Griff in die Kasse
Unternehmen sollen Veräußerungsgewinne wieder versteuern
Für Aufregung bei den Wirtschaftsverbänden hat die Absicht der Union gesorgt, die Steuerbefreiung für Veräußerungsgewinne bei Kapitalgesellschaften „zu überprüfen“.
Sogleich kritisiert Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle in ungewohnter Schärfe die Steuerpläne von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber "Ich halte es für außerordentlich verhängnisvoll, wenn dieses Rad zurückgedreht würde", warnte Schulte-Noelle, der sich ansonsten mit politischen Äußerungen in der Öffentlichkeit sehr zurückhält.
Aktienkurse unter Druck
In der Finanzszene gilt es aber mittlerweile als sicher, das die Steuerbefreiung nicht mehr lange gilt. Würden die Banken und Versicherungen, die zum Teil große Pakete an Industrieunternehmen halten, ihre Beteiligungen dann schnell auf den Markt bringen, würden die Aktienkurse stark unter Druck geraten.
Die Steuerbefreiung für Beteiligungsverkäufe ist zentraler Bestandteil der von der rot-grünen Bundesregierung durchgesetzten Steuerreform. Sie soll dazu beitragen, "die verkrusteten Strukturen der Deutschland AG" aufzubrechen. Insbesondere Banken und Versicherungskonzerne profitieren davon, da sie auf großen Beteiligungsportfolios sitzen. Die Entflechtung von Allianz und Münchener Rück wurde dadurch beispielsweise vorangetrieben.
Union: Steuerbefreiung auf den Prüfstand
Nach dem Steuerkonzept der Union soll die Steuerbefreiung für Kapitalgesellschaften beim Verkauf von Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften auf den Prüfstand. Die SPD lehnt eine Änderung noch ab, die Grünen wollen die Veräußerungsgewinne gewerbesteuerpflichtig machen, die FDP sagt klipp und klar, die Steuerfreiheit soll abgeschafft werden.
Die Banken haben vorsorglich verschiedene Szenarios entworfen, wie eine neue Regelung aussehen könnte. Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) rechnet nicht mit einer Rückkehr zur alten Besteuerung (Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidaritätsszuschlag), geht aber von der Einführung eines niedrigen Steuersatzes zwischen zehn und 15 Prozent aus. Dann würden die Unternehmen nach der Auffassung von DKW ihre Entscheidungen nicht danach aussrichten und beispielsweise Beteiligungen schon vor einer möglichen Wiedereinführung am 1. Januar 2003 verkaufen. Auch die Hypovereinsbank in München geht nicht von einem hohen Steuersatz aus, der zu vorgzogenen Beteiligungsverläufen führen würde.
Allianz größter Verkäufer
Die Analysten von Sal. Oppenheim glauben jedoch, dass die Unternehmen sich intern auf eine neue aber geringere Besteuerung vorbereiten. Je nach dem wie hoch die Steuer ausfällt, erhöht sich der Druck auf die Firmen Beteiligungen zu verkaufen. Dabei ist Schulte-Noellings Allianz einer der größten möglichen Verkäufer: Der Versicherungsriese hält über sieben Prozent an E.on, 11,58 Prozent an RWE, 5,7 Prozent an Bayer und rund zehn Prozent an der BASF-Aktien. Die Commerzbank könnte ihren zehn-prozentigen Anteil am Anlagenbauer Linde versilbern. Die Deutsche Bank hat bereits angekündigt sich von Beteiligungen wie Daimler-Chrysler zu trennen und mit dem Erlös eigene Aktien zurück zu kaufen. Damit soll der Kurs der Deutsche-Bank-Papiere wieder in die Höhe getrieben werden.
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bye peet
Unternehmen sollen Veräußerungsgewinne wieder versteuern
Für Aufregung bei den Wirtschaftsverbänden hat die Absicht der Union gesorgt, die Steuerbefreiung für Veräußerungsgewinne bei Kapitalgesellschaften „zu überprüfen“.
Sogleich kritisiert Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle in ungewohnter Schärfe die Steuerpläne von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber "Ich halte es für außerordentlich verhängnisvoll, wenn dieses Rad zurückgedreht würde", warnte Schulte-Noelle, der sich ansonsten mit politischen Äußerungen in der Öffentlichkeit sehr zurückhält.
Aktienkurse unter Druck
In der Finanzszene gilt es aber mittlerweile als sicher, das die Steuerbefreiung nicht mehr lange gilt. Würden die Banken und Versicherungen, die zum Teil große Pakete an Industrieunternehmen halten, ihre Beteiligungen dann schnell auf den Markt bringen, würden die Aktienkurse stark unter Druck geraten.
Die Steuerbefreiung für Beteiligungsverkäufe ist zentraler Bestandteil der von der rot-grünen Bundesregierung durchgesetzten Steuerreform. Sie soll dazu beitragen, "die verkrusteten Strukturen der Deutschland AG" aufzubrechen. Insbesondere Banken und Versicherungskonzerne profitieren davon, da sie auf großen Beteiligungsportfolios sitzen. Die Entflechtung von Allianz und Münchener Rück wurde dadurch beispielsweise vorangetrieben.
Union: Steuerbefreiung auf den Prüfstand
Nach dem Steuerkonzept der Union soll die Steuerbefreiung für Kapitalgesellschaften beim Verkauf von Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften auf den Prüfstand. Die SPD lehnt eine Änderung noch ab, die Grünen wollen die Veräußerungsgewinne gewerbesteuerpflichtig machen, die FDP sagt klipp und klar, die Steuerfreiheit soll abgeschafft werden.
Die Banken haben vorsorglich verschiedene Szenarios entworfen, wie eine neue Regelung aussehen könnte. Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) rechnet nicht mit einer Rückkehr zur alten Besteuerung (Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidaritätsszuschlag), geht aber von der Einführung eines niedrigen Steuersatzes zwischen zehn und 15 Prozent aus. Dann würden die Unternehmen nach der Auffassung von DKW ihre Entscheidungen nicht danach aussrichten und beispielsweise Beteiligungen schon vor einer möglichen Wiedereinführung am 1. Januar 2003 verkaufen. Auch die Hypovereinsbank in München geht nicht von einem hohen Steuersatz aus, der zu vorgzogenen Beteiligungsverläufen führen würde.
Allianz größter Verkäufer
Die Analysten von Sal. Oppenheim glauben jedoch, dass die Unternehmen sich intern auf eine neue aber geringere Besteuerung vorbereiten. Je nach dem wie hoch die Steuer ausfällt, erhöht sich der Druck auf die Firmen Beteiligungen zu verkaufen. Dabei ist Schulte-Noellings Allianz einer der größten möglichen Verkäufer: Der Versicherungsriese hält über sieben Prozent an E.on, 11,58 Prozent an RWE, 5,7 Prozent an Bayer und rund zehn Prozent an der BASF-Aktien. Die Commerzbank könnte ihren zehn-prozentigen Anteil am Anlagenbauer Linde versilbern. Die Deutsche Bank hat bereits angekündigt sich von Beteiligungen wie Daimler-Chrysler zu trennen und mit dem Erlös eigene Aktien zurück zu kaufen. Damit soll der Kurs der Deutsche-Bank-Papiere wieder in die Höhe getrieben werden.
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bye peet