USA: Wer hat Angst vor der "Double-Dip"-Rezession?


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sir charles:

USA: Wer hat Angst vor der "Double-Dip"-Rezession?

 
06.08.02 09:26
USA: Wer hat Angst vor der "Double-Dip"-Rezession?

New York - Der Leitzinszyklus geht in die zweite Runde: Eine ganze Serie negativer amerikanischer Wirtschaftsdaten haben bei den Amerikanern plötzlich die Angst vor einer so genannten "Double-Dip"-Rezession aufkommen lassen. Das wäre eine zweite Rezession innerhalb von zwei Jahren. Zwar rechnen die meisten US-Wirtschaftsweisen damit, dass dies vermieden werden kann, doch sind ihre bisher optimistischen Konjunkturprognosen für das zweite Halbjahr 2002 deutlich gedämpfter geworden.

1 Prozent: Das gäbe es seit 50 Jahren nicht mehr

"Die Chancen eines Double Dip steigen, aber ich bin noch nicht überzeugt davon", erklärte John Vail von der Mizuho Securities USA der "New York Times". Robert Parry, der Präsident der Federal Reserve Bank in San Francisco, sieht jedoch "keine hohe Wahrscheinlichkeit" dafür. Die New Yorker Investmentbank Goldman Sachs rechnet allerdings damit, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen von dem bereits extrem niedrigen Niveau von 1,75 Prozent möglicherweise im vierten Quartal auf bis zu ein Prozent senken wird. Damit wolle sie verhindern, dass die USA wieder in eine Rezession geraten, berichtete die amerikanische Wirtschaftsagentur "Bloomberg". Das wäre das niedrigste US-Zinsniveau seit 50 Jahren.

Wachstumsraten

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal dieses Jahres nur noch mit einer äußerst bescheidenen Jahresrate von 1,1 Prozent gewachsen. Sie war im vergangenen Jahr in den ersten drei Quartalen geschrumpft und befand sich seit März 2001 offiziell in einer Rezession. Im Schlussquartal 2001 hatte die Wirtschaft wieder mit einer Jahreswachstums-Rate von 2,7 Prozent zugelegt und war dann in den ersten drei Monaten dieses Jahres explosionsartig um fünf Prozent gewachsen. Seither geht es aber wieder deutlich abwärts.

Beschäftigung

Der US-Arbeitsmarkt liegt brach. Die Juli-Arbeitslosenrate betrug unverändert 5,9 Prozent. Die US-Unternehmen haben aber nur 6000 neue Mitarbeiter eingestellt bei insgesamt 130,8 Millionen Beschäftigten. Von März 2001 bis März dieses Jahres waren rund 1,8 Millionen Stellen gestrichen worden. Seither wurden nur insgesamt rund 94 000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Rund um die Wirtschaft

Die US-Fabriken verbuchten im Juni einen drastischen Auftragsrückgang von 2,9 Prozent. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen noch immer deutlich zurück, weil ihre Gewinne schwach sind. Die Wall Street kämpft mit einer schweren Baisse. Es fallen gewaltige Außenwirtschaftsdefizite an, und der Dollar ist schwach. Hinzu kommen erhebliche Rückschläge im Bau- und Immobilienmarkt.

Ausblick

Allerdings gibt es nicht nur Hiobsbotschaften. Die Inflation ist niedrig. Die Verbraucher, die mit ihren Ausgaben zwei Drittel der US-Wirtschaft repräsentieren, haben im Juni 0,5 Prozent mehr ausgegeben. Ihre Einkommen sind um 0,6 Prozent gestiegen. Sie haben im Juli 8,2 Prozent mehr Autos gekauft, weil die Autohersteller mit Verkaufsanreizen lockten. Schränken die US-Konsumenten jedoch die Ausgaben in den kommenden Wochen und Monaten angesichts ihrer extrem hohen Verschuldung, des schwachen Arbeitsmarktes und der brachliegenden Börsen ein, könnte dies die US-Wirtschaft wieder in eine Rezession oder zumindest in eine Stagnationsphase bringen.


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