Ich dachte ich hätte den neuesten Krampf in den ewigen Steueränderungen
verstanden, fühle mich in den letzten Tagen aber zunehmend verunsichert.
Daher bitte ich Euch um Klarstellung. Einige werden wohl etwas mehr Durchblick als ich haben.
In den Beispielen in diversen Medien ist immer von Verlustvorträgen und 50% Steuersatz
die Rede. Ich biete jetzt einmal ein Beispiel, das mit diesen Angaben rein gar nichts gemein hat.
Man nehme eine mir bekannte Dame, die getrennt von ihrem Partner veranlagt wird. Sie profitiert
zwar in der Praxis von seinem nicht gerade geringem Einkommen, selber hat sie aber mit einem
630 Mark Job nur etwa 7 Tausend Mark Einkommen in 2000. Mit einigen erfolgreichen
Transaktionen zu Jahresanfang hat sie etwa 6 Tausend Gewinn innerhalb der Spekufrist realisiert.
Zusammen liegt sie also mit ca. 13 Tausend unter der Steuergrenze.
Nun hat sie aber leider (wie ich auch - und sicher noch viele andere mehr) zu lange durchgehalten
und ne Menge Scheisse anne Backe. Ihre Buchverluste noch innerhalb der Speku liegen
zur Zeit bei etwa 20 Tausend. Ich hatte ihr geraten, einen Teil im Januar zu realisieren um somit
ein Negativ-Polster gegen sehr wahrscheinliche spätere Gewinne (z.B. bei Neuemissionen) in 2001
zu haben. Jetzt aber, wie gesagt, werde ich unsicher, vonwegen nur noch zur Hälfte anrechenbar etc.
1) Ist es wirklich richtig, daß sie sämtliche jetzt noch bis Jahresende realisierten Verluste KOMPLETT
ins nächste Jahr vortragen kann? Das heißt, sie selber entscheidet wieviel sie 2000 und wieviel sie
2001 zuordnen will? Oder werden jetzige Verluste erstmal ZWANGSWEISE gegen die 6000 Gewinn aufgerechnet und nur das, was 6000 übersteigt kann für 2001 verwendet werden? (Was ja Unsinn wäre, da das Gesamteinkommen unter der Steuergrenze liegt). So hatte ich das bisher verstanden.
2) Wenn Antwort zu 1 = ja (also das erste richtig) und jeder seine Verluste nach eigenem Gutdünken
einsetzen darf, dann ist es auch vorstellbar, daß jemand oberhalb der Steuergrenze jetzt Verluste
realisiert, sie aber nicht gegen seine aktuellen Gewinne aufrechnet (dafür volle Steuern abdrückt)
sondern komplett ins nächste Jahr mitnimmt, weil er sich da noch höhere Gewinne ausrechnet.
Ich kann mir eine solche Entscheidungsfreiheit angesichts der bisher erlebten Verarschung durch
unsere Regierung einfach nicht vorstellen. Ich habe allerdings auch keinerlei Ahnung von
Schiff-Abschreibungsmodellen und ähnlichen Tricks..
Ich freue mich auf Eure hilfreichen Hinweise.
Gruß
baanbruch
verstanden, fühle mich in den letzten Tagen aber zunehmend verunsichert.
Daher bitte ich Euch um Klarstellung. Einige werden wohl etwas mehr Durchblick als ich haben.
In den Beispielen in diversen Medien ist immer von Verlustvorträgen und 50% Steuersatz
die Rede. Ich biete jetzt einmal ein Beispiel, das mit diesen Angaben rein gar nichts gemein hat.
Man nehme eine mir bekannte Dame, die getrennt von ihrem Partner veranlagt wird. Sie profitiert
zwar in der Praxis von seinem nicht gerade geringem Einkommen, selber hat sie aber mit einem
630 Mark Job nur etwa 7 Tausend Mark Einkommen in 2000. Mit einigen erfolgreichen
Transaktionen zu Jahresanfang hat sie etwa 6 Tausend Gewinn innerhalb der Spekufrist realisiert.
Zusammen liegt sie also mit ca. 13 Tausend unter der Steuergrenze.
Nun hat sie aber leider (wie ich auch - und sicher noch viele andere mehr) zu lange durchgehalten
und ne Menge Scheisse anne Backe. Ihre Buchverluste noch innerhalb der Speku liegen
zur Zeit bei etwa 20 Tausend. Ich hatte ihr geraten, einen Teil im Januar zu realisieren um somit
ein Negativ-Polster gegen sehr wahrscheinliche spätere Gewinne (z.B. bei Neuemissionen) in 2001
zu haben. Jetzt aber, wie gesagt, werde ich unsicher, vonwegen nur noch zur Hälfte anrechenbar etc.
1) Ist es wirklich richtig, daß sie sämtliche jetzt noch bis Jahresende realisierten Verluste KOMPLETT
ins nächste Jahr vortragen kann? Das heißt, sie selber entscheidet wieviel sie 2000 und wieviel sie
2001 zuordnen will? Oder werden jetzige Verluste erstmal ZWANGSWEISE gegen die 6000 Gewinn aufgerechnet und nur das, was 6000 übersteigt kann für 2001 verwendet werden? (Was ja Unsinn wäre, da das Gesamteinkommen unter der Steuergrenze liegt). So hatte ich das bisher verstanden.
2) Wenn Antwort zu 1 = ja (also das erste richtig) und jeder seine Verluste nach eigenem Gutdünken
einsetzen darf, dann ist es auch vorstellbar, daß jemand oberhalb der Steuergrenze jetzt Verluste
realisiert, sie aber nicht gegen seine aktuellen Gewinne aufrechnet (dafür volle Steuern abdrückt)
sondern komplett ins nächste Jahr mitnimmt, weil er sich da noch höhere Gewinne ausrechnet.
Ich kann mir eine solche Entscheidungsfreiheit angesichts der bisher erlebten Verarschung durch
unsere Regierung einfach nicht vorstellen. Ich habe allerdings auch keinerlei Ahnung von
Schiff-Abschreibungsmodellen und ähnlichen Tricks..
Ich freue mich auf Eure hilfreichen Hinweise.
Gruß
baanbruch