Verbrauchervertrauen: Interpretation der Daten


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Zick-Zock:

Verbrauchervertrauen: Interpretation der Daten

 
12.07.02 23:22
hat das schon jemand reingestellt? ist ja echt ein hammer,
lest mal da weiter unten markiert...



Verbrauchervertrauen: Interpretation der Daten
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©BörseGo - www.boerse-go.de

CIBC World Markets´Peter Buchanan warnt vor dem Einbruch in den vorläufigen Daten zum Verbrauchervertrauen.


Der Juli Index zum Konsumentenvertrauen der University of Michigan fiel 92.4 im Juni auf 86.5.

Die Daten liesen laut dem Volkswirt darauf schließen, dass der Verbraucher in Zukunft sparsamer würde, was das junge Pflänzchen der Konjunkturerholung stark dämpfen würde. Wenn es irgendwelche Zweifel an der Auswirkung des Aktienmarktes und der Terrorangst auf den Verbraucher gab, wurden sie mit diesen Daten ausgeräumt, meint Buchanan.

"Der Report setzt noch mehr Warnsignale zu einer Zeit, wo der Ausblick auf die weitere Wirtschaftsentwicklung zunehmend schwer einzuschätzen ist."


Mark Zandi, leitender Ökonom bei Economy.com, warnte bereits vor Veröffentlichung der Daten zum Konsumentenvertrauen vor einer Auswirkung der schwachen Börsenlage auf die Investitionslaune der Verbraucher. "Die Risiken für die Wirtschaft sind erschreckend groß," sagte er. (BörseGO berichtete)

Das S&P Investment Policy Committee nannte das Geschehen auf dem Kapitalmarkt am gestrigen Donnerstag "frustrierend und beängstigend." Seit Jahresanfang liegt der S&P 500 mit fast 20 Prozent im Minus.

Viele Experten sind der Meinung, dass die Erholung der Wirtschaft im Januar begann. Seither haben die Kurs an den Börsen im zweistelligen Bereich Verluste verzeichnet, eine Entwicklung, wie sie zuvor noch nie gesehen wurde.

Analysten stellen nun die Frage, ob der Aktienmarkt als Indikator für Probleme der Wirtschaft herangezogen werden könnte.

"Der Rückgang des Aktienmarktes erhöht bestimmt die Wahrscheinlichkeit auf ein weiteres Abgleiten in eine Rezession, weil er die Dinge zerbrechlicher macht," so David Wyss, Chefökonom bei S&P.


aber war es nicht schon immer so? oder wie meinen die das...?
Antworten
Kicky:

die enorme Verschuldung birgt erhebliche Gefahren

 
12.07.02 23:42
Die Zeiten sind unsicher, nicht zuletzt wegen der Art und Weise, in der sich die Weltwirtschaft und das Finanzsystem auf das lang anhaltende Kurshoch eingestellt hatten. Dieses System birgt Gefahren, weil es auf Krediten beruht. Die Aufnahme von Fremdmitteln ist zwar nicht so ausgeprägt wie bei dem amerikanischen Hedgefonds Long-Term Capital Management, der 1998 unterging, doch sie ist stark verbreitet. Die Auswirkungen der Kreditaufnahme zeigen sich insbesondere in den USA, wo die Unternehmen, die in den Jahren des Booms ihre Kapitalbasis erhöhten, jetzt trotz fallender Umsatzerlöse regelmäßig Kapitaldienst zu leisten haben.
Doch dieses Phänomen ist allgegenwärtig. So erwerben etwa Lebensversicherungsgesellschaften Finanzbeteiligungen, um ihren Zahlungsverpflichtungen bei Todesfall oder Versicherungsablauf nachkommen zu können. Aufsichtsbehörden verlangen von den Versicherungen Nachweise darüber, dass sie über genügend Wirtschaftskraft verfügen, um ihren Verpflichtungen erfüllen zu können. Um diesen Nachweis zu erbringen, können Versicherer gezwungen sein, Aktien zu verkaufen und das Kapital in Anleihen zu stecken, da diese weniger schwanken.  Diese Umschichtung kann die Märkte in eine "Todesspirale" treiben, da fallende Kurse die Versicherer zum Verkauf von Aktien zwingen. Dies lässt die Kurse weiter sinken, was wiederum zu weiteren Verkäufen führt.  Unternehmen im kurzfristigen Versicherungsgeschäft gehören ebenfalls zu den Betroffenen. Sie machen normalerweise Verluste durch ihre Emissionstätigkeit, die sie durch Beteiligungsgewinne wieder wettmachen. Doch als die Gewinne sanken, waren die Versicherer gezwungen, die Prämien zu erhöhen, was zu höheren Kosten für die Firmen führte.  Zudem haben Versicherungsgesellschaften einen beträchtlichen Einfluss auf das Geschehen am Aktienmarkt, denn bei steigenden Sorgen über ihre Finanzen fällt automatisch der Kurs ihrer Aktien. Dies erzeugt zusätzlichen Druck auf den gesamten Markt. Das gleiche Problem haben die Banken, die über ihre Handelsaktivitäten von einer schwachen Börse betroffen sind und in ihren klassischen Geschäftsfeldern wie der Vermittlung von Fusionen und Unternehmenskäufen erhebliche Gewinneinbußen erleiden.  Und dann sind da noch die Rentenversicherungen. Unternehmen, die ihre Kunden Renten auf der Grundlage des letzten Gehalts versprochen haben, sind auf Gewinne aus Aktiengeschäften angewiesen, um ihre Verpflichtungen erfüllen zu können. Dies entspricht eigentlich einer Verkaufsoption auf den Aktienmarkt. Wenn die Kurse weiter fallen, müssen die Rentenversicherer eventuell Geld nachschießen, was die Gewinne mindern wird.  Drei Szenarien  Wenn US-Werte weiter an Vertrauen verlieren, kann das entscheidende Folgen für die Wirtschaft haben. Das Land braucht einen Kapitalzufluss von mehr als 1 Mrd. $ pro Tag, um das gegenwärtige Leistungsbilanzdefizit auszugleichen. Auch die USA sind eine kreditfinanzierte Wette eingegangen: Sie haben sich ausländisches Geld in der Annahme geborgt, dass sie es mit hohen Renditen investieren könnten.  Wenn die Anleger nicht mehr bereit sind, das Defizit durch Investition in amerikanische Wertpapiere zu den gegenwärtigen Preisen zu finanzieren, kann eines von drei Szenarien eintreten: Die USA müssen ihre Import-Ausgaben stark einschränken, was den Welthandel treffen würde. Die Fed muss die Zinsen erhöhen, um ausländische Investoren anzulocken, was die US-Wirtschaft bremsen würde. Der Dollar muss so weit fallen, dass US-Wertpapiere wieder attraktiv werden, aber das würde den Deflationsdruck auf Europa und Asien verstärken.  Doch vielleicht kommt es nicht zum Schlimmsten. Wenn die Weltwirtschaft sich weiter erholt, werden auch die Unternehmensgewinne stetig steigen. Das könnte das Vertrauen in amerikanische Werte wiederherstellen und vielleicht dafür sorgen, dass Enron, Worldcom und Xerox von den Investoren nur als unvermeidliche Ausrutscher am Ende eines Bullenmarktes gesehen werden.  Aber selbst bei einer Erholung werden die Märkte und die Konjunktur nicht unverändert bleiben. Die Aufsichtsbehörden sind bereits dabei, die Kontrolle über die Wirtschaftsprüfer und Investmentbanken zu verschärfen. Auch die Unternehmen werden nicht mehr den gleichen Freiraum haben, den sie in den 90er Jahren genießen konnten. Und es wird lange dauern, bis die Anleger wieder in eine so kauffreudige Stimmung verfallen, wie noch vor gut zwei JahrenFinancial Times Deutschland

und der letzte Satz dürfte der entscheidende sein:mit dem Szenario einer steigenden Belastung durch erhöhte Zinsen werden alle die getroffen ,die verstärkt Hypotheken aufgenommen haben,wo soll denn da noch Kauflaune aufkommen?
Ohnehin haben sie schon ihre Restaurantaufenthalte reduziert,auch die Auslandsferien,die Autos werden bald noch ein Jahr oder zwei länger gefahren,und bevor man neue Klamotten kauft,denkt man erst mal daran,was noch alles im Schrank hängt.Wir kennen doch die reduzierten Autoverkaufszahlen der letzten Monate und das Klagen der Chip-und PC-Industrie.Ist es ein Wunder wenn der Michigan Index so runtergegangen ist?
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hjw2:

im wesentlichen Gefahren für die US-Wirtschaft

 
12.07.02 23:52
sollte es wirklich zum crash kommen- was ich nicht glaube- wäre es ein segen für die freie welt
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Linus:

die Gefahr wurde noch nicht erkannt !!!....

 
12.07.02 23:56
wird brechen ganz klar aus dem magischen Viereck aus.

Es ist ja auch kein Wunder:

Einerseits senken die Institutionen die Leitzinsen. Der Effekt sollte hierbei die verstärkte Investitionsbereitschaft sein. Ziel ist volkswirtschaftlich gesehen das "Entsparen".

Die Banken vergeben jedoch nur noch spärlich "Kredite", da sie bekanntlich meistens die bestehende Situation erörtern. Mathematisch gesehen ist diese "katastrophal". Ergo: Ein Kontraindikator...

...die Wirtschaft kurbelt nicht an. Projekte werden "on hold" gesetzt. Die Gesamtkonjunktur gerät in eine "Langzeit-Rezession". Der Markt ist deflationär.

Der Verbraucher reagiert, wie man ja nun sieht, gehemmt. Das Verbrauchervertrauen ist am Boden !!!

...das Magische Viereck gerät aus den Fugen.

Die Frage wird sein: Wie entwickelt sich die Preisstabilität !!!

Mein Motto:

Aktienkäufe mit "Rebound-Funktion". Alles andere gibts nächstes Jahr günstiger.

Gruss Linus (sicher wie nie !!!)
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Zick-Zock:

genau.... ich sehe es doch

 
12.07.02 23:59
bei einer bekannten von mir. sie wollte sich als friseurin selbständig machen. hat alles was braucht: sie ist sehr gut, beachtlichen zufriedenen kundenstamm, der bereit wäre, mitzugehen und kredit wäre kein problem. allerdings klagt sie seit anfang des jahres, wie alle in der branche, über eine absolute zurückhaltung der kunden. man geht nicht mehr alle 14 tage, nein, es reicht jetzt auch alle 4-5 wochen. die leute halten einfach ihre wenigen euros fest. die schlangen im aldi werden immer länger, ein zufall? die schere zwischen arm und reich wird wieder größer, wir können froh sein, kommen wir diesmal nur mit fallenden kursen an den börsen davon. was wäre, wenn wir wie vorgegeben, 30 jahre in einen fonds einzahlen, der noch staatlich gefördert wird, aufgrund von zurückliegenden ergebnissen, aber die erhofften gewinne, reine enten sind? ein vereintes europa, doch nicht den geplanten erfolgt bringt, sondern chaos und planlosigkeit? wie soll man denn soviele kulturen, soviele wünsche, soviele unterschiedliche völker & gepflogenheiten, unter einen hut bringen? das gesamte system läuft irgendwie in eine völlig falsche richtung und die oberen denker und lenker wiegen sich in sicherheit, oder bedienen sich nochmal schnell an der melkkuh erde, bevor sie sich gemütlich zur ruhe setzen...
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Kicky:

oller Revoluzzer!

 
13.07.02 00:00
wollen wir doch nicht hoffen und ich glaube auch nicht an einen plötzlichen Crash,eher eine schleichende längerwährende Baisse wie der Artikel aufzeigt.den calexa reingestellt hat.Aber auch dann wird es einzelne Aktien geben ,mit denen man Gewinne einfahren kann.Und ihr habt doch hier im Bord bestens verdient mit den Turbos und Waves ,den Puts ....oder irre ich mich da?
Unfasslich ist es für mich,dass es noch immer Bankangestellte gibt wie hier in P,die ihren NeuenMarkt-Fonds die ganze Zeit gehalten haben nach dem Motto,da müssen wir durch,das wird schon wieder.Hoffentlich kriegt er keine grauen Haare darüber,hat schon Angst,die Bank werde ihn zum Verkauf auffordern.Herzliche Grüsse an Liana
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hjw2:

eigentlich ist es grotesk, dass die

 
13.07.02 00:20
vormachtstellung der USA dermassen von aktienkursen abhängt...

geht der S+P unter 875 brennt es lichterloh.....
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Völlig untergegangen, eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt....

Danke an die Franzosen


Freitag, 12. Juli 2002
Kompromiss zu Weltgericht
USA lenken ein

Im Streit um den Internationalen Strafgerichtshof in Den haag nähern sich die Positionen der USA und der anderen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates langsam an. Nach dem jüngsten Kompromisspapier der USA, das am Freitag hinter verschlossenen Türen vom Weltsicherheitsrat in New York geprüft wurde, ist Washington jetzt bereit, in der Streitfrage der Immunität von US-Soldaten im UN-Einsatz auf Vorschläge der Europäer einzugehen.

UN-Diplomaten begründeten das weitere Nachgeben der Amerikaner damit, dass sie für ihren zuvor unterbreiteten Vorschlag nur mit sieben bis acht Stimmen im Sicherheitsrat rechnen konnten. Sie brauchen aber wenigstens neun der 15 Ratsmitglieder auf ihrer Seite, um sich bei einer Abstimmung durchsetzen zu können. Zudem darf laut UN-Charta keines der fünf ständigen Mitgliedsländer dagegen stimmen. Dagegen hätte ein Alternativvorschlag der Franzosen, der am Donnerstag mit ausdrücklicher Unterstützung der EU in die internen Abstimmungsrunden eingebracht worden war, bis auf die USA alle anderen 14 Mitglieder des Sicherheitsrates hinter sich gehabt. Diesen Entwurf drohten die USA jedoch mit ihrem Veto zu Fall bringen.

Kompromiss-Vorschlag mit Chancen

In ihrem neuen Entwurf rücken die Amerikaner von der Maximalforderung nach genereller Immunität für US-Bürger bei UN-Einsätzen ab. Allerdings soll der Strafgerichtshof Ermittlungen und eventuelle Verfahren wegen Kriegsverbrechen gegen Bürger der USA und anderer Länder, die den Gründungsvertrag des Gerichtes nicht ratifiziert haben, immer noch für ein Jahr aussetzen.

Unterdessen hat Großbritannien einen neuen Vorschlag vorgelegt, der erstmals die Idee einer Entscheidung in einem spezifischen Fall enthält. Nach Ansicht von Diplomaten hat der Plan durchaus die Chance, auch von Washington akzepztiert zu werden.

Lösung bis Montagnacht

Die USA hatten den Streit um den Gerichtshof am Einsatz in Bosnien aufgehängt. Sie legten ihr Veto ein gegen eine Verlängerung des Mandats der dort stationierten UNO-Polizeitruppe und gegen die weitere Billigung des Einsatzes der Bosnien-Schutztruppe SFOR. Am Montag steht eine neue Entscheidung darüber an.

Von den 15 Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates haben bis auf China und Singapur alle das Abkommen zur Gründung des Strafgerichtshofes unterzeichnet. Sechs Ratsmitglieder gehören zu jenen 76 Nationen, die das Abkommen zudem ratifiziert haben. Seit dem 1. Juli gibt es den Gerichtshof, der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der ganzen Welt ahnden soll.

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