Veräußerungsgewinne wieder versteuern


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Peet:

Veräußerungsgewinne wieder versteuern

 
03.06.02 08:16
Griff in die Kasse
Unternehmen sollen Veräußerungsgewinne wieder versteuern  

Für Aufregung bei den Wirtschaftsverbänden hat die Absicht der Union gesorgt, die Steuerbefreiung für Veräußerungsgewinne bei Kapitalgesellschaften „zu überprüfen“.
Sogleich kritisiert Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle in ungewohnter Schärfe die Steuerpläne von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber "Ich halte es für außerordentlich verhängnisvoll, wenn dieses Rad zurückgedreht würde", warnte Schulte-Noelle, der sich ansonsten mit politischen Äußerungen in der Öffentlichkeit sehr zurückhält.

Aktienkurse unter Druck

In der Finanzszene gilt es aber mittlerweile als sicher, das die Steuerbefreiung nicht mehr lange gilt. Würden die Banken und Versicherungen, die zum Teil große Pakete an Industrieunternehmen halten, ihre Beteiligungen dann schnell auf den Markt bringen, würden die Aktienkurse stark unter Druck geraten.

Die Steuerbefreiung für Beteiligungsverkäufe ist zentraler Bestandteil der von der rot-grünen Bundesregierung durchgesetzten Steuerreform. Sie soll dazu beitragen, "die verkrusteten Strukturen der Deutschland AG" aufzubrechen. Insbesondere Banken und Versicherungskonzerne profitieren davon, da sie auf großen Beteiligungsportfolios sitzen. Die Entflechtung von Allianz und Münchener Rück wurde dadurch beispielsweise vorangetrieben.

Union: Steuerbefreiung auf den Prüfstand

Nach dem Steuerkonzept der Union soll die Steuerbefreiung für Kapitalgesellschaften beim Verkauf von Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften auf den Prüfstand. Die SPD lehnt eine Änderung noch ab, die Grünen wollen die Veräußerungsgewinne gewerbesteuerpflichtig machen, die FDP sagt klipp und klar, die Steuerfreiheit soll abgeschafft werden.


Die Banken haben vorsorglich verschiedene Szenarios entworfen, wie eine neue Regelung aussehen könnte. Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) rechnet nicht mit einer Rückkehr zur alten Besteuerung (Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidaritätsszuschlag), geht aber von der Einführung eines niedrigen Steuersatzes zwischen zehn und 15 Prozent aus. Dann würden die Unternehmen nach der Auffassung von DKW ihre Entscheidungen nicht danach aussrichten und beispielsweise Beteiligungen schon vor einer möglichen Wiedereinführung am 1. Januar 2003 verkaufen. Auch die Hypovereinsbank in München geht nicht von einem hohen Steuersatz aus, der zu vorgzogenen Beteiligungsverläufen führen würde.

Allianz größter Verkäufer

Die Analysten von Sal. Oppenheim glauben jedoch, dass die Unternehmen sich intern auf eine neue aber geringere Besteuerung vorbereiten. Je nach dem wie hoch die Steuer ausfällt, erhöht sich der Druck auf die Firmen Beteiligungen zu verkaufen. Dabei ist Schulte-Noellings Allianz einer der größten möglichen Verkäufer: Der Versicherungsriese hält über sieben Prozent an E.on, 11,58 Prozent an RWE, 5,7 Prozent an Bayer und rund zehn Prozent an der BASF-Aktien. Die Commerzbank könnte ihren zehn-prozentigen Anteil am Anlagenbauer Linde versilbern. Die Deutsche Bank hat bereits angekündigt sich von Beteiligungen wie Daimler-Chrysler zu trennen und mit dem Erlös eigene Aktien zurück zu kaufen. Damit soll der Kurs der Deutsche-Bank-Papiere wieder in die Höhe getrieben werden.

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Veräußerungsgewinne wieder versteuern 681917

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Peet:

Parteienprogranmme: Steuern und Haushalt

 
03.06.02 08:52
Parteienprogranmme: Steuern und Haushalt
Prozente und Paragrafen  

In der Steuerpolitik stehen sich die Parteien näher, als sie nach außen hin zugeben. Alle Vorschläge, die eine Senkung der Einkommenssteuersätze beinhalten, stehen aber unter dem "Finanzierungsvorbehalt". Da sich die Bundesregierung an das Maastrichter Defizitkriterium halten muss, muss sie das Geld, was sie durch Steuersenkungen verliert, an anderer Stelle wieder hereinholen. Darüber findet sich aber nicht viel in den Parteiprogrammen.

Aussagen dazu, wo und wie gespart werden soll, erschöpfen sich zu allgemeinen Willenserklärungen zum Subventionsabbau. Dem Kohlebergbau geht es nach dem Willen der FDP und den Grünen an den Kragen, die Grünen wollen zusätzlich die Landwirtschaft mehr zur Kasse bitten und die Entfernungspauschale abbauen. Einig sind sich alle, dass die Finanzkraft der Kommunen gestärkt werden soll. Eine Gemeindefinanzreform hat sich jede Partei vorgenommen.

Die SPD will die Ökossteuer nach 2003 nicht weiter erhöhen und wie vorgesehen die Reform der Einkommenssteuer bis 2005 umsetzen. Dadurch wird der Eingangssteuersatz bei 15, und der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent liegen. Die Steuerfreiheit der Veräußerungsgewinne von Kapitalgesellschaften soll beibehalten werden. Natürlich sollen Steuerhinterziehung und Steuerflucht weiter bekämpft werden.

Die CDU/CSU schlägt einen Eingangssteuersatz von 15 Prozent vor und will den Höchststeuersatz bis 2006 auf 40 Prozent bei einem flachen linearen Tarifverlauf senken. Steuersubventionen und Ausnahmen werden gestrichen. Die Unternehmenssteuer soll rechtsformneutral umgestaltet werden. Die Steuerfreiheit der Veräußerungsgewinne bei Kapitalgesellschaften will die CDU nach der Wahl „überprüfen“ und die geplante Ökosteuererhöhung 2003 aussetzen, aber mittelfristig durch eine Schadstoffabgabe ersetzen.

Die Grünen wollen die Steuerreform weiter umsetzen und Steuervergünstigungen abbauen. Der Grundfreibetrag wird 7664 Euro angehoben und kleinere und mittlere Einkommen entlastet. Im Gegensatz zu den anderen Parteien wollen die Grünen die Ökosteuer weiterentwickeln, die Lohnnebenkosten weiter senken und öffentliche Verkehrsmittel subventionieren, in dem der Unsatzsteuersatz auf die Hälfte gesenkt wird. Die Veräußerungsgewinne sollen mit der Gewerbesteuer in Höhe von 10 bis 15 Prozent belegt werden. Außerdem wollen die Grünen genau wie die PDS eine so genannte Tobin-Steuer auf Spekulationsgewinne erheben.

Die FDP setzt auf einen dreistufigen Steuertarif mit 15, 25 und 35 Prozent. Das Steuersystem soll insgsamt vereinfacht, die sieben unterschiedlichen Einkommensarten abgeschafft und Ausnahmeregeln abgebaut werden. Gewerbesteuer und Ökosteuer sollen verschwinden, die Kfz-Steuer wird auf dei Mineralölsteuer umgelegt.

Die PDS will den Spitzensteuersatz nicht senken, die Banken teilweise verstaatlichen und die Vermögenssteuer wieder einführen. Die Erbschaftssteuer wird höher, eine Luxusgütersteuer von zehn bis 15 Prozent eingeführt und die Veräußerungsgewinne wieder besteuert werden. Eine Tobin-Steuer sieht auch die PDS vor, die Steuern für einkommensschwache Betriebe und Haushalte sollen sinken.


Veräußerungsgewinne wieder versteuern 681938

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going back o.T.

 
04.06.02 11:57
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Peet:

Ökosteuer oder Schadstoffabgabe

 
04.06.02 15:01
Etikettenschwindel
Ökosteuer oder Schadstoffabgabe  

Da hat die CDU doch in die umweltpolitische Mottenkiste gegriffen: Eine Schadstoffabgabe an Stelle der Ökosteuer - diese Diskussion ist schon alt. Angela Merkel hat in ihrer Zeit als Umweltministerin bereits einen ähnlichen Vorschlag gemacht, eine CO-2-Abgabe wurde damals angedacht und wieder verworfen.

Jetzt wird die Schadstoffabgabe wieder hervorgeholt und gegen die Ökosteuer ins Feld geführt. Die ökologische Steuerreform stellt die CDU aber damit nicht in Frage. Das Prinzip, Einkommen weniger, aber Energieverbrauch mehr zu belasten, wird beibehalten. Und die bisherigen Steuerschritte der rot-grünen Koalition wollen Stoiber und Co, auch nicht wieder rückgängig machen.

Keine Vorteile für die Verbraucher

Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertaler Institut für Klima, Energie und Umwelt hält nicht viel von den Ideen der CDU: „Am Ende wird beim Verbraucher nichts ankommen.“ Würde man die Energieträger je nach Schadstoffausstoß belasten, so würden sich zumindest die Unterschiede zwischen Öl und Gas wieder aufheben, denn die „umweltfreundlichen“ Erdgaslieferanten könnten den Preis wieder auf das Niveau der Ölpreise anheben. Dieses Prinzip der „anlegbaren Preisbildung“ würde so die Gewinne aus der niedrigeren Abgabenbelastung des Energieträgers Erdgas voll den Produzenten zuschlagen. Die Konsumenten würden nichts davon spüren.

Zudem hätte die CDU Schwierigkeiten, die Abgabe auf europäischer Ebene abzustimmen. „Die Ökosteuer hat den Vorteil, dass sie strukturell in die europäische Landschaft passt," sagt Luhmann. Die Harmonisierung der Mineralölsteuern in Europa sei zwar noch nicht vollendet, aber auf einem guten Weg. Würde die CDU jetzt beginnen, mit den europäischen Partnern darüber zu diskutieren, welcher Energieträger wie belastet werden sollte, dann kann das gut und gerne zehn Jahre dauern.

Gute Noten für die Ökosteuer

Der Ökosteuer auf Strom, Gas, Öl und Benzin stellen die Experten auch nach der kurzen Zeit kein schlechtes Zeugnis aus. Sie ist mit wenig Verwaltungsaufwand verbunden, sie belastet in der Hauptsache den Verkehr, zugegebenermaßen einer der größten Umweltverschmutzer, und es sind schon erste Ansätze in Richtung umweltfreundlicherer Produktion zu erkennen. Zu nennen sind hier nicht nur die Drei-Liter-Autos, auch Klimaanlagen mit Sonnenenergie gehören dazu.

Aus haushalterischen Gründen jedenfalls könnte ein Kanzler Stoiber nur schwer auf die Einnahmen aus der Ökosteuer verzichten. Das Bundesfinanzministerium schätzt die Mehreinnahmen aus der Ökosteuer in diesem Jahr auf 14,1 Mrd. Euro, im kommenden Jahr würden 16,8 Mrd. Euro mehr in die Kassen fließen. Wie er diesen Ausfall finanzieren will, hat Stoiber auch noch nicht verraten. Die Bundesregierung hat fix gerechnet und behauptet, Stoiber müsse die Rentenbeiträge allein deshalb um 1,7 Prozent erhöhen.


Veräußerungsgewinne wieder versteuern 683600

bye peet
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