrere Instanzen gewandert. Zurzeit versuchen die Kreditkartenfirmen vor dem Obersten Gericht zu verhindern, dass den Einzelhändlern das Recht auf eine Sammelklage eingeräumt wird. Einer Sammelklage könnte sich nämlich jeder Supermarkt in den USA anschließen.

Riesige Schadenersatzzahlung

Die Summe, die MasterCard und Visa unter Umständen werden zahlen müssen, berechnet sich aus dem Schaden, der den Einzelhändlern durch das kartellähnliche Verhalten entstanden sein soll. Laut Gerichtsdokumenten, die dem "Wall Street Journal" vorliegen, beläuft sich die Summe auf 39 bis 47,5 Milliarden Dollar. Die Anwälte der Kreditkartenunternehmen halten unter Einbeziehung aller Faktoren sogar die Zahl von 100 Milliarden Dollar für möglich.

Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die volle Summe selbst dann nicht gezahlt würde, wenn die Klage der Handelsketten erfolgreich ist. Wahrscheinlicher sei es, dass sich die Parteien zuvor vergleichen. Außerdem hätten Visa und MasterCard angesichts der immensen Summe die Möglichkeit, Konkurs anzumelden und sich in den Gläubigerschutz zu flüchten.
Antworten
Happy End:

up - um Eure Stimmung zu verbessern *lol*

 
07.06.02 14:19
 
Antworten
Happy End:

Niederlage von Visa und MasterCard vor Gericht!

 
11.06.02 06:08
Visa und MasterCard müssen sich auf hohe Schadensersatzzahlungen an US-Einzelhändler einstellen. Das Oberste Gericht entschied am Montag gegen die Kreditkartenfirmen im Streit um die Debit Cards.

Der Oberste Gerichtshof hat am Montag in einem Streit zwischen dem US-Einzelhandel und Visa sowie MasterCard gegen die Kreditkartenfirmen entschieden. Er lehnte es ab, das Urteil einer Vorinstanz aufzuheben, wonach ein Schadensersatzprozess gegen Visa und MasterCard als Sammelklage gewertet wird. Demnach stünden die Kreditkartenfirmen bei einer Verurteilung nicht nur bei den konkreten Klägern, sondern dem gesamten US-Einzelhandel in der Pflicht.
Die Klage wurde 1996 im Namen von mehr als vier Millionen Einzelhändlern in den USA angestrengt. Die Kreditkartenfirmen hatten vergeblich vor Gericht argumentiert, eine solch hohe Zahl Prozessgegnern sei nicht zu bewältigen.

Verfahren an untere Instanz zurückverwiesen

Das Oberste Gericht wies den Einwand von Visa und MasterCard ohne Begründung zurück, und verwies das Verfahren zur weiteren Bearbeitung an die untere Instanz in New York zurück.

In dem Prozess geht es darum, ob die Kreditkartenfirmen den Handel zwingen können, die so genannten Debit Cards zu akzeptieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kreditkarten wird bei der Zahlung mit Debit Cards per Lastschrift vom Konto des Inhabers abgebucht. Sie entsprechen der in Deutschland verbreiteten EC-Karte und können auch an Geldautomaten verwendet werden.

Mehrere US-Einzelhandelskonzerne, darunter Marktführer Wal-Mart, machen in dem Prozess in New York geltend, dass sie für die Debit Cards von Visa und MasterCard zu viel bezahlen müssen. Die Bearbeitungsgebühren betragen demnach bis zu 1,49 Prozent, bei Karten dieser Art von Konkurrenzunternehmen nur 0,09 Prozent.

Zwang zu teuren Debit Cards

Visa und MasterCard, die den Markt für die in den USA weit verbreiteten Kreditkarten beherrschen, hatten vor einem Jahrzehnt zusätzlich die Debit Cards eingeführt. Sie zwangen dabei die Geschäfte angeblich, ihre Debit Cards zu akzeptieren – ansonsten hätten sie die Kreditkarten-Verträge mit den beiden Unternehmen verloren. Die klagenden Parteien sehen darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Presseberichten zufolge dürfte sich der Schadensersatz auf 39 Milliarden Dollar summieren, sollten die beiden Kreditkartenfirmen tatsächlich verurteilt werden. Das «Wall Street Journal» hält es aber für unwahrscheinlich, dass es zu einer sofortigen Zahlung der Schadenersatzsumme in voller Höhe kommt. Sollten sie verurteilt werden, würden die beiden Unternehmen, die sich im Besitz der größten US-Banken befinden, vermutlich Insolvenz beantragen. Wahrscheinlicher sei eine Einigung mit den Klägern auf eine geringere Schadenersatz-Summe, berichtete das Blatt jüngst. Zusätzlich würden Visa und MasterCard dann vom Gericht festgelegte Auflagen erfüllen müssen. (nz)  
Antworten
schnee:

von findet man

 
23.06.02 17:11
eine Übersicht welche Banken bei Visa beteiligt sind?
Antworten
calexa:

Es gibt in Amerika bundesstaatliche

 
23.06.02 20:22
Gesetz, die verbieten, daß ein Unternehmen durch eine Schadensersatzklage in Konkurs gehen muß. Also ruhig bleiben.....

By the way: Dann schaut Euch doch mal Pay Pal an (www.paypal.com). Die kooperieren u.a. mit Ebay. Eine echte Alternative zu den Kreditkarten, wenn es um das Bezahlen im Internet geht. Natürlich noch nicht so weit verbreiten. Aber das Unternhemen macht Gewinn!

So long,
Calexa
www.carstenlexa.de
www.direcdesign.de
Antworten
funkyday:

Der Ruf von PayPal...

 
23.06.02 21:38
...ist aber nicht so super. Ich habe schon oft Leute über deren Verhalten fluchen hören.

Unter http://paypalsucks.com/ kann man sich ein wenig darüber auklären lassen. Sicherlich haben die auch viele zufriedene Kunden, aber können so viele Probleme Zufälle sein?
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--