Vectron: Nur Bares ist Wahres
Der Kassenhersteller reduziert die Beteiligung an der J.G.M. Eijsink Holding
Vectron plant die Reduzierung der Beteiligung an der niederländischen J.G.M. Eijsink Holding. Ein entsprechender Letter of Intent wurde jetzt unterzeichnet. Für eine Reduktion um 2 auf 49 Prozent erhielte der Kassenhersteller die Summe von 1,779 Mio. Euro. Einen Teil von rund 1,5 Mio. Euro könne man als außerordentlichen Ertrag verbuchen, freuen sich die Westfalen. Weitere 0,49 Mio. Euro soll Vectron aus der Agio-Reserve zurückerhalten.
Die Entkonsolidierung der Eijsink-Gruppe hätte durch wegfallende Zwischengewinn-Eliminierung und ersparten Konsolidierungsaufwand ein im Vergleich steigendes EBIT zur Folge. Nach dem Verkauf der USA-Tochtergesellschaft Ende 2001 sieht Vectron dies als weiteren wichtigen Schritt zur Restrukturierung des Konzerns. Auf der anderen Seite blieben Vectron durch hohe Abnahmeverpflichtungen, eine vereinbarte Mindestdividende und eine 49-prozentige Gewinnbeteiligung alle wesentlichen Vorteile der Beteiligung erhalten.
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Ein Blick in die Bilanz per 30. September 2001 zeigt vor allem eins: Vectron braucht „Bares“. Zu diesem Datum hatte sich der Fehlbetrag der ersten 9 Monate auf 3,2 Mio. Euro angehäuft. Der Cashflow von minus 841.000 Euro brachte den Finanzmittelbestand per Ende September auf gerade einmal 562.000 Euro.
Vectrons Ziel ist es, ab 2002 wieder operativ profitabel zu sein und bei Konzentration auf die Kernkompetenzen weiterhin organisch stark zu wachsen. Zu diesem Zweck kündigen die Kassenhersteller weitere, auch prozess- und strukturorganisatorische Maßnahmen an. „Das EBITDA wird positiv erwartet,“ schrieb das Unternehmem Ende November. Im August wollte man beim EBITDA sogar noch ein „deutlich positives Ergebnis“ erreichen. Heute hört man von solchen rückwärts gerichteten Betrachtungen nichts mehr. Kein gutes Zeichen.
Die Bankgesellschaft Berlin hält an ihrem Rating „halten" für die Aktie fest, wurde im Dezember mitgeteilt. Mitte Januar wollte man damals das Unternehmen besuchen, um danach über eine Änderung der Anlageempfehlung zu entscheiden. Die Gesellschaft selbst will im Laufe des Februar einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2002 geben. Die Aktie legt heute erst einmal um 12 Prozent auf 1,68 Euro zu.
Autor: Klaus Singer, 10:11 01.02.02